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Natixis wird Probleme mit H2O-Fonds nicht los: Morningstar stuft ab

Die Fondsratinggesellschaft Morningstar hat die Bewertung des H2O Allegro auf "Negativ" herabgesetzt. Als Grund gibt Analyst Matias Möttölä an, dass sich zuletzt die Hinweise auf eine "schlechte Verwaltung" und "zügelloses Eingehen von Risiken" verdichtet hätten.

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Associate Director Matias Möttölä vom Morningstar Manager Research in Finnland, Er war bereits Vorsitzender der CFA Society in Finnland.
© Morningstar

Das H2O-Dickschiff Allegro - heute nur mehr zirka 730 Millionen Euro schwer, in besseren Zeit war es noch das Dreifache -  hat im Zuge des Corona-Kursverfalls herbe Einbußen erlitten. Year-to-date liegt die Performance bei minus 55,83 Prozent in der institutionellen Euro-Tranche. Das treibt den institutionellen Investoren naturgemäß den Angstschweiß auf die Stirn. Nun überprüfte das Analysehaus Morningstar den Fond und kommt zu einem klaren Urteil.

Schief gelaufene Makro-Wetten nicht vom Risikomanagement eingefangen
"Kühne makroökonomische Wetten" des Fondsmanagements hätten zu den schweren Verlusten geführt, so Möttölä. Diese Einbußen seien nicht durch die Risiko-Management-Prozesse eingegrenzt worden. Morningstar hatte daraufhin die Bewertung des Fonds zur Überprüfung ausgesetzt. H2O-Chef Bruno Crastes entschuldigte sich persönlich bei den Investoren für die heftigen Verluste.

Risikofreudige Fondsmanager
Bei H2O liege zu viel Autorität beim Portfoliomanagement um die beiden Gründer Crastes und Vincent Chailley, begründet der Morningstar-Analyst nun die Herabstufung. Die Risiko-Management-Abteilung könne beispielsweise die Manager nicht zwingen, Investments zurückzufahren, wenn Risikogrenzen wegen Marktbewegungen und nicht wegen aktiver Entscheidungen überschritten wurden. Auch der Mehrheitseigner von H2O, der französische Fondsanbieter Natixis Investment Managers, ringe damit, den "risikofreudigen Fondsmanagern ein echtes Gegengewicht" entgegenzusetzen, meint Möttölä.

H2O war bereits im Sommer 2019 in den Fokus geraten
Durch einen Artikel in einem Blog der "Financial Times" war öffentlich geworden, dass mehrere Portfolios der Boutique in illiquide Anleihen engagiert waren, die dem Umfeld des schillernden Unternehmers Lars Windhorst zuzurechnen sind. Daraufhin zogen Investoren in Summe zeitweise rund acht Milliarden Euro aus den H2O-Fonds ab. Morningstar hatte damals das Rating auf "neutral" gesenkt. In der Vergangenheit hatten die erfahrenen Topmanager Crastes und Chailley mit ihren Strategien hohe Gewinne eingefahren. Im Langfristvergleich zehrt man davon noch heute. Betrachtet man die Fünf-Jahres-Performance, so liegt man hier mit 3,14 Prozent pro Jahr im obersten Dezil der Bloomberg-Vergleichsgruppe. (ert/kb)

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