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Die Fed packt aus, was sie hat

Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed) hat seine für den 17./18. terminierte Sitzung kurzfristig auf den 15. März vorgezogen und im Rahmen dieser vorgezogenen Sitzung beschlossen, das Zielband für den Tagesgeldsatz um 100 Basispunkte auf 0,00 bis 0,25 Prozent zu senken.

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Gefordert wie noch nie: Fed-Präsident Jeorme Powell
© Andrew Harrer / Bloomberg

Damit nicht genug, wurde doch auch der Einlagesatz für Überschussreserven der Banken wurde um ebenfalls 100 Basispunkte auf 0,10 Prozent gekürzt. Die Entscheidung für die genannten Schritte fiel mit einer Gegenstimme: Die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Loretta Mester, votierte für eine Senkung um 75 Basispunkte.

Einstimmigkeit beim KAuf von mehr Anleihen
Alle weiteren von der Fed überdies beschlossenen Maßnahmen fanden indes die Zustimmung aller Notenbanker: Die Federal Reserve Bank of New York, die die Offenmarktgeschäfte der Fed ausführt, wurde mit dem Erwerb von Staatsanleihen im Volumen von 500 Milliarden US-Dollar sowie von hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) im Volumen von 200 Milliarden US-Dollar instruiert. Ein genauer Zeitrahmen wurde nicht festgelegt, vielmehr sollen die Käufe so verteilt werden, dass die Funktionsfähigkeit des Staatsanleihemarktes sowie des MBS-Marktes gewährleistet ist.

Mindestreservequoten auf null gesenkt, Swaplinien und mehr
Als Maßnahmen zur Stimulierung bzw. Stützung des Kreditflusses erlaubt die Fed zudem den Banken, das Diskontfenster für 90 Tage zu nutzen, die Mindestreservequoten wurden auf null gesenkt und die weltweite Verfügbarkeit von Dollar-Liquidität durch Swaplinien mit fünf anderen Zentralbanken gesichert.

Begründung der drastischen Maßnahmen
Die US-Währungshüter begründeten ihre drastischen Maßnahmen mit den sich weiter dynamisch verschärfenden Risiken durch die Ausbreitung des Coronavirus. Als Folge hiervon dürfte das US-Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal schwach ausfallen und es sei unsicher, wie lange die negativen Effekte fortwirken würden. Fed-Chef Powell mahnte die Fiskalpolitik eindringlich dazu, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die von der Corona-Ausbreitung besonders betroffenen Wirtschaftsbereiche und die betroffenen Arbeiter zu unterstützen. Mit Blick auf die Geldpolitik ergänzte Powell, irgendwann werde die US-Wirtschaft wieder ihr normales Aktivitätsniveau erreichen, und bis dahin werde die Notenbank alle ihre Werkzeuge einsetzen, um den Kreditfluss zu sichern.

Finanzmärkte starteten mit erneut extrem hoher Volatilität in die Handelswoche
Dies geschieht trotz der vorgezogenen Fed-Entscheidung. Die asiatischen und die europäischen Aktienmärkte brachen auf breiter Front ein, nachdem sich Letztere am vergangenen Freitag noch auf Erholungskurs befunden hatten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sackte in der Spitze um mehr als 30 Basispunkte auf 0,62 Prozent ab, stieg zum Handelsschluss in Europa aber auf knapp 0,80 Prozent an. Der Rentenmarkt konnte mithin die Verluste der vorangegangenen Handelswoche teilweise aufholen. Der Kurs des Euro hat deutlich auf knapp über 1,12 US-Dollar zugelegt. (kb)

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