UBS: KI treibt Investitionen in IT-Sicherheit
Mit ihrer Security-Strategie setzt UBS Asset Management auf Unternehmen, die im Bereich Sicherheit und Schutz tätig sind. Mehrere Megatrends treiben das Wachstum in unterschiedlichen Bereichen, erklärt Portfoliomanager Patrick Kolb im Interview mit "Institutional Money".

Eckpunkte:
- Bevölkerungswachstum, Digitalisierung und Regulierung treiben Sicherheitsnachfrage
- Budgets steigen weitgehend unabhängig von Konjunktur
- Künstliche Intelligenz schafft neue Bedrohungen
Mit dem Wachstum der Weltbevölkerung, der Digitalisierung und der zunehmenden Regulierung wächst die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen aus den Bereichen Sicherheit und Schutz, sagte Dr. Patrick Kolb, Senior Portfoliomanager bei UBS Asset Management, bei einem Interview in Frankfurt.
Im Rahmen ihrer Security-Strategie setzt der Schweizer Vermögensverwalter auf Unternehmen, die in den Bereichen Crime Prevention, IT-Sicherheit, Transportsicherheit, Gesundheitsprävention und Umweltsicherheit tätig sind. "Gemäß unserer Beobachtung sind in der Vergangenheit die Umsätze im Bereich Sicherheit und Schutz immer etwas angestiegen, außer in der Finanzkrise 2008/2009", erklärt Kolb. Die Gesamteinnahmen aus dem Anlagespektrum Sicherheit wachsen nach UBS-Angaben mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von rund 7,6 Prozent.

Quelle: UBS, Bloomberg
Prüfung, Inspektion und Zertifizierung wächst
Ein weiteres Indiz für die zunehmende Bedeutung von Sicherheit und Schutz ist das Wachstum des Marktes für Prüfung, Inspektion und Zertifizierung (TIC), der weltweit von knapp 161 Milliarden Dollar im Jahr 2020 bis 2031 auf 331 Milliarden Dollar wachsen soll.

Quelle: UBS, KBV Research
Zunehmende Investitionen der Unternehmen
Künstliche Intelligenz trägt Kolb zufolge dazu bei. Softwareaktien waren zuletzt unter Druck, weil Marktteilnehmer glauben, dass KI den Softwaresektor disruptieren wird. "Bei Sicherheitstechnologie sehen wir das anders", erklärt der Portfoliomanager. "KI sehen wir als Treiber für das Thema Sicherheit, da neue, heute noch unbekannte Risiken entstehen können."
Kolb zufolge sparen die meisten Unternehmen nicht, wenn es darum geht, ihre IT-Sicherheit auf dem neuesten Stand zu halten, da die Kosten eines Hackerangriffs die zusätzlichen IT-Kosten bei Weitem übersteigen können. Er zitiert den "Cost of a Data Breach Report 2025" von IBM, demzufolge sich der Schaden aus einem solchen Vorfall einschließlich indirekten Auswirkungen wie Produktionsausfällen und Reputationsschäden im Durchschnitt auf 4,4 Millionen Dollar beläuft. "Bisher ist viel Kapital in Rechenzentren und Chips geflossen", erklärt er. "Jetzt erkennen die Unternehmen langsam, dass sie im Bereich IT-Sicherheit nachbessern müssen."
Kolb investiert ausschließlich in Unternehmen, die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes mit den Themen Sicherheit und Schutz erzielen. "Also keine Nvidia, Siemens oder Microsoft", erklärt er. "Viele unserer Portfoliofirmen sind wenig bekannte Mid Caps."
Mid Caps bevorzugt
Als Beispiel aus dem Bereich IT-Sicherheit nennt er das amerikanische Cybersecurity-Unternehmen Crowdstrike. Einen ganz anderen Bezug zum Thema hat die britische Halma, die als Holdinggesellschaft für Firmen aus unterschiedlichen Sicherheits-Bereichen fungiert. "Das Unternehmen profitiert von der immer schärferen Umwelt-Regulierung, wie zum Beispiel Wassersprinkleranlagen im Bereich Feuerschutz", so Kolb.
Nach Kolbs Angaben hat UBS Asset Management mit seiner Security-Strategie seit Auflage 2006 eine Bruttorendite von durchschnittlich rund 10,5 Prozent pro Jahr erzielt. Institutionellen Investoren bietet das Unternehmen institutionelle Anteilsklassen an seinem Security Equity Fund sowie spezielle Mandate.
"Wir beobachten ein wachsendes Interesse an unserer Security-Strategie", sagt Kolb. Als Grund dafür nennt er, neben der geopolitischen Lage, die Tatsache, dass Kunden selber zunehmend mit Sicherheitsaspekten konfrontiert sind. Auch die immer schärferen Anforderungen der Manager-Haftpflichtversicherungen tragen dazu bei: "Ein Faktor ist auch, dass die Fragebögen von D&O-Versicherungen zur IT-Sicherheit immer umfangreicher werden", erklärt Kolb. (dv)

