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Spezialfonds bleibt beliebtestes Produkt für indirekte Kapitalanlage

Laut einer umfangreichen Marktanalyse des Beratungsunternehmens Kommalpha lässt die Covid-19-Pandemie den Spezialfondsmarkt kurzfristig kräftig stottern. Und führt zu einer historisch seltsamen Koinzidenz von frischem Geld und Nettomittelabflüssen.

Clemens Schuerhoff
"Die Koinzidenz von frischem Geld und Nettomittelabflüssen in einem einzelnen Monat ist bisher einmalig."
© Kommalpha

Versicherungen und Pensionseinrichtungen sind die größten Anlegergruppen des institutionellen Asset Managements in Deutschland. Die Summe der Finanzaktiva beträgt rund 3.122 Milliarden Euro. Ende 2005 lag dieser Wert bei rund 1.634 Milliarden Euro und konnte somit einen Anstieg um 1.488 Milliarden Euro in den letzten 15 Jahren verzeichnen. Investmentfonds sind mit fast 39 Prozent und einem Volumen von 1.213 Milliarden Euro die mit Abstand favorisierte Anlageform der Finanzanlagen der beiden Betrachtungsgruppen, gefolgt von Schuldverschreibungen mit 16,8 Prozent.

Direkt gehaltene Aktien, Einlagen und Kredite schließen sich mit relativ gleichen Anteilen um die 12 bis 13 Prozent an den gesamten Finanzaktiva an. Pensionseinrichtungen sind das in Relation am stärksten wachsende Segment im Bereich Fondsanlagen. Sie halten über 62 Prozent ihrer Finanzaktiva über Investmentfonds. Ihre Fondsbestände steigerten sich in der Betrachtungsperiode um 398,6 Prozent. In absoluten Beträgen bedeutet dies eine Zunahme um 337 Milliarden von 84 Milliarden Euro Ende 2005 auf 421 Milliarden Euro per Ende Dezember 2019.

Entwicklung bei Altersvorsorgeeinrichtungen dynamischer
Laut einer umfassenden Marktanalyse des Beratungsunternehmen Kommalpha bleibt der deutsche offene Spezial-AIF für Versicherungen und Pensionseinrichtungen das mit Abstand beliebteste Produkt für die indirekte Kapitalanlage. Sie sind auch die mit Abstand dominierenden Kundengruppen im Spezialfondsgeschäft und vereinen einen Marktanteil von knapp 60 Prozent auf sich. Das Volumenwachstum und Nettomittelaufkommen ist bei beiden Betrachtungsgruppen seit 15 Jahren beträchtlich, wobei sich die Entwicklung bei Altersvorsorgeeinrichtungen dynamischer darstellt.

Der Corona-Virus hat allerdings mittlerweile auch den Spezialfondsmarkt infiziert und es zeigt sich ein historisches Bild. Im April 2020 sind 4,5 Milliarden Euro netto aus Spezialfonds abgezogen worden, obwohl 24,1 Milliarden Euro an frischem Geld dotiert wurden. "Die Koinzidenz von frischem Geld und Nettomittelabflüssen in der vorbezeichneten Höhe ist in einem einzelnen Monat bisher einmalig und stellt eine dramatische Dynamik im Anteilscheingeschäft von Spezialfonds dar", kommentiert Clemens Schuerhoff, Vorstand von Kommalpha und Autor der Analyse, die Situation. Hauptverantwortlich dafür waren Versicherungen. Im Mai 2020 hat sich das Geschehen aber schon wieder etwas beruhigt.

Kostenloser Download der gesamten Marktanalyse
Die 100-seitige Marktanalyse über die Kapitalanlagen von Versicherungen und Pensionseinrichtungen stellt die langfristige Entwicklung der wesentlichen Positionen der Finanzaktiva von Versicherungen und Pensionseinrichtungen dar. Dafür wurden insgesamt über eine Million Datenpunkte berücksichtigt, um daraus einen detaillierten Einblick in die Finanzaktiva mit besonderem Blick auf Kapitalanlagen in Spezialfonds zu erarbeiten.

Weiterhin wird ausführlich die Entwicklung des Spezialfondsgeschäftes dieser beiden Investorensegmente eingegangen sowie Thesen zu Risiken und Trends der Kapitalanlagen diskutiert. Das Ergebnisdokument kann kostenfrei über diesen Link heruntergeladen werden. Kommalpha weist noch darauf hin, dass die Analyse von Universal Investment, Société Générale, Helaba Invest und Caceis ermöglicht und begleitet wurde. (hh)

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