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8. INSURANCE DAY 2017: Asset Management 2.0 aus der Sicht der FMA

Den Eröffnungsvortrag bestritt wie schon in den beiden Vorjahren Dr. Stanislava Saria, Abteilungsleiterin Querschnittthemen der Versicherungs- und Pensionskassenaufsicht bei der FMA und erklärte in der thematisch dichten Präsentation, worauf sich die Branche noch vorbereiten sollte.

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Dr. Stanislava Saria, Abteilungsleiterin Querschnittthemen der Versicherungs- und Pensionskassenaufsicht bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA zum Status Quo von Solvency II und laufenden bzw. vorbereiteten Prüf- und Analyseprozessen, auf die sich die Branche national und auf EU-Ebene vorbereiten sollte.
©Archiv

Dabei zog sie Bilanz über das abgelaufene Jahr und referierte zu angedachten Neuerungen und Reviews des Solvency II-Regime im Fokus ihres Vortrages. Jedenfalls setzt sich die Marktkonsolidierung in Österreich fort, und die Zahl der Versicherungsunternehmen reduzierte sich von 2011 bis Mitte 2017 um insgesamt 16 Prozent. Dabei war "der Konsoldierungsdruck nicht so dramatisch, wie in anderen Ländern", wie Dr. Saria erklärt, ging in Deutschland die Zahl der Lebensversicherer doch um 25 Prozent zurück. In Großbritannien kam es gar zu einer Halbierung. 

Hinweis in eigener Sache: Wer aller am INSURANCE DAY 2017 war, können Sie einer exklusiven Fotogalerie entnehmen:

Immer auf der Jagd

Dr. Saria wies darauf hin, dass sich trotz volatiler Finanzmärkte und niedriger Zinsen die Solvabilitätsquoten der österreichischen Versicherer auf einem relativ hohen und stabilen Niveau bewegten, jedoch seien diese miteinander kaum vergleichbar und - isoliert betrachtet  - nicht besonders aussagekräftig. Die individuelle Volatilität der Solvenzquoten bleibe systembedingt hoch. Noch immer dominiert die Rentenanlage mit mehr als 60 Prozent, Beteiligungen (etwa Osteuropa-Töchter) und Immobilien sind die zweitwichtigste Assetklasse. Die Jagd nach Rendite manifestiert sich in einer "Downward Drift" bei den Ratings zu Lasten von AAA- und zugusten von AA- und BBB-Qualitäten. "Hier hat es besonders starke Bewegungen gegeben", erklärt die FMA-Expertin.

Die Kernaktienquote liegt bei unter vier Prozent, in Europa ist es mit mehr als acht Prozent zwar mehr, doch sinkt dieser Anteil. Derivate zur Risikoreduktion und zur Verwaltungsvereinfachung erwiesen sich angesichts der positiven Marktentwicklung als Verlustbringer.

Rating-Alternativen gesucht

Des Weiteren ging Saria auf die Rating-Problematik ein. Hier erhebt sich die noch nicht entschiedene Frage nach Alternativen für die kostenintensiven externen Ratings. "Interne Ratings sind derzeit ja nur möglich, wenn sie zu einem erhöhten Kapitalbedarf führen", so Saria. In Konsultationsprozessen befinden sich auch ein denkbares Umgrade von nicht gerateten Schuldtiteln und nicht gelisteten Aktien, die Behandlung von Garantien lokaler und regionaler Körperschaften (RGLA), die Ausdehnung von "Look Through" auf sogenannte Investmentvehike und Änderungen bei der Kalibrierung von Infrastruktur (Aktieninvestments sollen mit 36 Prozent geschockt werden, für Debt soll es einen 25-prozentigen Abschlag gegenüber Corporates geben). Möglich sind auch Erleichterungen in Zuge der Kapitalmarktunion - Stichwort PEPP (Pan-European Pension Plan), EU-Rahmen für Kollisonsrecht und gedeckte Schuldverschreibungen. Überlegt werden auch Anreize für nachhaltige Investments bei der Kalibrierung.

Zudem wurden im LTG-Review 2017 eine Verlängerung des liquiden Teils der Zinskurve (Last Liquid Point; LLP) von 20 auf 30 Jahre, eine Beibehaltung des LLP bei Verlängerung des Konvergenzzeitraums von 60 auf 90 Jahre, die Beibehaltung des LLP bei Absenkung der UFR (Ultimate Foreward Rate) von 4,2 Porzent auf 3,2 Prozent und die Reduktion der Anpassung des symmetrischen Aktienrisikos auf null getestet. Jedenfalls wird die UFR auf 3,65 Prozent abgesenkt. 

Ein bunter Strauß 

Weitere Vorhaben auf der EU-Kommissions-Agenda sind etwa die Umsetzung der Verbriefungsverordnung mit der Bevorzugung von STS-Verbriefungen, die Behandlung von Private Equity und Private Debt, der SCR-Review, Änderungen der EIOPA-Zinskurve, PRIIPs, ISS; IORP II, PEPP et al sowie die Verbesserung der Aussagekraft und Vergleichbarkeit des SFCR. Themen für die FMA sind die Operationalisierung des Benchmarkings auf europäischer Ebene und die Pubikation der Schwerpunkt der Ausicht für 2018 im nächsten Monat. (kb)

 

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