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BIZ: Auslandsbanken reagieren auf US-Regulierung mit Bilanzschrumpfung

​Ausländische Kreditinstitute, die nach der Finanzkrise neue US-Tochtergesellschaften gründen sollten, reagierten laut Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), indem sie ihre Bilanz in den USA schrumpften.

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Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)
© Christophe Bosset / Bloomberg News

In einem Beispiel, wie Regeln unbeabsichtigte Konsequenzen haben können, hat eine Reihe von Banken ihre Aktiva in den USA reduziert, um die Anforderung zu umgehen, wie die BIZ in ihrem am Sonntag veröffentlichten Quartalsbericht (Seite 16 ff.) schrieb, aus dem Bloomberg News zitiert.

Die Regelungen wurden eingeführt, nachdem die US-Töchter ausländischer Banken zu den größten Empfängern von Bailout-Geldern der Federal Reserve im Zuge der Kreditklemme zählten. Zweck der Regeln war, der amerikanischen Zentralbank zu ermöglichen, bei ausländischen Kreditgebern dieselben Standards anzusetzen wie bei den US-Inlandsbanken.

Fünf Banken haben sich bilanzsummentechnisch unter das IHC-Limit geschrumpft

Ausländische Banken mit US-Aktiva im Volumen von mehr als 50 Milliarden US-Dollar mussten sogenannte Zwischenholdinggesellschaften (IHCs) gründen. Fünf der 17 Banken auf einer Liste der Federal Reserve aus dem Jahr 2014, die möglicherweise IHCs hätten gründen müssen - darunter Société Générale und Royal Bank of Scotland Group - haben stattdessen einfach ihre US-Aktiva soweit geschrumpft, bis sie unter die Anforderung fielen, schrieb die BIZ. Die folgende Grafik illustriert den Schrumpfungsprozess der Assets.

Deutsche Bank gründete Zwischenholdinggesellschaft

Sie tat dies allerdings erst, nachdem sie die Aktiva von US-Tochtergesellschaften massiv verringert hatte. Ihre frühere Bankholding mit dem Namen Taunus hatte Ende 2011 Vermögenswerte in Höhe von 355 Milliarden US-Dollar besessen, bevor ihr Status als Bankholdinggesellschaft Anfang 2012 aufgehoben wurde. Ihre neue Zwischenholdinggesellschaft wies Ende des 3. Quartals 2016 knapp 203 Milliarden US-Dollar an Aktiva aus, so die BIZ. 

Vielleicht bauten auch andere ausländische Bankkonzerne die Aktiva ihrer US-Tochtergesellschaften ab, bevor sie 2016 neue Zwischenholdinggesellschaften gründeten, und begrenzten damit die nach US-Regelung erforderliche Eigenkapitalausstattung; entsprechendes Datenmaterial fehle allerdings, schreibt die BIZ.

Schrumpfung auch nach Gründung von Zwischenholdinggesellschaften 

Jede neue Zwischenholdinggesellschaft hat seit ihrer Gründung ihre Aktiva und damit die verlangte Eigenkapitalausstattung reduziert. Vom 3. Quartal 2016 bis zum 3. Quartal 2017 schrumpften die Gesamtaktiva der neuen Zwischenholdinggesellschaften um rund 100 Milliarden US-Dollar beziehungsweise zehn Prozent.

Gesamt-US-Aktiva von Auslandsbanken mit alten Bankenholdings unverändert

Im Gegensatz dazu lagen die gesamten US-Aktiva von ausländischen Bankkonzernen mit bereits vorhandenen Bankholdinggesellschaften unverändert bei 1,3 Billionen US-Dollar. "Alle neuen IHCs haben in der Folge ihre Fußspuren verkleinert", so die BIZ-Analysten in dem Bericht.

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