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Künstliche Intelligenz: Neuer Fonds durchforstet das World Wide Web

Der Frankfurter Asset Manager Catana Capital setzt bei zwei neuen Fonds auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Dabei kann die Gesellschaft auf Praxis-Erfahrungen mit der neuen Technologie zurückgreifen. Einen anderen KI-Fonds musste Catana liquidieren.

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© gam5 / stock.adobe.com

Catana Capital plant im ersten Halbjahr einen weiteren Fonds auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) aufzulegen. Im November 2018 lancierte der Asset Manager schon den Data Intelligence Fund. Die beiden UCITS-Publikumsfonds beruhen auf einer Big-Data-basierten Handelsstrategie. Bei dem kürzlich aufgelegten Data Intelligence Fund steuert das Fondsmanagement sowohl die Selektion der europäischen Large-Cap-Aktien als auch den Grad der Investion in die Werte. Bei dem in Planung befindlichen UCITS-Fonds handelt es sich hingegen um einen Long-Only-Aktienfonds, der immer voll in ausgewählten Aktien investiert ist.

Als Basis für jede Anlageentscheidung für die beiden Fonds werden in sieben Ländern und in drei Sprachen Internetdaten zu Wertpapieren und Finanzmärkten automatisiert gesammelt, gefiltert, gewichtet und analysiert. "Pro Tag werden so in Echtzeit knapp zwei Millionen kapitalmarktbezogene Nachrichten ausgewertet. Die Schlüsselfrage bei uns lautet: Wer sagt was zu welcher Aktie? Dazu werden monatlich über fünf Terrabyte an Informationen gesammelt. Das sind mehr als 21 Nachrichten pro Sekunde", erklärt Bastian Lechner, Gründer und Geschäftsführer von Catana Capital.

KI gibt jungen Technologie-Unternehmen eine Chance
Im zweiten Schritt werden mit Hilfe eines Algorithmus Kauf- und Verkaufsempfehlungen für Aktien erzeugt. "Das System gibt jedem Titel auf Basis der gesammelten Daten ein vorläufiges positives oder negatives Signal. Bevor daraus eine Handelsentscheidung entsteht, analysiert es im Sinne der künstlichen Intelligenz, wie sich die Aktie in der Vergangenheit nach einem positiven oder negativen Signal entwickelt hat", so Lechner. Stuft die KI die Erfolgswahrscheinlichkeit auf Basis der aktuellen Nachrichtenlage als besonders hoch ein, generiert sie ein Handelssignal. Die getroffenen Entscheidungen und ihre Ergebnisse fließen in künftige Anlageempfehlungen mit ein – das System lernt damit automatisiert dazu.

Das Neue an derartigen KI-Strategien ist, dass es keiner langjährigen Tradition eines Investmenthauses und keiner enormen Kapitalausstattung bedarf. Viel mehr lassen sich hier mit einer guten Idee und gewiefter Technik das World Wide Web sinnvoll nach Daten durchforsten und aus den aggregierten Informationen Signale für den Ein- oder Ausstieg in die Märkte generieren.

Erfahrungen aus einer früheren Fonds-Auflage fließen mit ein
Dass das Managen und Administrieren einer Handelsstrategie in der rechtlichen Hülle eines Fonds alles andere als trivial ist, hat Bastian Lechner am eigenen Leib gespürt. "Wir hatten ja bereits im Juli 2016 einen KI-Fonds aufgelegt. Diesen hatten wir damals als Publikums-AIF konzipiert, was den Vertrieb erheblich erschwert hat. Nun legen wir unsere Strategie als UCITS-Fonds auf", berichtet Lechner.

Aus der Erfahrung mit seinem ersten Fonds hat Lechner weitere Konsequenzen gezogen: "Wir arbeiten jetzt mit anderen Partnern zusammen, die eine volle elektronische Verbindung zwischen der Strategie und dem Handel sicherstellen können. Außerdem haben wir eine andere Kostenstruktur und die feste Zusage für Seedcapital in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe." Auch wird nicht mehr mit Single-Stocks-Futures gearbeitet werden, die sich in der Praxis als reichlich teuer und wenig liquide erwiesen haben, sondern ausschließlich mit Index-Futures. Das Herzstück des Fonds, nämlich die datenbasierte Handelsstrategie, ist eine Weiterentwicklung des in 2016 aufgelegten und mittlerweile geschlossenen Fonds. (ad)

 

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