Warum der I-AM Global Macro Convexity Fund "Spannungen" liebt
Der seit mehr als drei Jahren am Markt befindliche I-AM Global Macro Convexity Fund hat in den vergangenen Monaten aus Performancesicht mächtig Gas gegeben. „Institutional Money“ hat sich die Strategie respektive den Fonds näher angesehen.

„Der I-AM Global Macro Convexity Fund ist aus meiner Sicht in der aktuellen Marktphase extrem spannend, der bei Marktunsicherheit beziehungsweise größeren Bewegungen an den Finanzmärkten entsprechend profitieren sollte“, erklärt Daniel Feix, Managing Director von Impact Asset Management, gegenüber “Institutional Money”. Die im ersten Halbjahr 2022 an den Start gegangene Absolute-Return-Strategie wird laut Feix primär von Banken und Versicherungen eingesetzt, um das bestehende Portfolio gegen starke Marktschwankungen zu schützen.
Unsicherheit sorgt für gute Performance
Während der I-AM Global Macro Convexity Fund in den ersten Jahren seines Bestehens hinsichtlich der Rendite bestenfalls seitwärts lief, legte er in den ersten Monaten des Jahres 2025 bei der Performance plötzlich dynamisch zu und erzielte seit Jahresanfang laut Bloomberg-Daten eine Rendite von fast 12 Prozent (Datenabruf: vierte Novemberwoche). Der Lohn ist eine Platzierung im 92. Perzentil seiner Vergleichsgruppe auf YTD-Sicht und das 94. Perzentil auf Sicht von genau zwölf Monaten. Auf Drei-Jahressicht reicht es hingegen nur für das 30. Perzentil.
„Dieses Produkt hat sich heuer, vor allem auch im Frühjahr anlässlich des „Liberation Day“, sehr erfolgreich entwickelt“, erklärt Feix mit Verweis auf nachfolgenden Chart.
Ausbruch nach oben

Background
Der Investmentmanager Impact Asset Management entstand 2021 durch eine Umfirmierung der damaligen C-Quadrat Asset Management und wurde Ende 2024 mit ihren rund 30 Mitarbeitern und 4,5 Milliarden Euro an Assets von der österreichischen Erste Asset Management übernommen, agiert aber unter eigenem Namen weiter am Markt.
Der Strategie kommt die teamübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Global Macro Convexity Team von Impact Asset Management und der Investment Division der Erste Asset Management zu Gute.
Den Fonds verantwortet als Senior Fund Manager Thomas Wihan vom I-AM Global Macro Convexity Team. Wihan widmete fast zwei Jahrzehnte seiner Karriere den komplexen Derivaten. Bei einer der größten österreichischen Versicherungen war Wihan als Portfoliomanager für ein Absolute Return Portfolio von ca. einer Milliarde Euro verantwortlich.
Wihan zu Seite steht Senior Risk Manager Marco Milovanovic, der zuvor bei der Östereichischen Nationalbank schwerpunktmäßig für Marktrisiko- und Pricingmodelle zuständig war.
Breite Streuung, konvexe Ausrichtung
„Der I-AM Global Macro Convexity Fund investiert in ein breit diversifiziertes, weltweit gestreutes Portfolio in unterschiedlichen Assetklassen. In jedem Fall strebt der Fonds eine konvexe Ausrichtung an. Beschränktem Kapitaleinsatz, beispielsweise der gezahlten Optionsprämie, steht ein außerordentlich attraktives Gewinnpotential - vor allem bei großen Marktbewegungen – gegenüber“, umreißt Daniel Feix die allerwichtigsten Eckpunkte des Fonds.
Der I-AM Global Macro Convexity Fund verfolgt einen Absolute Return-Ansatz bei einer maximalen Zielvolatilität von zehn Prozent per anno, die bislang jedoch noch nicht erreicht wurde. Die Generierung von Erträgen soll im Idealfall unabhängig von der Marktlage durch ein ausgewogenes Portfolio (ausbalancierte „risk on“, risk off“ und markneutrale Positionierung) erfolgen.
Im Speziellen setzt Fondsmanager Wihan auf eine diskretionäre Makrostrategie mit einem starken Fokus auf der konvexen Positionierung über Anlageklassen, Regionen und Produkte hinweg. Der Derivate-Spezialist Wihan will dabei Marktanomalien und Dislokationen durch opportunistisches Handeln für den Fonds nutzen.
Das breite Anlage-Universum (Aktien, Währungen, Zinsen, Kredit sowie deren Volatilitäten und Korrelationen) gewährleistet ein Exposure vielen Risikofaktoren gegenüber und somit einen hohen Grad an Diversifikation. In der Regel beträgt die Anzahl der aktiv gemanagten Positionen etwa 50.
Tail-Risks profitabel nutzen
Um eine möglichst niedrige Korrelation mit traditionellen Anlageklassen zu erreichen, werden dem Portfolio Tail-Risikopositionen hinzugefügt. Ziel dieses Ansatzes ist es, die Verluste von "risk on"-Positionen im Falle von Marktturbulenzen zu absorbieren und die Konvexität der Produkte zu nutzen, um den absoluten Renditecharakter des Fonds zu erhalten.
Diese strukturelle Long-Volatilitäts-Positionierung sollte besonders in Zeiten von Marktstörungen gut funktionieren und wird quer über alle Anlageklassen angewendet.
Die nichtlinearen aber auch linearen Auszahlungsprofile werden über passende und teilweise maßgeschneiderte Derivate abgebildet, wobei sowohl börsengehandelte als auch OTC-Instrumente zum Einsatz kommen.
Erwähnenswert ist, dass die Positionierung durch den Kauf von Optionen verhindert, dass der Fonds bei Marktstörungen zu einer Auflösung von Positionen gezwungen wird. Im Gegensatz dazu ermöglichen diese Szenarien es dem Fonds in der Regel, Gewinne aus seinen konvexen Positionen zu realisieren.
Carry-Strategien
Der Zeitwertverlust der eingesetzten Optionen kann in ruhigen oder richtungslosen Marktphasen durch Investment in Produkte, die im Zeitablauf gewinnen (z.B. FX Carry), kompensiert werden.
Kostengünstige Absicherung für Investoren
„Durch das aktive Eingehen von Long Volatility-Positionen bietet der Fonds im Asset Allocation-Kontext eine portfoliostabilisierende Wirkung und kann dadurch diverse Hedging Programme kostengünstig ersetzen“, nennt Feix ein für institutionelle Investoren wichtiges Kriterium.
Der Fonds in der Rechtsform eines FCP verfügt über tägliche Liquidität und hat mittlerweile ein Volumen von rund 90 Millionen Euro. Die Verwaltungsgebühren bei den institutionellen Tranchen belaufen sich auf bis zu 1,25 Prozent. Hinzu kommt eine Performancegebühr in Höhe von 10 Prozent. Die High Watermark basiert auf dem Euribor plus 100 Basispunkte. (aa)