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LBBW-Fondsmanager: "Wichtige Schützenhilfe gegen den Klimawandel"

Die USA leiten eine Kehrtwende beim Klimaschutz ein. Und auch China hat vor kurzem erstmals ein Datum genannt, zu dem das Land kohlenstoffneutral sein will. Für institutionelle Investoren ergeben sich damit aus Sicht von LBBW-Fondsmanager Christoph Keidel interessante Investmentchancen.

Wind- und Solarkraft
Ein Kursfeuerwerk bei Wind-Aktien und in der Solar-Branche gab es auch außerhalb der USA. 
© Adrian Ilie / stock.adobe.com

"Im Kampf gegen den Klimawandel gibt es einen neuen Mitstreiter", erklärt Christoph Keidel, Fondsmanager des LBBW Global Warming. "Nach dem Ausstieg unter Ex-Präsident Donald Trump sind die USA wieder offiziell Teil des Pariser Klimaschutzabkommens. Damit haben die Vereinigten Staaten unter dem neuen US-Präsidenten nun die Rückkehr zum Pariser Vertrag von 2015 vollzogen." Biden habe ein gigantisches Investitionsprogramm in Höhe von rund zwei Billionen US-Dollar für die nächsten vier Jahre angekündigt, so Keidel, mit dem das Land unter anderem auch die Klima-Katastrophe abwenden wolle. "So soll ab 2035 der Strom nur noch aus erneuerbaren Energien gewonnen werden und 2050 die gesamte US-Wirtschaft klimaneutral arbeiten, also netto keine CO2-Emissionen mehr ausstoßen", so der Fondsmanager.

Mit den Investitionen wolle Biden die Infrastruktur in den USA sanieren, Millionen Jobs in der Autoindustrie schaffen und dabei den Schwerpunkt auf Elektroautos legen, Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern mit emissionsfreien öffentlichen Transportmitteln ausstatten, Arbeitsplätze im Energiesektor aufbauen, Millionen Gebäude energetisch sanieren und die Landwirtschaft „klima-smart“ ausrichten. Auch China habe seine Klimaziele neu gesteckt: Der chinesische Staatschef Xi Jinpin habe dieses Jahr erstmals einen Wendepunkt bei den CO2-Emissionen noch "vor" 2030 angekündigt und Kohlenstoff-Neutralität bis 2060 versprochen.

Kursfeuerwerk bei Wind- und Solar-Aktien
"Mit diesem Kurswechsel der beiden weltweit größten Kohlenstoff-Emittenten erhält die EU in ihrem Kampf gegen den Klimawandel wichtige Schützenhilfe", ist Keidel überzeugt. Auch für Investoren sei die geplante Transformation der Wirtschaft in weiten Teilen der Welt von Bedeutung. "Bidens Pläne haben vor kurzem an den Aktienmärkten bereits ein Kursfeuerwerk etwa bei Wind-Aktien oder in der Solar-Branche auch außerhalb der USA ausgelöst", hat der Fondsmanager beobachtet. Unternehmen aus der Baubranche, dem Wassermanagement oder dem Recycling dürften seiner Ansicht nach ebenfalls von dem amerikanischen "Green Deal" profitieren.

"Die neu gewonnene Dynamik in Sachen Klimaschutz dürfte sich zudem weltweit in den Kursen von Unternehmen widerspiegeln, deren Produkte und Dienstleistungen zur Eindämmung des Klimawandels beitragen", zeigt sich Keidel zuversichtlich, dass diese in den kommenden Jahren sehr gefragt sein werden. Als Beispiel für solche Unternehmen nennt er die Schweizer Sika AG, die Additive produziert, um den Wasserbedarf und den CO2-Ausstoß in der Beton- und Zementproduktion zu reduzieren. Die Zementindustrie sei immerhin für knapp acht Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Als anderes Investitionsbeispiel weist Keidel auf den dänischen Energiekonzern Ørsted A/S hin, der seit 2006 seine CO2-Emission um 83 Prozent gesenkt hat und bis 2025 CO2-Neutralität anstrebt. Aber auch ein innovatives Technologieunternehmen wie Agilent Technologies, das Umweltverschmutzung messbarer macht, sei ein Exempel dafür, welche Unternehmen künftig zu den Gewinnern an den Finanzmärkten zählen könnten.

Wachsendes Angebot an nachhaltigen Fondsprodukten eröffnet Chancen
Laut Keidel sollten Investoren daher nachhaltige Unternehmen, die zukunftsorientiert aufgestellt sind und zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen, fest im Blick haben, um von den Investmentchancen zu profitieren, die sich durch die Bekämpfung des Klimawandels ergeben. Bereits heute gebe es auch ein wachsendes Angebot an nachhaltigen Fondsprodukten, die Umweltaspekte verfolgen, Klimarisiken berücksichtigen oder auf Best-in-class-Ansätze – das heißt die aus ESG-Sicht überdurchschnittlich bewerteten Unternehmen der jeweiligen Branche – abstellen.

"Zusätzlichen Schub werden nachhaltige Investments 2021 in Europa durch die Regulatorik erhalten", blickt Keidel nach vorn. Im März sei in der EU die Offenlegungsverordnung in Kraft getreten, die Finanzdienstleister und Vermögensverwalter zu größtmöglicher Transparenz verpflichte. Für Investoren werde es damit leichter, Anlageprodukte als wirklich nachhaltig zu identifizieren. Keidels Fazit: "Unter dem Strich können institutionelle Investoren auf diese Weise zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen, die ESG-Risiken im Portfolio mindern, das eigene Reputationsrisiko reduzieren und gleichzeitig an interessanten Investmentchancen partizipieren." (hh)

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