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DIA: Bei der Grundrente droht ein Desaster

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge rechnet bei der Einführung der Grundrente mit Zeitverzögerungen und Kostenexplosionen. Die Lobbyisten des Instituts schlagen als Alternative einen Freibetrag in der Grundsicherung vor.

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© blende40 / stock.adobe.com

Die Einführung der Grundrente wird abenteuerlich, prophezeit Klaus Morgenstern vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA). Er zweifelt daran, dass sich das geplante Startdatum halten lässt. "Noch bevor der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil überhaupt ins Regierungskabinett gelangt, glaubt schon kaum noch jemand außerhalb der SPD daran, dass der avisierte Einführungstermin 1. Januar 2021 zu schaffen ist", sagt Morgenstern. Um den automatisierten Datenaustausch mit den Finanzämtern auf die Beine zu stellen, der für die Umsetzung der Grundrente vorgesehen ist, dürfte mehr Zeit nötig sein.

Ein Desaster wittert Morgenstern auch bei den veranschlagten Verwaltungskosten. Nach Schätzungen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) würde der Verwaltungsaufwand laut aktuellem Gesetzentwurf mehr als ein Viertel der Leistungsausgaben der Grundrente ausmachen. Die Verwaltungskostenquote der Rentenversicherung hingegen liegt seit Jahren bei rund 1,2 Prozent. "Gerade jene Partei, die besonders heftig zu hohe Kosten in der privaten Altersvorsorge kritisiert, ist bereit, einen enormen Kostensatz in Kauf zu nehmen, damit die Grundrente unter den Prämissen der SPD umgesetzt werden kann", klagt Morgenstern.

Schämen sich Rentner für die Grundsicherung?
Das von der Deutschen Bank gegründete Lobby-Institut schlägt als Alternative zur Grundrente einen Freibetrag in der Grundsicherung vor. Sprecher Morgenstern verweist darauf, dass die Grundsicherungsämter bereits seit Jahren Anspruchsprüfungen vornehmen. "Wenn die SPD bei der Aufstockung kleiner Renten den Empfängern unbedingt den Gang zu den Grundsicherungsämtern ersparen will, wäre eine Verwaltungskooperation mit der Deutschen Rentenversicherung denkbar", sagt er. "Die Prüfung bleibt beim Grundsicherungsamt, aber ihren Ansprechpartner finden die Empfänger bei der Rentenversicherung vor. Das wäre immer noch einfacher als das jetzt diskutierte Verfahren." (fp)

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