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Deutschlands Volksbanken sagen "nein" zur verordneten Dividendendürre

Deutschlands genossenschaftliche Banken haben die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, Banken nun bis mindestens Januar zum Dividendenverzicht aufzufordern, zurückgewiesen. Ursprünglich sollten die Institute nur bis mindestens Oktober von Ausschüttungen absehen.

Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
BVR-Präsidentin Marija Kolak (Bild) hatte noch vor wenigen Tagen in einem Bloomberg-Interview dafür geworben, Dividenden-Verbote nicht pauschal auszusprechen. “Diese Erwartung haben wir auch der Aufsicht gegenüber signalisiert und um diese Differenzierung gebeten”, sagte sie.
© BVR

“Aus unserer Sicht ist die Vorgabe der EZB zu undifferenziert, da sie de facto allen Banken - unabhängig von ihrer Ertrags- und Eigenkapitalsituation - verbieten möchte, Dividenden zu zahlen oder eigene Aktien zurückzukaufen”, sagte Gerhard Hofmann, Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), am Dienstag gegenüber Bloomberg. “Auch wegen der fehlenden Rechtsgrundlage halten wir einen solchen generellen Eingriff in den Markt für zu weitgehend.”

Undifferenzierte Vorgabe gerügt
Die EZB hatten den Banken wenige Stunden zuvor nahegelegt, wegen der Coronavirus-Pandemie mit der Zahlung von Dividenden bis zum nächsten Jahr zu warten, um so ihre Finanzkraft zu erhalten. Zudem will die Aufsicht laut einer Mitteilung, dass die Institute bis Januar keine Aktien zurückkaufen und “bei der variablen Vergütung äußerst moderat sind”.

Auch BaFin für restriktive Dividendenzahlungen 
Auch die BaFin spricht sich derweil weiter dafür aus, dass Dividendenzahlungen sehr restriktiv gehandhabt werden, wie eine Sprecherin sagte. “Nach Ansicht der BaFin sollten Dividenden nur ausgeschüttet werden, wenn das jeweilige Institut über eine nachhaltig positive Ertragsprognose verfügt und die Kapitalsituation auch in einer anhaltenden Stressphase weiterhin ausreichende Puffer ausweist”, erklärte sie gegenüber Bloomberg.

Die genossenschaftlichen Banken sind von Dividenden-Beschränkungen gleich doppelt betroffen. Zum einen geht es um Ausschüttungen des Zentralinstitutes DZ Bank, zum anderen um Dividenden von regionalen Volksbanken und Raiffeisenbanken vor Ort. (kb)

 

 

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