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Kostenlose Fonds finden kaum Abnehmer – mit einer Ausnahme

Der erbitterte Preiskampf bei börsengehandelten Indexfonds führte zur Auflage von Produkten ohne oder sogar mit negativen Gebühren. Doch nun zeigt sich: Allein mit Rabatten oder Gutschriften lassen sich nur wenige Anleger locken.

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© twinsterphoto / stock.adobe.com

Das Ringen um Marktanteile bei börsengehandelten Indexfonds (ETFs) wird immer härter. Der Konkurrenzkampf kulminierte gar in der Auflage von Fonds, die keinerlei Gebühren in Rechnung stellen oder Anlegern sogar regelmäßigeine Gutschrift überweisen. Mit solchen "Negativgebühren" wollte etwa der Nischenanbieter Salt Financial in den USA Geldgeber in seine Low-Beta-Strategie locken. Mit derartigen Kampfangeboten hoffen Neueinsteiger, noch am Erfolg der boomenden ETF-Industrie teilzuhaben.

Doch mehr als ein Jahr nach der Auflage dümpelt das verwaltete Vermögen um gerade mal neun Millionen Dollar herum. Der Indexfonds wird derzeit an einen anderen Asset Manager, Pacer Advisors, verkauft. Der neue Eigner will nach Abschluss des Übernahmeprozesses eine Vergütung von 60 Basispunkten einziehen, berichtet die Wirtschaftszeitung "Financial Times". Demnach haben auch andere Null-Gebühr-Fonds, etwa von BNY Mellon, eher enttäuschende Volumina aufbauen können.

Kaein Allheilmittel
"Die Auflage eines kostenlosen ETF ist zwar ein Hingucker, aber kein Allheilmittel, wenn man als Anbieter spät zur Party kommt", kommentiert Todd Rosenbluth vom Fondsanalysehaus CFRA der "Financial Times" zufolge die Entwicklung. "Investoren sehen keine großen Vorteile darin, zu günstigeren Alternativen der weniger bekannten ETF-Anbieter zu wechseln."

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Das US-Fondshaus Fidelity startete 2018 eine Serie von kostenlosen Indextrackern. Allein im ersten Monat überschritten die beiden Auftakt-Fonds die Volumenmarke von einer Milliarde Dollar. Zwei Jahre nach dem Vermarktungsstart steckt in der mittlerweile auf vier Vehikel angewachsenen Serie ein Vermögen von mehr als neun Milliarden Dollar.

Strategieschwenk
Fidelity galt eigentlich als eingefleischter, aktiver Manager. Doch eingedenk des scharfen Wettbewerbs schwenkte der Anbieter um und begann die Expansion in das passive Feld. Die kostenlosen Indextracker verkauft das US-Haus Fidelity nur an seine Bestandskunden. In ihrem Heimatmarkt betreiben die Chicagoer ein großes Brokerage-Geschäft für Privatkunden. Die hierzulande tätige Gesellschaft Fidelity International bietet keine gebührenfreien Fonds an. (ert)

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