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Spezialfonds auf Schnäppchenjagd will neun Prozent Rendite

Der neue Spezial-AIF Biopower Fonds 1 baut aus bestehenden Biogasanlagen ein Portfolio auf, dass Investoren rund neun Prozent Rendite bringen soll. Dafür soll Asset Manager Weltec Biopower sorgen, der für den professionellen Anlagenbetrieb verantwortlich sind.

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Jens Albartus, Geschäftsführer von Weltec: "Schon eine falsche Rezeptur für die Befüllung kann eine Biogasanlage für einige Monate außer Betrieb setzen. Für die Wirtschaftlichkeit der Anlagen ist daher eine professionelle Betriebsführung die Voraussetzung.“
© Weltec

Wer im Bereich Erneuerbare Energien hohe Renditen erzielen will, muss eigene Wege abseits ausgetretener Pfade beschreiten. Ein Beispiel dafür ist der neue, von der Agathon Kapitalverwaltung GmbH & Co. KG gestartete Biopower Fonds 1. Der geschlossene Spezial-AIF richtet sich an semiprofessionelle und professionelle Anleger im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB). Die Mindestanlagesumme liegt bei 200.000 Euro.

Das Asset Management für den Fonds übernimmt die Weltec Biopower Grupp. Die Unternehmensgruppe aus dem niedersächsischen Vechta zählt laut eigenen Angaben zu den weltweit führenden Unternehmen im Bau von Biogasanlagen aus Edelstahl. „Mit Weltec haben wir einen Assetmanager gewinnen können, der seine besondere Expertise in die Auswahl geeigneter Biogasanlagen einbringt und gleichzeitig auch das Know-how für die Sanierung, Optimierung und den professionellen Betrieb der Anlagen mitbringt“, erklärt Guido Komatsu, geschäftsführender Gesellschafter der Agathon.

Biomasse hat große Bedeutung
„Biomasse ist bisher der wichtigste und vielseitigste erneuerbare Energieträger in Deutschland“, schreibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Genutzt für die Herstellung von Biokraftstoffen und die Wärmeerzeugung, hat sich der Energieträger Biomasse auch bei der Stromerzeugung zu einer wichtigen Säule der Energiewende entwickelt (siehe Grafik).

Dazu trägt insbesondere das aus Biomasse gewonnene Biogas bei, das gut speicherbar ist und dadurch die schwankende Stromerzeugung aus Wind und Sonne ausgleichen kann.

Bereinigung am Markt für Biomasse
Dennoch hat in den letzten Jahren eine deutliche Bereinigung des Biogasanlagenmarkts in Deutschland stattgefunden, begleitet durch diverse Insolvenzen. Neben der 2014 erfolgten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) haben vor allem die mangelnde Betriebsführung und fehlerhaftes Substratmanagement zur Schieflage zahlreicher Betreiber von Biogasanlagen geführt. „Viele Anlagen sind von Beginn an verfahrenstechnisch falsch ausgelegt worden. Diese hatten kaum Chancen, wirtschaftlich zu arbeiten. Schon eine falsche Rezeptur für die Befüllung kann eine Biogasanlage für einige Monate außer Betrieb setzen. Für die Wirtschaftlichkeit der Anlagen ist daher eine professionelle Betriebsführung die Voraussetzung“, erläutert Jens Albartus, Geschäftsführer von Weltec.

Schnäppchenjagd ist eröffnet
„Derzeit geben viele Banken finanzierte Biogasanlagen aus notleidenden Krediten in die Verwertung und wir können diese teilweise zu einem Preis erwerben, der weit unter dem tatsächlichen Wert liegt“, so Komatsu. Mit der Übernahme bestehender Anlagen kommt der Fonds auch in den Genuss der jeweiligen EEG-Restförderdauer. Dabei kommen gerade bei älteren Anlagen die höheren Einspeisevergütungen und Bonuszahlungen aus der Anfangsphase des EEG zum Tragen. Diese wurden ab 2014 bis hin zum heutigen Ausschreibungsverfahren kontinuierlich gesenkt. Zum Anlagekonzept des Fonds gehört zudem, dass ein Teil der zu erwerbenden Anlagen für die Produktion von Biomethan ausgerüstet ist beziehungsweise umgerüstet werden soll. „Die Produktion von Biomethan erschließt uns eine weitere Einnahmequelle, sodass wir unabhängiger von der Höhe der jeweiligen Einspeisevergütung sind. Dies dient der Diversifikation innerhalb des Fonds“, erläutert Guido Komatsu.

Professioneller Betrieb schafft die Basis für Wirtschaftlichkeit
Als Assetmanager verantwortet Weltec zum einen die Auswahl und den Ankauf geeigneter Biogasanlagen. Darüber hinaus saniert, modernisiert, optimiert oder baut das Unternehmen die für das Portfolio eingekauften Anlagen bei Bedarf um, so dass die Wirtschaftlichkeit langfristig gewährleistet ist. Nicht zuletzt übernimmt der Biogasexperte die professionelle Betriebsführung nach den eigenen hohen Qualitätsstandards. WELTEC ist zudem mit 1,5 Millionen Euro am Fonds beteiligt.

Neun Prozent Rendite trotz Verzichts auf Leverage im Fonds
Insgesamt liegt das geplante Kommanditkapital für den Fonds bei 80 bis 100 Millionen Euro. Das Agio beträgt drei Prozent. Auf der Ebene des AIF ist eine Finanzierung über Fremdkapital nicht vorgesehen.

Knapp 96 Prozent des Kommanditkapitals (exklusive Agio) fließen in den Kauf der Biogasanlagen. Regelmäßige jährliche Ausschüttungen sind laut Prognoserechnung ab dem Jahr 2020 geplant – beginnend bei 5,4 Prozent im ersten Jahr sollen sie in den Folgejahren auf rund elf Prozent jährlich ansteigen. Der prognostizierte Gesamtrückfluss einschließlich Verkaufspreis ist auf 229 Prozent beziffert, die Rendite nach IRR-Methode (Internal Rate of Return) auf neun Prozent jährlich. Die neun Prozent beziehen sich laut Gesellschaft auf eine Beteiligung exkl. Ausgabeaufschlag, 15 Jahre Laufzeit, vor Steuern, Fremdkapitalanteil von 20 Prozent auf Ebene der Objektgesellschaften, Gesamtmittelrückfluss inkl. Anteil am Veräußerungserlös (entspricht dem Ankaufspreis) bei Verkauf der Biogasanlagen bzw. Objektgesellschaften.

Der Biopower Fonds 1 im Überblick:

 

 

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