Quant-Crash lässt Fondsanleger bluten
Die jüngsten Verluste bei Chipaktien und anderen KI-nahen Aktien sorgten vor allem bei jenen quantitativ gemanagten Fonds für Verluste, die im Small Cap-Universum auf Momentum und Growth gesetzt haben.

Eckpunkte:
- Quant-Crash in China lässt Fonds des DeepSeek-Gründers um die 20 Prozent einbrechen
- Aber auch andere Quant-Häuser erlitten Verluste
- Grund war der Sell-Off bei Chip- und anderen KI-bezogenen Aktien
Wie gewonnen, so zerronnen...
Chinas quantitative Hedgefonds haben im Juli hohe Verluste erlitten. Auslöser war ein Einbruch bei Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz. Einige Fonds rutschten dadurch seit Jahresbeginn ins Minus, während andere kaum besser abschnitten als die als Vergleichsmaßstab dienenden Aktienindizes. Das ist einem Bloomberg-Bericht zu entnehmen.
Long-only-Quant-Fonds in China verloren im vergangenen Monat durchschnittlich 17 Prozent. Nur vier Prozent der mehr als 1.300 von Shanghai Suntime Information Technology erfassten Produkte erzielten einen Gewinn, wie die Beratungsfirma mitteilte. Damit wurden wohl einige jener Investoren, die in den Wochen und Monaten vor dieser starken Korrektur Neugelder investierten, am falsche Fuß erwischt. Siehe den von "Institutional Money" veröffentlichten Bericht von Juli: "KI schlägt Mensch: Quantfonds erfreuen sich milliardenschwerer Inflows"
Herbe Verluste bei Fonds von Liang Wenfeng
Die neun Produkte des Hedgefonds von DeepSeek-Gründer Liang Wenfeng, die von dem Datenunternehmen erfasst werden, verloren im vergangenen Monat mehr als 20 Prozent. Mit einer Ausnahme lagen alle seit Jahresbeginn im Minus. Der verbleibende Fonds verzeichnete für das Jahr lediglich ein Plus von 0,04 Prozent.
Ausverkauf querbeet
Die Zahlen zeigen Bloomberg zufolge, wie stark chinesische Quant-Fonds vom Einbruch globaler KI-Aktien im vergangenen Monat getroffen wurden. Der Ausverkauf bescherte Hedgefonds weltweit Verluste und brachte das US-Unternehmen Situational Awareness an den Rand des Zusammenbruchs. Der breite chinesische CSI-1000-Index brach um fast 20 Prozent ein.
Mit den Kursanstiegen KI-bezogener Aktien in der ersten Jahreshälfte hatten Quant-Fonds ihr Engagement in solchen Titeln erhöht. In ihren Computermodellen gewannen die Faktoren “Momentum” und “Stil” an Gewicht. Als Technologieaktien im Juli von Südkorea bis in die USA einbrachen, zog der Ausverkauf auch chinesische Aktien nach unten. Die bisherigen Renditetreiber der Quant-Fonds wurden dadurch zu Verlustquellen. Die starke Konzentration auf Nebenwerte verschärfte die Rückgänge.
Auch andere Quanthäuser erlitten Verluste
Neben Zhejiang High-Flyer Asset Management, das von DeepSeek-Gründer Liang gegründet wurde, konnten auch andere führende Quant-Fonds mit jeweils mehr als 80 Milliarden Yuan verwaltetem Vermögen dem Einbruch nicht unbeschadet entkommen. Neun von 14 Produkten der Shanghai Minghong Investment Co. rutschten ins Minus. Dasselbe geschah laut von Suntime zusammengestellten Daten mit mindestens einem Produkt von Ubiquant und einem von Yanfu Investments.
Die 13 Produkte von Shanghai Wenbo Investment Management Co. verloren im Monatsdurchschnitt 21,5 Prozent. Das Produkt mit der schlechtesten Entwicklung brach um 42,7 Prozent ein und verwandelte den diesjährigen Gewinn in einen Verlust von fast 30 Prozent, wie die Daten zeigten. (aa)
Chinas Nebenwerte standen zuletzt unter Druck und sorgten bei Quant-Fonds für Verluste




