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Nachhaltigkeitsfonds: Sechs Vorurteile im Check

Die DWS muss sich gegen den Verdacht des Greenwashings wehren, Greenpeace wirft Schweizer Banken Irreführung vor: Das massive Trommeln der Geldanlagebranche für ESG-Investments stößt erstmals auf breiter Front auf Kritik. Wir prüfen, was an typischen Vorhaltungen dran ist.

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Nachhaltige Fonds sind teurer als herkömmliche!
Stimmt nicht. Zahlen des europäischen Branchenverbands EFAMA zufolge lagen die laufenden Gebühren von UCITS-Aktienfonds, die als nachhaltig vermarktet werden, im Jahr 2020 volumengewichtet im Schnitt bei 1,0 Prozent. Damit waren sie im Mittel sogar 0,2 Prozentpunkte günstiger als herkömmliche Sondervermögen.

Bei Rentenfonds ist der Abstand noch größer: Die ESG-Portfolios verlangten im vergangenen Jahr durchschnittlich 0,5 Prozent, die klassischen 0,8 Prozent.

Der Grund dafür: Im Trend der letzten Jahre sind die Verwaltungsgebühren branchenweit gesunken. Und weil ESG-Fonds im Schnitt deutlich jünger sind, fällt ihre Kostenbelastung niedriger aus. Der Gebührenvorteil hat also nichts damit zu tun, dass die Fonds nachhaltig gemanagt werden, sondern liegt schlicht an ihrem Auflagedatum.
© hjschneider / stock.adobe.com

Lange Zeit ging es für das Segment der nachhaltigen Geldanlagen nur nach oben: Enorme Mittelzuflüsse, Hunderte Fondsauflagen, ein wohlwollendes Echo in der Presse. Zwar war der Boom immer schon begleitet von kritischen Stimmen: Sind die Portfolios tatsächlich so grün, wie die Asset Manager gerne behaupten? Lässt sich mit Öko- oder Ethikfonds de facto die Welt retten? Und ist es wirklich glaubwürdig, wenn ein Investmenthaus behauptet, Nachhaltigkeit sei schon immer "Teil unserer DNA" gewesen? Aber solche Einwände vermochten es nicht, das Segment zu bremsen. Quartal für Quartal konnte die Branche neue Rekorde vermelden.

Doch nun ist ein Punkt erreicht, an dem die Stimmung zu kippen droht. Die DWS muss sich mit Vorwürfen ihrer früheren ESG-Chefin auseinandersetzen, das Unternehmen habe sich deutlich nachhaltiger präsentiert, als es tatsächlich war. Der Anbieter wehrt sich vehement gegen die Anschuldigungen, konnte es aber nicht verhindern, dass weitere kritische Berichte erschienen, in denen dem Fondsanbieter Greenwashing vorgeworfen wird. Fast zur gleichen Zeit stieß eine Untersuchung von Greenpeace auf ein großes Medienecho, in der die Umweltschutzorganisation mehreren Schweizer Banken Irreführung bei der Beratung zu nachhaltigen Anlageprodukten unterstellt. Und schließlich legte der Londoner Thinktank Influencemap mit einer Studie nach, die sich äußert kritisch mit "Klimafonds" auseinandersetzt.

Plötzlich, so scheint es, werden Thesen wieder populärer, die den Sinn der nachhaltigen Geldanlage insgesamt anzweifeln. In der Bilderstrecke oben hat die Redaktion versucht, sachlich auf den Punkt zu bringen, was hinter einigen gängigen Vorurteilen gegen ESG-Fonds steckt – klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke oben(bm)

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