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Aktuare: Blasenbildung bei Green Investments verhindern!

Die Deutsche Aktuarvereinigung e.V. (DAV) unterstützt ausdrücklich die Pläne der Bundesregierung, das deutsche Finanzwesen zum weltweiten Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit (ESG) auszubauen. Trotzdem bleibt man kritisch und lässt mit interessanten Vorschlägen aufhorchen.

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DAV-Vorstandsvorsitzender Dr. Guido Bader
© DAV e.V.

­­„Wichtig ist dabei, diese zukunftsrelevante Thematik nicht nur auf Klimaschutzgesichtspunkte zu verengen, sondern auch soziale Aspekte sowie Fragen guter Governance in den Unternehmen in den Fokus zu rücken. Denn erst im Dreiklang dieser Faktoren kann nachhaltiges Handeln gelingen“, unterstreicht der DAV-Vorstandsvorsitzende Dr. Guido Bader anlässlich der jüngsten Sitzung des Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung, dessen Mitglied er auch ist.

Nicht nur E, sondern auch S und G - und eine verbesserte Datenbasis
Um das angestrebte Ziel zu erreichen, ist nach Analyse der DAV eine deutliche Verbesserung der bisherigen Datenbasis notwendig. Dies betreffe vor allem Informationen über die Folgen des Klimawandels auf die Realwirtschaft und damit auf die Kapitalanlagen der Versicherer. „Durch die zusätzlichen Informationen können wir unsere Risikomodelle verbessern. Dies hat auch der Sustainable-Finance-Beirat erkannt und regt neue, einheitliche Berichtspflichten der Unternehmen sowie tiefgründige wissenschaftliche Studien an“, so Dr. Bader.

Gefahr der Blasenbildung bei grünen Investments 
Zugleich warnen die Aktuare aber auch vor den Schattenseiten ungebremster Investitionen in "Green Investments". Einer immer größer werdenden Nachfrage stehe ein bisher sehr beschränktes Angebot an nachhaltigen Anlageformen gegenüber, was deren Chancen-Risiko-Profil zusehends verschlechtere. „Die Aufsicht wie die politischen Entscheidungsträger dürfen nicht zulassen, dass es zur Blasenbildung bei den Green Investments kommt“, skizziert Dr. Bader das Problem.

Weniger Risikokapitalunterlegung bei grünen Investments als Gefahrenverstärker
Nach DAV-Analysen würde die Gefahr der Blasenbildung sogar noch verstärkt, wenn bei nachhaltigen Kapitalanlagen grundsätzlich geringere Risiken als bei konventionellen Investments unterstellt würden und daher für sie weniger Risikokapital vorzuhalten wäre. „Diese vielfach geäußerte politische Forderung widerspricht dem Solvency-II-Prinzip ‚Same Risk, Same Capital‘, das sich in den vergangenen Jahren bewährt hat“, erläutert Dr. Bader. Er sieht die Gefahr, dass aus einer Blasenbildung bei den Green Investments neue systemische Risiken erwachsen könnten. „Welche Ansteckungsgefahr systematische Risiken für die gesamte Finanzwirtschaft haben, erleben wir seit fast zehn Jahren hautnah durch die andauernde Tiefzinssituation.“ Diese habe als weltweite Staatsschuldenkrise begonnen und sei durch die Markteingriffe der EZB zu einer Belastung für das gesamte Finanz- und Versicherungswesen herangewachsen. (kb)

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