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Abgabe auf Übergewinne auch bei Erneuerbaren: Klarheit gefordert

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bestätigte kürzlich in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union die Pläne, Zufallsgewinne im Energiesektor mit einer Sonderabgabe abschöpfen zu wollen.

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Thomas Seibel (Bild) ist CEO der re:cap global investors AG. Das Beratungsunternehmen mit Sitz in Zug bietet gemeinsam mit der Frankfurter Fonds Boutique First Private Investmentmöglichkeiten in Erneuerbare Energien. Neustes Projekt ist der Fonds RE Infrastructure Opportunities der FP Lux Gruppe, der im 4. Quartal 2022 sein finales Closing hat. 
© re:cap global inverstors AG

Warum dabei der Einbezug Erneuerbarer Energien in eine solche Übergewinnsteuer zwar einerseits nachvollziehbar, aber anererseits ein Fehler ist, kommentiert Thomas Seibel, CEO von re:cap global inverstors. Seiner Ansicht nach müsse die Politik jetzt schnell handeln. Investoren sollten sich trotzdem nicht verunsichern lassen, meint Seibel.

Zufallsgewinnabgabe hatte niemand auf der Rechnung
Für die meisten Akteure im Energiesektor dürfte es eine Überraschung gewesen sein, als die Bundesregierung Anfang September neben dem dritten Entlastungspaket auch ankündigte, übermäßige Gewinne am Strommarkt mit einer Zufallsgewinnabgabe abschöpfen zu wollen. Insbesondere, da sich führende Ampel-Politiker zuvor gegen eine Übergewinnsteuer ausgesprochen hatten.

Erlösobergrenze soll kommen
Für Strom­produzenten, die nicht von den hohen Gaspreisen abhängig sind, soll in Zukunft eine Erlösobergrenze eingeführt werden; die darüberliegenden Gewinne fließen an den Staat. Dafür strebt die Regierung eine EU-weite Lösung an. In ihrer Rede zur Lage der EU bekräftigte die  Kommissionspräsidentin dieses Ziel.

Insgesamt 140 Milliarden Euro soll die Abgabe den Mitgliedsstaaten einbringen
Sicher ein wichtiger und notwendiger Schritt, um den Effekten aus den Verwerfungen am Strommarkt für Verbraucher entgegenzuwirken und diese zu entlasten, findet Seibel,  insbesondere da der Höhepunkt der Energiepreise wahrscheinlich noch nicht erreicht ist. Immerhin liegen die Future-Preise am Terminmarkt für die Monate bis Ende 2022 zurzeit bei über 500 Euro je Megawattstunde, was eine deutliche Steigerung signalisiert. 

Die Krux: Erneuerbare Energien sind auch von der Abschöpfung erfasst
Wind-, Solar- und Wasserkraft sind bei der sogenannten Abgabe auf Zufallsgewinne explizit eingeschlossen. Seibel dazu: "Das ist auf der einen Seite nachvollziehbar, denn Erzeuger Erneuerbarer profitieren aktuell mit am meisten von den gestiegenen Strompreise. Sie können erheblich höhere Einnahmen verzeichnen bei nahezu gleichbleibenden Kosten. Eine Abschöpfung dieser Gewinne zur Entlastung der Verbraucher würde unter normalen Umständen also durchaus Sinn machen. Allerdings sind wir aktuell weit weg vom „Normal“: Immerhin befinden wir uns Mitten in einem Umbau des Energiesektors, der von Volumen und Bedeutung seinesgleichen sucht – und dem im Wirtschafts- und Energiekrieg mit Russland eine erhebliche Bedeutung und Brisanz zukommt. Ein schneller Ausbau ist zentral, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu sichern und ein zentrales Element um die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen – allen voran aus Russland – zu reduzieren." 

Bundesregierung muss schnell Klarheit für Investoren schaffen
Wenn die im Juli beschlossenen Ausbaupläne der Bundesregierung erreicht werden sollen, ist noch einiges zu tun: Volle 80 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland sollen bis 2030 mit Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Dafür soll eine Gesamtkapazität von 215 Gigawatt bei Photovoltaikanlagen, 115 Gigawatt Windkraft an Land und 30 Gigawatt Offshore-Windkraft entstehen. Bis 2035 ist geplant, dass nahezu der gesamte Strom für Deutschland aus Erneuerbaren Energiequellen stammt. Die Mehrgewinne, die in den vergangenen Monaten bei Investitionen in Erneuerbare Energien realisiert werden konnten, dürften dabei ein willkommener zusätzlicher Anreiz für Investoren gewesen sein.

Investitionsanreiz könnte wegfallen
Genau in dieser Phase schafft die angekündigte Zufallsgewinnabgabe vor allem eines: Ungewissheit – und diese könnte, sofern sie länger andauert, zu Verzögerungen oder sogar zum Aus einiger Projekte führen. Wichtig ist es jetzt, dass die Bundesregierung schnell handelt und die Rahmendaten dieser geplanten Zufallsgewinnabgabe, vor allem die Höhe der Erlösobergrenze und eine mögliche zeitliche Befristung, definiert und so Klarheit und Planungssicherheit für Investoren und Projektentwickler schafft. 

Keine falsche Verunsicherung für Investoren: Erneuerbare bleiben lohnend
Investoren hingegen sollten sich nicht verunsichern lassen: Unabhängig davon, wie eine Zufallsgewinnabgabe konkret aussehen wird, lohnen sich Investitionen in Erneuerbare Energien. Seibel: "Die politischen Impulse der vergangenen Monate haben ein historisch einzigartiges Klima geschaffen. Und dass Wind- und Solarparks heute wirtschaftlich auf einer guten Basis stehen, zeigt vor allem eine Entwicklung: Erzeuger entscheiden sich bei der Wahl des Vergütungsmodells immer öfter für Power Purchase Agreements (PPA) anstelle von staatlich subventionierten Einspeisungsvergütung wie dem EEG. Gerade in der sich aktuell abzeichnenden Rezession in Europa, ist das ein Vorteil. Denn falls es aufgrund der restriktiveren Geldpolitik der EZB zu einem erneuten Aufflammen der Schuldenkrise kommt, ist zu erwarten, dass sich Regierungen in finanziell angeschlagenen Regionen dazu entscheiden, die bereitgestellten Fördermittel als Sparmaßnahme zurückzufahren."

Erneuerbare rechnen sich immer öfter auch ohne Förderungen
Für die meisten Projekte ist das heute kein Problem, denn die über die vergangenen 15 Jahre stetig gesunkenen Investitionskosten und die steigende Effizienz der Anlagen schaffen die Voraussetzungen, dass sich der Ausbau an immer mehr Orten auch ohne Förderung lohnt; auch in windärmeren Regionen oder in nördlicheren Breitegraden mit weniger Sonneneinstrahlung. Seibel führt aus: "Das Beispiel aus dem Portfolio des RE Infrastructure Opportunities Fonds der FP Lux Gruppe verdeutlicht dies: im 2. Halbjahr 2022 gehen aus dem sogenannten Mercury Solarportfolio 3 Solarparks mit einer Gesamtleistung von 13,8 Megawatt Peak in Südschweden ans Netz – finanziert und betrieben ohne staatliche Subventionen."

Investoren sollten jetzt die Chancen nutzen und in Erneuerbare Energien investieren
Als besonders lukrativ könnten sich in der aktuellen Situation Investments in diversifizierte Fonds erweisen. Sorgfältig austarierte Portfolios bieten stabile Erträge und ermöglichen, regulatorische Risiken über verschiedene Länder zu streuen. (kb)

 

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