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cep: EU-Finanzierungs-Strategie verengt den Blick auf Nachhaltigkeit

Die EU-Kommission will in den kommenden Monaten eine neue Strategie zur nachhaltigen Finanzierung vorlegen. Das ordoliberale cep | Centrum für Europäische Politik untersucht die Ideen, die in die neue Strategie einfließen sollen.

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Co-Autor Philipp Eckhardt, wissenschaftlicher Referent am cep | Centrum für Europäische Politik
© cep | Centrum für Europäische Politik

Die Pläne der EU-Kommission zur nachhaltigen Finanzierung gefährden Europas Finanzmarktstabilität. Warum müssen Kleinanleger zu Investitionen „angestoßen" werden, die nicht unbedingt ihren Anlagepräferenzen entsprechen? Es zeige sich, dass die EU-Kommission bei ihrem Regulierungsanspruch erneut versuche, ihre singuläre Sichtweise auf Nachhaltigkeit vorzugeben, schreibt das cep | Centrum für Europäische Politik mit Sitz in Freibrug im Breisgau.

Kein singuläres Verständnis von Nachhaltigkeit
Dabei lasse die EU-Kommission außer Acht, dass es kein singuläres Verständnis von Nachhaltigkeit gebe. Deshalb sei aus Sicht des Centrums für europäische Politik die Festlegung verbindlicher EU-weiter Definitionen für nachhaltige Aktivitäten, Nachhaltigkeitslabels und -standards komplett verfehlt. Detaillierte Maßnahmen dazu, wie Unternehmen die Nachhaltigkeit berücksichtigen sollten, seien deshalb auch nicht notwendig. Zudem berge die Verankerung der Nachhaltigkeit auf den Finanzmärkten die Gefahr, den bestehenden risikobasierten Ansatz der Finanzmarktregulierung und -aufsicht zu untergraben.

Risikobasierter Ansatz könnte untergraben werden
Die Rahmenbedingungen für eine nachhaltigere Finanzierung sind Teil des Fahrplans mit zentralen politischen Schritten zu einer nachhaltigen Ausrichtung der Wirtschaft der EU im Rahmen des European Green Deal. Viele der geplanten Maßnahmen seien allerdings paternalistisch, kleinteilig und wenig effizient, so das cep in seinem Urteil.

Hintergrund
Im Frühjahr 2020 hat die EU-Kommission eine Befragung darüber durchgeführt, mit welchen Maßnahmen die Finanzmärkte die Realwirtschaft bei ihrer nachhaltigeren Ausrichtung in Zukunft unterstützen sollten. Denn laut Schätzungen der EU-Kommission sind zusätzliche Investitionen in Höhe von etwa 260 Milliarden Euro erforderlich, um die Klima- und Energieziele für 2030 zu erreichen. Eine Reihe von Maßnahmen der geplanten neuen Strategie zur nachhaltigen Finanzierung zielen darauf ab, diese Investitionslücke zu schließen, darunter die EU-Taxonomie für nachhaltige Investitionen, der EU-Standard für grüne Anleihen, Prospekte für grüne Anleihen, und Anreize für nachhaltige Investitionen. (kb)

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