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Der Schwarze Schwan war gestern, droht jetzt gar der "Grüne Schwan"?

​Der Klimawandel droht, “Grüner Schwan“-Ereignisse hervorzurufen, die eine systemische Finanzkrise auslösen könnten, wenn von Seiten der Behörden gegen solche Risiken keine Maßnahmen ergriffen werden, warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

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Nun hat auch die BIZ die Klimarisiken für sich entdeckt.
© Christophe Bosset / Bloomberg News

Die Analyse des Basler Instituts, das als Zentralbank der Zentralbanken bezeichnet wird, passt das Konzept des “Schwarzen Schwans“ von Nassim Nicholas Taleb an Umweltrisiken an. Taleb hatte seine Theorie entwickelt, um negative Ereignisse zu beschreiben, die außerhalb des Bereichs der normalen Erwartungen liegen und weitreichende oder extreme Auswirkungen haben.

Normalverteilungsannahmen helfen bei Klimarisiken nicht weiter
“Grüne Schwäne oder ‘schwarze Klima-Schwäne’ weisen viele Merkmale typischer schwarzer Schwäne auf”, sagten die Autoren, zu denen der stellvertretende Generaldirektor der BIZ, Luiz Pereira da Silva (Bild), gehört. “Herkömmliche Ansätze für das Risikomanagement, bei denen historische Daten extrapoliert und Normalverteilungsannahmen zugrunde gelegt werden, sind für die Beurteilung zukünftiger klimabedingter Risiken weitgehend irrelevant.“

Grüne Schwäne unterscheiden sich insofern von schwarzen Schwänen, als Risiken durch den Klimawandel mit einiger Gewissheit eines Tages eintreten werden. Zudem könnten sie die Menschheit stärker gefährden als Finanzkrisen und noch komplexere und unvorhersehbare Kettenreaktionen auslösen, schrieben die Autoren.

Finanzbezogene Risiken aufgrund des Klimawandels werden wichtiger
Das Papier, das unmittelbar nach dem wärmsten Jahrzehnt der Geschichte der Welt veröffentlicht wurde, ergänzt eine wachsende Zahl von Analysen im Zusammenhang mit Zentralbanken, in denen die Entscheidungsträger aufgefordert werden, sich besser auf finanzbezogene Risiken aufgrund des Klimawandels vorzubereiten.

Vorsicht walten lassen
Die Analyse bekräftigt häufig vorgebrachte Argumente, wonach die Zentralbanken allein nicht die erforderlichen Lösungen liefern können, räumt jedoch auch ein, dass der Klimawandel Institutionen in unbekannte Gewässer führen kann, in denen traditionelle Modelle wenig über das Ausmaß der Krise aussagen können. Deswegen müsse vorsichtig darauf geachtet werden, wie man sich engagiert.

Zwei Lösungsideen für Strategie-Check der EZB
“Die blanke Realität ist, dass wir alle den Kampf gegen den Klimawandel verlieren”, erklärte Francois Villeroy de Galhau, der Gouverneur der französischen Notenbank, in der Einleitung des Papiers, aus der Bloomberg zitiert. Er plädiert für zwei Lösungen, die die Europäische Zentralbank in ihrer anstehenden Überprüfung der Strategie diskutieren könnte: Integration des Klimawandels in alle Wirtschafts- und Prognosemodelle sowie die Überarbeitung des Sicherheitenrahmens, um klimarelevante Risiken widerzuspiegeln. “Wenn die Zentralbanken im Zeitalter des Klimawandels die Finanz- und Preisstabilität gewährleisten wollen, ist es in ihrem Interesse, alle Kräfte zu mobilisieren, die für den Sieg dieser Schlacht erforderlich sind”, sagte er. (kb)


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