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Draghis letzter großer Wurf: Negativzins-Wirkungen für Banken mildern!

Die EZB denkt offensichtlich darüber nach, welche Schritte sie in die Wege leiten könnte, um die negativen Folgen des negativen Einlagezinssatzes für die Banken zu mildern. Dabei soll die positive Wirkung dieser Zinspolitik für die Wirtschaft erhalten bleiben.

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Mario Draghi hat noch einiges vor bis zum Ende seiner Amtszeit. 
© Jasper Juinen / Bloomberg

Eine der Optionen soll dabei die Einführung eines gestaffelten Einlagensatzes - derzeit liegt dieser bei minus 0,4 Prozent p.a. - sein, hieß es in mehreren Medien, so auch bei Bloomberg. Der im Herbst 2019 ausscheidende EZB-Präsident Draghi hatte nämlich auf einer Konferenz in Frankfurt angekündigt, die Notenbank werde weiterhin genau beobachten, wie Banken in der aktuell herrschenden Zinslandschaft ausreichende Ertragsbedingungen vorfinden könnten. Wenn es notwendig sei, werde man über Maßnahmen nachdenken, die einerseits die  günstigen Auswirkungen negativer Zinssätze auf die Wirtschaft bewahren und zugleich andererseits mögliche Nebenwirkungen für die Banken mildern können, betonte Draghi. Er ließ aber die Zuhörerschaft im Umklaren darüber, an welche Maßnahmen er konkret denkt. 

Mehrere Milliarden Kosten der Banken für das Parken von Liquidität bei der EZB
Die geringe Rentabilität von Europas Banken bereitet der Notenbank offenbar Sorge, sie sei aber keine unvermeidliche Folge negativer Zinssätze, so Draghi weiter. 2018 kostete der negative Einlagenzins die Geldhäuser satte sieben Milliarden Euro, seit Juni 2014 ist der Einlagensatz in negativem Terrain.

Noch immer unter Null
Banken beschweren sich über negativen Einlagensatz

Quelle: Bloomberg

Zinswende, bitte warten
Des Weiteren erwähnte Draghi, dass die EZB für frühestens 2020 geplante Zinswende bei einem Konjunktureinbruch weiter in die Zukunft geschoben werden könnte. Auf derselben Konferenz warnte EZB-Vize Luis de Guindos wegen der eingetrübten Konjunkturaussichten im Euroraum vor Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems. Niedriges Wirtschaftswachstum lasse Sorgen über die Schuldentragfähigkeit aufkommen, sagte er. Einigen Staaten könnten dann die Fortschritte beim Schuldenabbau schwerer fallen, hieß es in der verklausulierten Sprache der Zentralbanker. 

Banken müssen schlanker werden
Auch die Bankenbranche dürfte die Folgen einer weiteren Konjunkturabkühlung zu spüren bekommen, mahnte de Guindos. Gewinnaussichten würden sich dann weiter verschlechtern, und die Banken müssten noch mehr Anstrengungen unternehmen, um dagegenzuhalten. Solche Maßnahmen könnten dann auch Kosteneinsparungen umfassen, sagte de Guindos. Wenn Banken den Gürtel enger schnallen müssen, sind von den einzuleitenden Maßnahmen dann wohl auch ein Filial- und Stellenabbau umfasst. (kb)

 

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