Pictet-Fonds bewies bei Aktienauswahl zuletzt ein gutes Händchen
Ein milliardenschwerer Multi-Asset-Fonds von Pictet Asset Management verfolgt bei der Identifikation von Chancen einen "Full-Stack"-Ansatz. Dazu gehört auch die Beobachtung sich verändernder Engpässe in den Lieferketten. Bislang hat sich das ausgezahlt, wie die jüngste Outperformance zeigt.

Eckpunkte:
- Der Pictet Strategic Income Fund hat Mut und ein gutes Händchen bewiesen
- Kurz nach einem Zwischentief wurde die Aktienquote auf 65 Prozent fast verdoppelt
- Der Lohn dafür: Outperformance
Ein 3,5 Milliarden Dollar (ca. 3,0 Milliarden Euro) schwerer Multi-Asset-Fonds von Pictet Asset Management hat seine Aktienquote deutlich erhöht und bis zu 30 Prozent seiner cashähnlichen Bestände in KI-Schwergewichte in Asien und den USA umgeschichtet. Darüber informiert Bloomberg News.
Der in Hongkong verwaltete Pictet Strategic Income Fund hat seine Aktienallokation innerhalb weniger Wochen nach den Waffenstillstandsgesprächen zwischen den USA und dem Iran Anfang April nahezu verdoppelt und auf etwa 65 Prozent gesteigert.
Ziel sind unterbewertete sowie infrastrukturbasierte Unternehmen mit Bezug zur Künstlichen Intelligenz. Diese Positionierung hat dazu beigetragen, dass der Fonds im vergangenen Monat fast 90 Prozent seiner Vergleichsgruppe übertroffen hat und auf Jahressicht eine Rendite von rund 43 Prozent erzielt.
"...ein sehr starker, anhaltender Zyklus für KI"
“Ich denke, dass dies weiterhin ein sehr starker, anhaltender Zyklus für KI ist, von dem die asiatische Lieferkette profitieren wird”, sagte Co-Managerin Lorraine Kuo vergangene Woche im Bloomberg-Interview. “Wir mögen weiterhin diese führenden US-Technologiewerte – insbesondere jene, die alles abdecken, von Modellen über Chips bis hin zu Vertriebskanälen.”
Zu den wichtigsten Positionen zählen der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix, dessen Aktie im Jahr 2026 bislang um 194 Prozent gestiegen ist, sowie Samsung Electronics mit einem Plus von mehr als 138 Prozent. Beide Unternehmen stehen für nahezu zwei Drittel der Gewinne in Seouls Aktienbarometer Kospi.
Laut Pflichtmitteilungen hält der Fonds auch Anteile an der Google-Mutter Alphabet, Apple und Nvidia, merkt Bloomberg an.
Bislang dominierte der Optimismus
Der Pictet-Schwenk in Richtung Risikoappetit spiegelt einen breiteren Stimmungswandel am Markt wider. Die Erwartungen einer Lösung der Krise im Nahen Osten ermutigt Investoren, defensive Positionen abzubauen. Gleichzeitig lenkt ein stärkeres KI-Szenario – auch vor dem Hintergrund von Lieferkettenunternehmen, die auf Engpässe hinweisen – Kapital zurück in infrastrukturbasierte Aktien.
Andy Wong, Leiter Multi-Asset bei Pictet Hongkong und leitender Manager des Fonds, erklärte, man verfolge bei der Identifikation von Chancen einen “Full-Stack”-Ansatz. Dazu gehört auch die Beobachtung sich verändernder Engpässe in den Lieferketten.
“Während Rechenleistung wichtig ist, entstehen Chancen auf der Ebene von Betriebssystemen und Anwendungen”, fügte Wong hinzu und verwies auf das schnelle Wachstum der annualisierten Einnahmen des Claude-Entwicklers Anthropic. (aa)
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