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H2O-Fonds: Engagements in russischen Bonds sorgen für Stress

Die Boutique von Gründer Bruno Crastes ist für ihre gewagten Investments bekannt. Nach dem Trubel rund um illiquide Papiere von Hertha-Financier Lars Windhorst wird nun ein Engagement in russische Devisen und Anleihen bekannt. H2O reduzierte mittlerweile die Positionen.

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H2O Asset Management schwimmt gerne gegen den Strom, um ihren Investoren hohe Renditen zu verschaffen.
© Alexander / stock.adobe.com

Einige Fonds der Investmentboutique H2O Asset Management haben im Zuge der Börsenturbulenzen rund um den Angriff von Russlands Präsident Wladimir Putin auf die Ukraine erhebliche Einbußen erlitten. So fuhr das 1,4 Milliarden Euro schwere Anleihenflaggschiff des Hauses, der H2O Multibonds FCP, seit Jahresbeginn einen Verlust von mehr als 16 Prozent ein. Der mit 49 Millionen Euro deutlich kleinere H2O Multi Emerging Debt rutschte gar 36 Prozent ins Minus. Beide Portfolios weisen damit deutlich höhere Einbrüche als die jeweilige Vergleichsgruppe auf.

Die heftigen Rückgänge gehen übereinstimmenden Medienberichten zufolge auf ein massives Engagement in die russische Leitwährung Rubel sowie auf Positionen in russischen und ukrainischen Anleihen zurück. So soll der H2O Multibonds per Ende Januar über Derivate zu 48,3 Prozent des Fondsvolumens in den russischen Rubel investiert gewesen sein, berichten die Wirtschaftszeitung "Financial Times" (FT) sowie die französische Tageszeitung "Les Echos". Beide berufen sich auf Portfolioübersichten. Die H2O-Fonds können ihre Investmentqoute allerdings auch über 100 Prozent heben.

"Geschenk an die russische Regierung"
Der Fonds sei zudem mit einem Anteil von 4,2 Prozent in russische sowie zu 0,9 Prozent in ukrainische Staatsanleihen investiert gewesen. Die russische Leitwährung sowie die Finanzmärkte des Landes haben mit heftigen Kurseinbrüchen auf die Sanktionen reagiert, die zahlreiche Länder wegen des Einmarsches russischer Truppen in der Ukraine verhängten. Der Handel an der Börse Moskau war ausgesetzt und bislang nicht wieder aufgenommen worden.

In einem Schreiben an die Investoren, welches der "FT" vorliegt, teilte die H2O-Führung um Gründer Bruno Crastes mit, dass das Haus seine Rubel-Positionen prinzipiell beibehalten wolle. Ein Verkauf käme "einem Geschenk" an die Käufer sowie die "russische Regierung" gleich. Das Engagement in russische Anleihen sei reduziert worden, heißt es weiter.

Massive Mittelabzüge
"Bei den festverzinslichen Wertpapieren haben unsere Fonds derzeit ein Engagement in russischen Schuldtiteln, das sich zwischen null und unter 1,5 Prozent bewegt", teilte H2O auf Anfrage mit. "Unsere Fonds haben ein langjähriges Engagement in einer Reihe von Schwellenländerwährungen, einschließlich des russischen Rubels." Zudem betonte das Haus. "Wir waren und sind weder in russischen noch in ukrainischen Aktien engagiert."

Weiterhin betonte das Haus, dass die Rubel-Positionen mittlerweile geringer ausfallen. "Das Rubel-Long-Engagement des H2O Multibonds betrug per 3. März weniger als sechs Prozent unseres gesamten Brutto-Währungsengagements und weniger als elf Prozent unseres Bruttowährungsengagements in Schwellenländerwährungen", teilte H2O mit. Das Rubel-Long-Engagement des H2O Multi Emerging Debt habe etwa zwei Prozent des gesamten Bruttowährungsengagements und etwa 2,2 Prozent des auf Schwellenländerwährungen basierenden Bruttorisikos betragen.

Verkauf stockt
Die Gesellschaft von Crastes ist für ihre spektakulären Wetten bekannt. Das Haus steigt öfter in Felder ein, die andere Investoren scheuen und verzeichnete damit zweitweise erhebliche Gewinne. Das massive Engagement in zum Teil illiquide Papiere, die dem Umfeld des schillernden deutschen Financiers Lars Windhorst zuzurechnen sind, bescherte den Fonds des Hauses allerdings massive Mittelabzüge durch die Anleger. In der Folge des Corona-Crashs musste die Gesellschaft dann mehrere Fonds zeitweilig einfrieren.

Die Portfolios wurden aufgespalten. Die liquiden Teile sind wieder geöffnet. Die Teile mit den schwer handelbaren Papiere bleiben hingegen geschlossen und sollen aufgelöst werden. Die dafür mit den Windhorst-Gesellschaften vereinbarten Rückkäufe verzögern sich jedoch. H2O musste daher Abschreibungen auf den Portfoliowert vornehmen. Das Geld der Anleger bleibt in den Fonds gefangen.

Zudem hat die Muttergesellschaft von H2O, Natixis Investment Managers, den Ausstieg aus der Boutique eingeleitet. Auch dieser verzögert sich. H2O verwaltete per Ende ein Vermögen von fast 14 Milliarden Euro, vor Beginn der Windhorst-Turbulenzen waren es mehr als 30 Milliarden Euro gewesen. (ert)

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