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DVFA gründet Kommission „Geldpolitik“ mit renommierten Mitgliedern

Die DVFA, der Berufsverband der Investment Professionals, hat eine eigene Kommission eingerichtet, die sich mit Fragestellungen rund um die Normalisierung der Geldpolitik beschäftigen soll.

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DVFA Vorstandsvorsitzender Stefan Bielmeier verweist auf den immanenten Rollenkonflikt der EZB: „Die Tatsache, dass im Rat der EZB über eine Neuauflage von besonders günstigen Langfristtendern für Banken („Targeted Longer-Term Refinancing Operations“ –TLTRO) nachgedacht wird, wirft ein Schlaglicht auf den Interessenkonflikt zwischen Bankenaufsicht und Geldpolitik. Während in der einen Rolle der Einstieg in Zinserhöhungen kommuniziert wird, sollen in der anderen Rolle – vor allem italienische – Banken gestützt werden.“
© DZ Bank

Es gab in den jüngeren Geschichte kaum eine Periode, in der die Kapitalmärkte so stark von der Geldpolitik beeinflusst wurden wie zur Zeit. Selbst die Fed räumt in einer von ihr veröffentlichten Studie ein, dass allein ihre Käufe von Staatsanleihen die Zinsen zehnjähriger US-Papiere um einen Prozentpunkt gedrückt hätten. Was für die Rentenmärkte gilt, gilt für alle Assetklassen: Künstliche Nachfrage der Notenbanken und Liquidität im Überfluss haben das Preisgefüge verzerrt und den Preisfindungsmechanismus der Märkte nachhaltig beeinträchtigt, insbesondere um gesamtwirtschaftliche Deflationsgefahren im Nachgang der globalen Finanzkrise und Euroland-Staatsschuldenkrise nachhaltig abzuwehren.

Sechs hochkarätige Mitglieder der neuen Kommission
Dies alles ist Grund genug für die DVFA, besagte Kommission einzurichten. Die Arbeitsgruppe besteht bei ihrer Gründung aus sechs Mitgliedern und wird von Ulrike Groschopp, Executive Director bei der Deutsche Börse, geleitet. Weitere Mitglieder sind: (a) Dr. Frank Engels, Leiter Portfoliomanagement von Union Investment. (b) Dr. Jan Holthusen, CEFA, Leiter des Zins- und Anleihenresearch bei der DZ BANK, (c) Ingo Mainert, CIO Multi Asset Europe bei AllianzGI, (d) Dr. Hans-Peter Rathjens, CEFA, Senior Strategist bei AllianzGI und (e) Dr. Klaus Wiener, Chefvolkswirt und Geschäftsführer des GDV, des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. 

Themenkomplexe, die im Mittelpunkt der Arbeit der Kommission stehen
Die Rolle der Zentralbank steht im Fokus: Geraten die Zentralbanken unter zunehmenden Einfluss der Politik? Führt die Doppelrolle der EZB als Bankenaufsicht und Zentralbank zu einem Bias in der Geldpolitik? Ist das Inflationsziel noch das richtige Steuerungsinstrument der Geldpolitik? Wie kann die Kapitalmarkt- und Bankenunion den Transfermechanismus zwischen Geldpolitik und Unternehmensfinanzierung verbessern?

Makroökonomische Entwicklungen und langfristige Auswirkungen 
Fragen, denen hier nachgegangen wird, sind unter anderem die folgenden: Gibt es im Ökonomen-Streit um das europäische Zahlungsverkehrssystem „Target2“ konstruktive Lösungen für den Umgang mit dem negativen Saldo zu Lasten der Deutschen Bundesbank?
Verstärkt die Niedrigzinspolitik die Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen?
Werden durch die lockeren Finanzierungsbedingungen Unternehmens-„Zombies“ am Leben gehalten?

Einflüsse neuer Technologien 
Hier will man sich mit Central Bank Digital Currencies (CBDC) auseinandersetzen. Wie wirkt das Aufkommen digitaler Währungen auf das Monopol der Zentralbanken und die bestehende Währungsordnung?

Zeit, sich als Investment Professionals in die Debatte einzbringen
Ulrike Groschopp sagt dazu: „Nach zehn Jahren Krisenmodus steht eine Normalisierung der Geldpolitik auf der Agenda; als Interessenvertretung der deutschen Investment Professionals wollen wir uns einbringen in die politische und wissenschaftliche Debatte zu ihrer zukünftigen Ausrichtung. Mit der Einrichtung einer ständigen Kommission tragen wir der zunehmenden Bedeutung der Geldpolitik für die Kapitalmärkte Rechnung.“ (kb)

 

 

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