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Libra kommt! So funktioniert der neue Mega-Coin von Facebook

Es gibt mehr als 2,4 Milliarden potenzielle Nutzer für Facebooks Kryptowährung Libra: Gelingt es Mark Zuckerberg nach der Revolutionierung der privaten und öffentlichen Kommunikation nun auch, das globale Geldsystem aufzumischen?

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Noch viele. Der Verein ist zwar in Kontakt mit Behörden und Regulatoren, doch die Diskussion um Transparenz, Zulassungen und den Schutz vor Geldwäscherei sind noch lange nicht abgeschlossen. In den USA gilt ein mit Währungen hinterlegter Coin als Wertschrift – und es braucht eine Broker-Lizenz, wenn man mit solchen Instrumenten Geschäfte macht. Die Charta, welche die Zusammenarbeit im Libra-Verein regelt, ist noch nicht abschließend formuliert. Die Libra-Firmen haben zahlreiche Bezahl-, Aufbewahrungs- und Übermittlungsanwendungen angekündigt, fertig programmiert und produziert sind diese aber noch nicht. Aus diesem Grund steht auch das Datum der Lancierung von Libra noch nicht genau fest – anvisiert ist das erste Halbjahr 2020.
© libra.org/Montage: FONDS professionell

Der von Facebook für 2020 geplante Coin "Libra" wird Kryptowährungen in Zukunft massentauglich machen, meint Hartmut Giesen, zuständig für digitale Geschäftsmodelle sowie das Business Development im Fintech-Bereich bei der Hamburger Sutor Bank. "Das Facebook-Libra-Projekt ist in Größe, Anspruch und Erfolgswahrscheinlichkeit wegweisend und kann die Verbreitung von Kryptowährungen enorm beschleunigen", so Giesen. Interessant dabei: In dem von Facebook gebildeten Konsortium sind zwar wichtige Akteure des globalen Finanzsystems dabei, aber keine Banken.

"Milliarden Menschen werden zum ersten Mal mit Kryptowährungen in Berührung kommen"
Nach Meinung von Giesen wird es im Zuge der Libra-Lancierung eine Reihe von Nebeneffekten geben – ganz gleich, ob Libra ein Erfolg werde oder nicht. "Mittelfristig werden Milliarden Menschen zum ersten Mal mit Kryptowährungen in Berührung kommen und sehen, dass es sich nicht um geheimnisvolle, risikoreiche Zahlungsmethoden aus den dunklen Untiefen des Internets handelt", sagt Giesen. Deshalb sei damit zu rechnen, dass nach einer angemessenen Lernkurven-Zeit viele Menschen auch auf das "Original", den Bitcoin, zugreifen könnten. Zudem könnte Libra als Blaupause für die Entwicklung einer Vielzahl weiterer "Stable-Coins" auch für andere Anwendungsfälle fungieren. Auch die generelle Regulierung von Kryptowährungen sollte vom Facebook-Projekt profitieren, da Staaten allein aufgrund der hohen Verbreitung des Libra-Tokens schnell aufsichtsrechtlich Klarheit schaffen müssten.

Insgesamt lasse Facebooks Libra die Umrisse der bisher nur prophezeiten Blockchain-Revolution des Bankings erkennen: "Erstmals erscheint die reale Möglichkeit, dass ein Banken- und Staaten- unabhängiges Zahlungssystem entsteht – auch wenn es nicht wirklich dezentral und unabhängig ist", erklärt der Sutor-Bank-Experte.

Die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) beantwortet in ihrer Online-Ausgabe die wichtigsten Fragen zur neuen Kryptowährung von Facebook. In der Bilderstrecke oben finden Sie die relevantesten Punkte kurz aufbereitet – klicken Sie sich einfach weiter! (mb)

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