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Venture Capital-Fonds der Volks- und Raiffeisenbanken will 20% Rendite

Der Wagniskapitalfonds deutscher Volks- und Raiffeisenbanken, VR Ventures, verschiebt angesichts der Corona-Pandemie die Frist für das Anwerben weiterer Investorengelder, hält aber an seinem Renditeversprechen von bis zu 20 Prozent pro Jahr fest und sieht Chancen in der Krise.

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© Brown / stock.adobe.com

Die Corona-Krise könnte dem Wagniskapitalfonds deutscher Volks- und Raiffeisenbanken auf längere Sicht in die Hände spielen. Zwar werden die Fristen für das Einwerben von Investorengelder verlängert, dafür sorgt die Krise für günstigere Einstiegskurse. „Bis Mitte kommenden Jahres wollen wir nun für den Fonds ein Volumen zwischen 75 und 100 Millionen Euro erreichen”, sagte Andreas Laule, Geschäftsführer von VR Ventures, in einem Interview mit Bloomberg. Ursprünglich sollte diese Schwelle sechs Monate früher übersprungen werden. Bislang hat der Fonds 40 Millionen Euro eingesammelt, die von neun Genossenschaftsbanken und einem Versicherer kamen.

Viele Institute waren in den vergangenen Wochen vor allem damit beschäftigt, die Folgen der Pandemie abzufedern. Gespräche mit potenziellen weiteren Investoren hat es Laule zufolge während der Krise nicht gegeben. Jedoch hat sich der Fonds einige Startups angesehen, an denen sich eine Beteiligung lohnen könnte. Im Visier stehen unter anderem Technologiefirmen aus den Bereichen Finanzen und Immobilien, also Fintechs und Proptechs.

Geldregen trotz hoher Bewertungen
„Wir hoffen, dass die Coronakrise dabei hilft, die Bewertungen einiger Startups wieder auf realistischeres Niveau zu bringen. Davon würden wir als Investor natürlich profitieren”, sagt Laule. Laut Ernst & Young hatten deutsche Jungunternehmen im vergangenen Jahr mit 6,2 Milliarden Euro so viel frisches Geld eingesammelt wie nie zuvor, wobei teilweise hohe Bewertungen zu sehen gewesen seien.

Zu den genossenschaftlichen Instituten, die bislang bei VR Ventures an Bord sind, gehört neben der federführenden Berliner Volksbank auch die Volksbank Kassel Göttingen. “Von der Beteiligung erwarten wir einerseits einen langfristigen Wertzuwachs des investierten Kapitals”, sagte deren Vorstand Hans-Christian Reuß gegenüber Bloomberg. Zum andern sei sein Haus an den Lösungen von Fintechs interessiert und verspreche sich Wettbewerbsvorteile.

Die BaFin hatte in ihrem Jahresbericht 2019 davor gewarnt, dass sich die Rentabilität der Genossenschaftsbanken bis 2023 halbieren könnte, sollten die negativen Zinsen weiter sinken. Die Institute würden versuchen, durch den Aufbau neuer Geschäftsfelder mehr Erträge zu erwirtschaften, was allerdings neue Risiken mit sich bringe. “Diese Veränderungen begleitet die BaFin eng.”

Weitere Beteiligung in Arbeit
VR Ventures strebt Laule zufolge eine möglichst breite Streuung der Investments an, statt alles auf eine Karte zu setzen, um die Risiken zu reduzieren. Angestrebt werde, lediglich ein bis zwei Millionen Euro pro Startup zu investieren.

Bislang hat sich VR Ventures an einem Unternehmen beteiligt. Dabei handelt es sich um Penta, einen Berliner Betreiber digitaler Geschäftskonten und damit einen Konkurrenten des zur Deutschen Bank gehörenden Anbieters Fyrst. “An einem zweiten möglichen Investment arbeiten wir gerade”, sagte Laule.

Was die Zusammensetzung der Investoren von VR Ventures anbelangt, zeigt er sich offen. Sie müssten nicht alle aus der genossenschaftlichen Finanzgruppe kommen - “aber natürlich wird es hier immer einen Schwerpunkt geben”. Der Fonds habe eine Laufzeit von zehn Jahren mit der Option, ihn um zwei weitere Jahre zu verlängern. (aa)

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