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Marc Renaud, Mandarine Gestion: Value ist die gefährlichste Strategie

Der Mandarine-Gestion Mastermind Marc Renaud hielt vor Investoren in Wien einen Vortrag über die weiteren Aussichten von Substanzaktien und erklärte seine Herangehensweise bei der Auswahl unterbewerteter, europäischer Aktien.

Marc Renaud, Mandarine Gestion
Mandarine Gestions Marc Renaud hielt einen Vortrag vor Investoren, in dem er auf die Aussichten von Value-Aktien einging. Die besten Grafiken des Vortrages finden Sie nachfolgend.
 
© Marlene Fröhlich

„Wenn man als Investor günstig kauft, wird man an den Märkten Geld verdienen“, erklärte Marc Renaud, Mandarine Gestion-Gründungspartner und Fondsmanager des Mandarine Valeur, anlässlich einer Präsentation vor professionellen Marktteilnehmern in Wien. Er und sein Co-Manager Yohan Salleron sind der Überzeugung, dass eine Mean-Reversion-Strategie, also eine Wette auf die Rückkehr einer Notierung respektive Bewertung zum historischen Mittelwert, auf Basis von Value-Überlegungen langfristig zu überdurchschnittlich hohen Renditen führt.

Anlageuniversum des Fonds Mandarine Valeur sind europäische Aktien mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Euro, aus denen Renaud und Salleron auf Basis eines Strong-Conviction-Bottum-Up-Ansatzes die 35-45 Aussichtsreichsten wählen. Dabei achten sie darauf, nicht einfach nur „billige“ Aktien zu wählen, sondern erst dann zu kaufen, wenn ein „Katalysator“ identifiziert wurde, der für zukünftig steigende Aktienkurse spricht. Diese Herangehensweise erfolgt aus gutem Grund: Denn bei stark im Kurs gefallenen Aktien droht Value-Investoren die realistische Gefahr, entweder in eine „Value-Falle“ zu geraten oder durch Übersehen eines wichtigen Faktors in ein zukünftiges Pleite-Unternehmen zu investieren. „Unser Value-Investmentprozess beruht auf einer Erfahrung von mehr als 20 Jahren“, betonte Renaud, der sich als Contrarian-Investor sieht. Daher müssten Investoren seines Fonds auch einen längeren Anlagehorizont haben, um Renauds antizyklischen Wetten Zeit zur Entfaltung und Renditegenerierung zu geben.

Schwierige Zeiten für Value-Anleger
Die im Mandarine-Valeur-Fonds engagierten Investoren müssen sich wie wohl alle Value-Anleger zumindest aus heutiger Sicht auf eine längere Phase, zukünftig unterdurchschnittlicher Renditen im Vergleich zu den klassischen Benchmarks einstellen. Vor dem Hintergrund sich eintrübender wirtschaftlicher Daten und damit einhergehend niedrigster Zinsen in der Eurozone, sind Value-Aktien gegenüber Growth-Aktien im Nachteil. Als Grund nannte Renaud, dass ein niedriger Zinssatz Growth-Aktien bei der Bewertung auf Basis von Discounted-Cash-Flow (DCF)-Modellen in die Hände spielt und Value-Aktien benachteiligt. „Nullzinsen sind ein Alptraum für Value-Aktien“, erklärte Renaud bei der Präsentation einer Grafik, bei der das Verhältnis von Value vs Growth-Aktien und die Entwicklung der Zehn-Jahres-Bund-Rendite gegenübergestellt werden (siehe erste Grafik oben). „Die Korrelation ist fast schon perfekt“, merkte Renaud an. Das Niedrigzinsniveau hat dazu geführt, dass Value-Aktien gegenüber Wachstumsaktien seit mehreren Jahren stark underperformen. Zuletzt ereignete sich dies Ende der 1990er-Jahre. In Folge fielen die Aktien der damals überbewerteten Growth-Aktien und Value-Aktien feierten in der den Nullerjahren ein glänzendes Comeback (siehe die zweite Grafik oben).

Auf eine Wiederholung dieses Value-Comebacks hofft derzeit auch Renaud: „Ich hoffe, dass sich unterbewertete Aktien wieder erholen“. Er räumt aber ein, dass angesichts niedriger Zinsen die Rückkehr von Value-Aktien noch länger brauchen könnte.

Daher sei derzeit gerade bei Value-Aktien ein aktiver Fondsmanager gefragt, der über die Einzeltitelselektion Mehrwert für Investoren schafft. Das ist aber angesichts einer höheren Branchenrotation bei europäischen Aktien derzeit alles andere als leicht, wie das schwierige Halbjahr 2018 zeigt (siehe dritte Grafik oben).

Value hinkt hinterher
Ein Blick auf die langfristige, seit 2009 gemessene Performance des Mandarine Valeur zeigt, dass der Value-Fonds hinter der Benchmark Stoxx 600 Net Return hinterherhinkt. Das liegt an seinem dezidierten Value-Bias und der jahrelangen Outperformance von Tech-Werten. So lieferte der Mandarine Valeur im Jahr 2016 (gutes Jahr für Value) eine klare Outperformance gegenüber der Benchmark (Fonds: +18%, Benchmark: +1,7%), während 2018 wiederum eine deutliche Underperformance zu verzeichnen war.

Mehr Details über die Performance und die wichtigsten Risikokennzahlen finden Sie in der vierten Grafik in obiger Bilderstrecke. „Wenn Value sein Comeback feiert, werde ich Performance liefern“, betonte Renaud abschließend. (aa)

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