Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Regulierung
twitterlinkedInXING

Cum-Ex-Skandal erwischt auch ABN Amro

Die nächste Bank gerät wegen zweifelhafter Steuererstattungen ins Visier von Fahndern und Staatsanwaltschaft. Ermittler durchsuchten nun die Räume der niederländischen Großbank ABN Amro.

970x404-abn_amro_head_office_04.jpg
© ABN Amro

Die Affäre um die mehrfache Erstattung von Kapitalertragsteuern (Cum-Ex) zieht immer weitere Kreise. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat am Dienstag (20.11.) die deutsche Niederlassung der niederländischen Großbank ABN Amro gefilzt, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Demnach haben mehr als 100 Staatsanwälte und Steuerfahnder in Deutschland an der Razzia teilgenommen und zwölf Wohnungen sowie Geschäftsräume in Hessen und Bayern aufgesucht. Auch Räumlichkeiten in den Niederlanden sollen durchstöbert worden sein.

Den Berichten zufolge soll die Vorgängerin der ABN, die Fortis Bank, an mehreren Schnittstellen in die sogenannten Cum-Ex-Geschäfte verstrickt gewesen sein. Einerseits soll das Institut als Leerverkäufer aufgetreten sein, andererseits diente es als Depotbank. Das Geldhaus bestätigte die Razzia im Frankfurter Büro. Die Ermittlungen richten sich gegen sechs Verdächtige.

Gewaltige Dimension
Cum-Ex-Geschäfte gelten als einer der größten Steuerskandale der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Investoren nutzten dabei eine Lücke im Gesetz. Sie ließen sich vom Fiskus Kapitalertragsteuern für Dividenden aus Aktien zurückzahlen. Die Abgaben hatten sie aber gar nicht gezahlt. Diese Geschäfte liefen rund um den Ausschüttungstermin mit (cum) und ohne (ex) Dividende von Aktienpaketen.

Das Steuerschlupfloch wurde im Jahr 2012 geschlossen. In den Skandal sind zahlreiche Banken und Finanzdienstleister verstrickt. Erst im September hatten Staatsanwälte die Zentrale der Commerzbank besucht – nicht zum ersten Mal. Der Schaden allein in Deutschland geht Schätzungen zufolge in die Milliarden. Der Skandal reicht auch nach Österreich, Belgien und Dänemark. (ert)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren