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Analyse: Neue ZZR-Methode lässt Versicherer aufatmen

Lebensversicherer müssen weiter mit niedrigen Zinsen kämpfen. Die Neuberechnung der Zinszusatzreserve hat nur kurzfristig Erleichterung gebracht. Aber nicht alle Anbieter sind von dem Problem gleich stark betroffen, so das Ergebnis einer aktuellen Marktudie von Assekurata

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© NicoElNino / stock.adobe.com

Die neue Berechnungsmethodik zur Zinszusatzreserve (ZZR) hat Lebensversichern im Geschäftsjahr 2018 deutlich geholfen. Dank ihr sanken die Renditeanforderungen aus den Beständen – mit anderen Worten: Sie mussten weniger Erträge erwirtschaften. Allerdings dürfte die Verschnaufpause angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen nur von kurzer Dauer sein, so die Erwartung der Ratingagentur Assekurata, basierend auf ihrem nunmehr vierten "Ertragskraft-Garantie-Check" (EKG-Check) von insgesamt 74 Lebensversichern.

"DieKorridormethode begrenzt den jährlichen Zuführungsbedarf zur ZZR, sodass die Anforderungen zur Bedienung und Stabilisierung der Altgarantien zeitlich gestreckt werden. Dies lässt sich an den Kennzahlen in der Studie nachvollziehen", erläutert Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. "So hatte die Branche im Jahr 2018 der ZZR dank Einführung der Korridormethode statt der ursprünglich von uns prognostizierten 15 Milliarden Euro nur sechs Milliarden Euro zuführen müssen." 

Sehr heterogene Bestände
Für 2019 rechnet die in Köln ansässige Assekurata aber mit einer ZZR-Zuführung von insgesamt neun Milliarden Euro. Somit müssen die Gesellschaften im laufenden Jahr voraussichtlich im Schnitt Kapitalerträge von rund 2,6 Prozent auf ihrer bestehenden Assets erwirtschaften, um den sogenannten Break-Even-Punkt zu erreichen, an dem die Erträge die Garantieanforderungen erfüllen können. 2018 lag dieser Break-Even-Punkt bei 2,32 Prozent.

Der EKG-Check bestätigte ferner, dass es in der Branche große Unterschiede in der Qualität und Zusammensetzung der Bestände gibt. "Unsere Analysen belegen, dass einige Lebensversicherer aufgrund ihrer Geschäftsstruktur stärker von der aktuellen Zinssituation betroffen sind als andere. Häuser mit viel überschussberechtigtem Altgeschäft schneiden in den Auswertungen meist schlechter ab", so Heermann. "Während einzelne Anbieter selbst mit negativen Nettoverzinsungen noch hohe Gesamtüberschüsse erzielen würden, benötigen andere Renditen von drei Prozent und mehr, um nicht in die roten Zahlen zu laufen." (jb)

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