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Regulierung geht ins Leere: Dark Trading blüht unter MiFID II

Wer hätte das gedacht: Die europäischen Bemühungen um mehr Transparenz im Aktienhandel scheinen nach hinten losgegangen zu sein, sagt der Präsident der Nasdaq mit Zuständigkeit für Skandinavien.

Lauri Rosendahl
"Wir haben mehr Handel im Verborgenen als jemals zuvor und tatsächlich etwas weniger offenen Handel", sagt Lauri Rosendahl, Leiter der skandinavischen Nasdaq-Börsen in Stockholm.
© NASDAQ Nordics

Das war so nicht beabsichtigt, nachdem Europa in diesem Jahr seine überarbeitete Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente umgesetzt hatte. MiFID II sollte eigentlich eine größere Transparenz im Aktienhandel in Europa bringen.

Sind die Double Volume Caps daran schuld?
Rosendahl führt die Probleme teilweise auf einen Mechanismus zurück, der als Double Volume Caps bezeichnet wird. MiFID II begrenzt den Dark Trading auf acht Prozent des Gesamtvolumens einer Aktie und nicht mehr als die Hälfte davon auf einer einzigen Plattform innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten. Die Double Volume Caps wurden entwickelt, um den Handel an transparente Plattformen wie Börsen zu zwingen. Der Präsident von Nasdaq Nordics sagt jedoch, es habe stattdessen "dazu geführt, dass viel Aktienhandel zu systematischen Internalisierern abgewandert ist". 

Systematische Internalisierer (SIs)
Diese sind eine MiFID-II-Erfindung, die Drehscheiben schafft, an die sich Kunden für den MiFID-konformen Handel wenden können. Banken entscheiden sich bei bestimmten Wertpapieren für SIs, um ihre eigenen Konten zur Ausführung von Kundenaufträgen anzuzapfen (SIs erledigen auch die MiFID-Formalitäten). Rosendahl fügt hinzu, dass "systematische Internalisierer ein wenig Aufmerksamkeit benötigen bezüglich des Risikoaspekts des bilateralen Handels, der heute ein so großer Teil des europäischen Aktienhandels ist, als auch der Tatsache, dass der bilaterale Handel der SI bei weitem nicht für alle offen ist."

Rückläufige Transparenz im Wertpapierhandel
"Wir wissen anhand von Statistiken für die ersten neun Monate des Jahres, dass der transparente Orderbuch-Handel im Vergleich zu 2017, vor Einführung von MiFID II, relativ zurückgegangen ist", sagte er gegenüber Bloomberg. "Wir können also jetzt die Schlussfolgerung ziehen, dass das Ergebnis von MiFID II im Aktienhandel bisher gegensätzlich zur Absicht ist. Wir kommen an den Punkt, an dem jeder in den Spiegel schauen und fragen sollte: Welche Marktstruktur haben wir jetzt? Und: War dies so beabsichtigt? Wenn nicht, was werden wir dagegen tun?" Rosendahl sagte auch, dass die Schlussfolgerungen lauten könnten, dass "dies als Ergebnis in Ordnung ist". (kb)

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