Diese Investorengruppe erhält Rückenwind für CLO-Investments
Neue Solvency-II-Regelungen machen CLO-Investments für Versicherungen attraktiver und könnten bereits im Vorfeld zu höherer Investorennachfrage führen.
Eckpunkte:
- Eine adaptierte Regulierung gibt Versicherungen Rückenwind für CLO-Investments
- Eine niedrigere Eigenmittelunterlegung im Solvency II-Standardmodell erlaubt Assekuranzen höhere CLO-Engagements
Die im Rahmen der Solvency-II-Review beschlossenen Anpassungen der Solvency-II-Unterlegung könnten sich zu einem bedeutenden Wendepunkt für den europäischen CLO (Collateralized Loan Obligations)-Markt entwickeln. Insbesondere Versicherungen werden ab 2027 effizienter in CLO-Strukturen investieren können - mit signifikanten und nachhaltigen Auswirkungen auf Nachfrage, Spreads und relative Bewertungen innerhalb des Credit-Marktes. Auf diese Entwicklung weist Infinigon Capital in einer aktuellen Kurzanalyse hin.
Regulatorische Entlastung könnte die Nachfrage deutlich erhöhen
Im Zentrum der Diskussion steht die deutliche Reduzierung der Eigenkapitalanforderungen für
CLO-Tranchen. Besonders auffällig ist dabei laut Infinigon Capital, dass künftig selbst Single-A-Tranchen auf einem ähnlichen Solvency-Niveau liegen könnten wie bisherige AAA-Strukturen.
Für Versicherungen eröffnet sich damit die Möglichkeit, bei vergleichbarer regulatorischer Belastung höhere Renditen zu vereinnahmen. Auch im BB-Segment zeichnet sich eine substanzielle Entlastung ab. Die diskutierten Faktoren implizieren nahezu halbierte Kapitalanforderungen gegenüber dem bisherigen Regime, merkt Infinigon Capital in ihrer Analyse an.
Renditeaufschlag bleibt
Gleichzeitig dürfte ein gewisser Renditeaufschlag gegenüber traditionellen Corporate Bonds bestehen bleiben, da CLOs weiterhin eine höhere Analyse- und Strukturierungskomplexität
mit sich bringen.
Besondere Relevanz erhält das Thema laut Infinigon Capital durch den zeitlichen Kontext: Obwohl die neuen Regelungen nach aktuellem Stand zum 30. Januar 2027 in Kraft treten sollen, werden sie bereits im Herbst 2026 in den strategischen Asset-Allocation-Prozessen von Versicherungen berücksichtigt. Entsprechend könnte sich die regulatorisch induzierte Nachfrage bereits ab Herbst 2026 zunehmend im Markt bemerkbar machen.
Vor diesem Hintergrund wird zunehmend mit positiven Wirkungen auf den CLO-Markt
gerechnet: Steigende Allokationen in CLO-Investments bei Versicherungen
können in der Folge zu einer größeren Akzeptanz von CLO-Investments bei
institutionellen Investoren außerhalb des Versicherungssektors führen. (aa)
Übersicht über die bevorstehenden regulatorischen Änderungen unter Solvency II
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