Helaba bündelt eigene Kredite in Fonds für externen Investor
Die Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale teilt das Kreditrisiko wie auch die erhaltenen Kreditzinsen mit externen Anlegern und kann damit ihre eigene Bilanz entlasten.

Eckpunkte:
- Helaba bündelt eigene Infrastrukturkredite in Fonds für externen Investor
- Die Hessen bleiben jedoch mit ihrem Kreditbuch bei den Krediten engagiert
- Unterm Strich kann die Helaba ihre Bilanz entlasten
Die Helaba hat Teile von Infrastrukturkrediten, die sie vergeben hat, in einen Fonds verpackt und bei einem externen Investor platziert. Damit entlastet die Landesbank ihre Bilanz und erweitert ihre Kreditvergabemöglichkeiten. Das hat Bloomberg News erfahren und berichtet darüber.
Weiterhin "Skin in the Game"
Konkret geht es um Kredite im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, wie Sabine Möller, Global Head of Asset Finance bei der Helaba, in einem Interview erklärte. Das Portfolio umfasse knapp zehn Infrastrukturkredite, beispielsweise für Züge. Die Helaba bleibe bei allen Darlehen engagiert und behalte jeweils einen Teil im eigenen Buch. Es handele sich damit um Co-Investments.
Hohe Investorennachfrage trifft großen Finanzierungsbedarf
“Internationale Investoren sind sehr an Infrastruktur in Deutschland und Europa interessiert. Kredite in diesem Bereich gelten als relativ stabil und risikoarm”, erklärte Möller. Gleichzeitig gebe es in den kommenden Jahren einen riesigen Investitionsbedarf, etwa mit Blick auf die Energiewende in Deutschland.
“Die Bank-Bilanzen können das alleine nicht stemmen. Das heißt, wir müssen mit dem Kapitalmarkt zusammenarbeiten”, erklärte Möller weiter. Eine Möglichkeit seien Debt-Fonds. “Durch die Zusammenarbeit mit Investoren können wir unseren Kunden – etwa den Kommunen – größere Finanzierungen zur Verfügung stellen.”
Beim aktuellen Kapitalpartner handelt es sich der Landesbank zufolge um einen “führenden internationalen Investor”. Realisiert wird dessen Anlage über ein zweites Closing des Infrastructure Debt Fund I der Helaba. Beim ersten Closing des Fonds im Jahr 2023 hatte ein Investor ebenfalls einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag investiert.
Die Namen der Investoren nennt die Bank nicht. Fest steht, dass der Fonds ein Zielvolumen von 500 Millionen Euro hat.
Helaba kann gute Pipeline vorweisen
Laut Möller - die vor drei Jahren zur Helaba gekommen war und zuvor lange für die Deutsche Bank gearbeitet hatte - sind die Pipeline und die Nachfrage für weitere Assets bei der vor drei Jahren gestarteten Debt-Fonds-Plattform der Helaba stark. Besonders im Bereich Infrastruktur würden derzeit viele konkrete Gespräche geführt.
Die Plattform arbeitet nach Angaben der Helaba an der Umsetzung weiterer Debt-Fonds für institutionelle Partner.
Warten auf die Investionsphase des großen Sondervermögens
“Wir erwarten, dass die Infrastrukturfinanzierungen in den kommenden Jahren in Deutschland stark zunehmen werden - und zwar sobald das Sondervermögen in die Investitionsphase geht”, sagte Möller. Gemeint ist das 500 Milliarden Euro schwere Programm, mit dem zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur und die Klimaneutralität ermöglicht werden sollen. (aa)

