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BVI: Der EU droht wieder einmal ein selbstgemachter Reputationsschaden

​Allenthalben wird über „Europafeindlichkeit“ geklagt. Vor den Wahlen im Mai wird das Lamento noch lauter werden. Die „Europafeinde“ sind in der Regel EU-Skeptiker, denn sie kritisieren ja nicht den Kontinent, seine Bewohner oder ihre Kultur.

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Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI
© BVI e.V.

Jedoch scheint das früher gängige Akronym „EU“ schon so verbrannt zu sein, dass die EU-Verteidiger es aufgegeben haben und auf den Begriff „Europa“ umgeschwenkt sind, um beim Wähler positivere Assoziationen zu wecken. Auf Dauer werden die Umbenennung und die Beschwörung Europas nichts nützen, wenn Europa – also eigentlich die EU – es den Wählern bei allen Errungenschaften nicht leichter macht, es toll zu finden.

Keine stimmige, einheitliche Regulierung zum Anlegerschutz
"Was werden beispielsweise die mindestens 50 Millionen europäischen Fondsanleger sagen, wenn ihnen ab 1. Januar 2020 zusätzlich zu den wesentlichen Anlegerinformationen ein PRIIPs-KID ausgehändigt wird, die beiden Dokumente für denselben Fonds abweichende Informationen enthalten und ihnen zur Erklärung der Unterschiede vielleicht noch ein drittes Dokument überreicht wird?", fragt sich Thomas Richter, Hauptgeschäftsführerdes BVI. Er hat auch gelich die Antwort parat: "Sie werden ihren Berater fragen, was das soll, und der wird sich mit dem korrekten Hinweis aus der Affäre ziehen, er finde das auch unsinnig, aber die EU – oder Europa – verpflichteten ihn dazu." EU/Europa drohe also wieder einmal ein selbst gemachter Reputationsschaden - die normierte Gurkenkrümmung ist nichts dagegen.

Imageschaden für die Fondsindustrie befürchtet
"Wir wollen das genauso wenig wie einen Reputationsschaden für uns, der entsteht, wenn wir gezwungen werden, unrealistische Wertentwicklungsszenarien oder falsche Transaktionskosten in das PRIIPs-KID zu schreiben", so Richter weiter. Wenn der Gesetzgeber nichts tue, werde das so kommen.

PRIIPs-Mängel angesprochen
Deshalb hat kein Verband so früh und heftig die Mängel von PRIIPs angeprangert wie der BVI. "Zuletzt haben wir zusammen mit der Deutschen Kreditwirtschaft und dem Deutschen Derivate Verband die EU-Kommission aufgefordert, die Überprüfung der PRIIPs-Verordnung noch im laufenden Jahr anzustoßen", geibt Richter zu bedenken. "Selbst die Verbraucherschützer sind bei den Wertentwicklungsszenarien auf unserer Seite. Spätestens das sollte die Kommission misstrauisch werden lassen, ob mit ihrem PRIIPs-KID alles stimmt", lautet sein Résumé. (kb)

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