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Draghi warnt vor Konjunkturrisiken und betont Handlungsbereitschaft

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Januar-Sitzung keine neuen Maßnahmen beschlossen. Erst zum Jahreswechsel hatte die Notenbank mit dem Auslaufen der Nettoankäufe im Rahmen des EAPP das größte geldpolitische Experiment ihrer Geschichte beendet.

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Christian Lips, Chefvolkswirt der NordLB
© NordLB

Neue Entscheidungen seien auch - losgelöst von dem eingetrübten gesamtwirtschaftlichen Umfeld - auf der Sitzung vom Donnerstag daher nicht zu erwarten gewsen, betont Lips. Die Leitzinsen blieben erwartungsgemäß unangetastet und verharren auf ihren historischen Tiefstständen. 

Keine Änderung der Forward Guidance 
Auch die Formulierungen der Forward Guidance mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der Leitzinsen und der Reinvestmentpolitik wurden unverändert beibehalten. Somit liegt der früheste Zeitpunkt für eine erste Zinsanhebung des Einlagesatzes weiterhin im vierten Quartal 2019. Die EZB wird zudem aus Sicht des NordLB-Chefökonomen mindestens bis ins Jahr 2021 hinein Fälligkeiten aus dem EAPP vollständig reinvestieren. Nun drohe sich dieser Zeitplan noch weiter zu verschieben. 

Wie ist die wirtschaftliche Lage?
Der Fokus der Marktteilnehmer richtete sich daher vor allem auf die Einschätzung der EZB zur gesamtwirtschaftlichen Lage sowie insbesondere zu den Risiken für den Wachstums- und Inflationsausblick. Die jüngsten Konjunkturdaten sind durchwachsen bis enttäuschend ausgefallen. Zum Jahresende 2018 dürfte sich das Wachstum in der Eurozone entgegen früheren Erwartungen nicht beschleunigt haben. Damit hat sich die Konjunkturdynamik im zweiten Halbjahr 2018 erheblich verringert. Die aktuellen Zahlen von den Markit Einkaufsmanagerindizes für den Berichtsmonat Januar machen zudem wenig Hoffnung auf eine schnelle Belebung in diesem Jahr. 

Anteil der Sonderfaktoren noch unklar
Noch sei nicht klar, so Lips, welchen Anteil Sonderfaktoren wie Produktionsprobleme in Deutschland (WLTP, niedrige Pegelstände) oder die Proteste der Gilets Jaunes in Frankreich hätten: "Die im Dezember aktualisierten Projektionen der Notenbank hatten wir aber schon damals für zu optimistisch gehalten. Wir rechnen fest damit, dass die EZB ihre Projektionen für das Wachstum und die Inflation im März nach unten anpassen wird. Dem Umstand schwächerer Konjunkturdaten hat Draghi auf der heutigen Pressekonferenz bereits Rechnung getragen." Die jüngste Wachstumsdynamik sei geringer als erwartet ausgefallen, zudem sieht er die Risiken für die europäische Konjunktur abwärts gerichtet – eine Rezession sei jedoch nicht wahrscheinlich. 

TLTRO, bitte warten
Hinweise auf möglicherweise geplante neue langfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs) fehlten in dem Statement. Draghi berichtete aber von mehreren Ratsmitgliedern, die dieses Thema angeschnitten hätten. Zudem betonte er die Handlungsbereitschaft und -fähigkeit der  Notenbank, bei Bedarf gegenzusteuern. Der weitere Exitfahrplan hängt angesichts der Konjunkturschwäche und der politischen Risiken damit zunehmend am seidenen Faden, ist Lips überzeugt. 

Kommen TLTROs im März? 
Mario Draghi betonte erwartungsgemäß die gewachsenen Abwärtsrisiken und die Bereitschaft und Fähigkeit der EZB, bei Bedarf gegenzusteuern. Im März ist mit einer Senkung der Wachstums- und Inflationsprognosen der EZB zu rechnen, was Maßnahmen wie TLTROs wahrscheinlicher macht. Auf der anderen Seite droht sich jedoch auch der ohnehin sehr langfristig angelegte Exitfahrplan noch weiter zu verzögern. Die EZB sei gut beraten, noch weitere Daten abzuwarten und sich eine Fortsetzung der geldpolitischen Normalisierung vorzubehalten, meint Lips: "Draghis Hinweis, dass sich die Wirtschaft auch besser als erwartet entwickeln könne, klang jedoch fast wie das Pfeifen im Walde". (kb)

 

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