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Frankreich-Wahlen: So können Investoren auf den Ausgang spekulieren

Finanzinstitute wie Goldman Sachs und Deutsche Bank bieten Finanzinstrumente an, mit denen auf das Wahl-Ergebnis respektive der Entwicklung gewisser Wertpapiere gewettet werden kann.

© Romain P19 / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Anleger können mit Instrumenten von Banken wie Goldman und Deutsche Bank auf den Wahl-Ausgang wetten
  • Vielfach finden sich AT1-Bonds in den Baskets

Institutionelle Investoren steht eine neue Möglichkeit offen, ihre Meinung zum Ausgang der Frankreichwahl über Finanzinstrumente umzusetzen. Entsprechende Produkte bieten die Großbanken Goldman Sachs und Deutsche Bank an. Das ist einem Bloomberg-Bericht zu entnehmen.

Verschiedene Möglichkeiten
Enthalten sind dem Vernehmen nach unter anderem einige der riskantesten Schuldtitel von Banken. Anleger können auf Kursanstiege oder -rückänge von Wertpapier-Baskets wetten, die zum Beispiel AT1-Anleihen enthalten. Das Engagement kann nach Angaben darüber informierter Personen sowohl den Handel mit den zugrunde liegenden Bonds umfassen als auch durch Derivate wie Total-Return-Swaps stattfinden, die von den Banken arrangiert wurden.

Grande Nation vor großen Problemen
Vor der Präsidentschaftswahl im kommenden April gewinnt das politische Risiko in Frankreich für Investoren an Bedeutung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein Nachfolger des wirtschaftsfreundlichen Zentristen Emmanuel Macron mit einem Haushaltsdefizit von mehr als fünf Prozent, steigenden Kosten für den Schuldendienst und einer Wirtschaft umgehen wird, die an einer Rezession entlangschrammt.

“Das Wachstum in Frankreich schwächelt, die Fiskalpolitik bleibt auf einem nicht nachhaltigen Kurs, die Reformdynamik ist zum Stillstand gekommen, und die politischen Aussichten erscheinen geradezu beängstigend”, schrieben Berenberg-Ökonomen um Holger Schmieding am Freitag.

Diverse Baskets
Goldman ist im wachsenden Markt für Credit Baskets ein aktiver Akteur. Die Bank und JPMorgan Chase hatten bereits zuvor Trades zusammengestellt, mit denen Investoren indirekt über Versicherer auf Private Credit setzen können, die zu den größten Investoren dieser Anlageklasse gehören. Die beiden Banken haben außerdem Baskets börsennotierter Unternehmen mit Engagement im Private-Credit-Umfeld geschaffen.

Die Deutsche Bank wird ihre Credit-Basket-Plattform im kommenden Monat offiziell starten, hat aber bereits Trades für einzelne Kunden erstellt, die das Produkt direkt nachfragten, wie Bloomberg anmerkt.

Solche Körbe spiegeln nicht die eigene Einschätzung der Handelsteams wider. Sie werden stattdessen typischerweise zusammengestellt, um Kundengeschäfte zu ermöglichen.

Die Instrumente “wurden nicht speziell als Reaktion auf aktuelle Marktereignisse konzipiert, stehen aber Kunden zur Verfügung, die unterschiedliche Einschätzungen zu diesem Thema zum Ausdruck bringen wollen”, sagte Sean Flanagan, Chef von DB Investment Solutions.

Investoren preisen höhere Politrisiken Stück für Stück ein
Die französische Politik schlägt sich zunehmend an den Kreditmärkten und bei AT1-Papieren nieder. Die Risikoprämien für Anleihen von Banken des Landes haben sich im vergangenen Monat über weite Teile der Kurve ausgeweitet, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Die Spreads am breiteren AT1-Markt haben sich indessen überwiegend verengt. (aa)

AT1-Anleihen französischer Banken haben zuletzt relativ enttäuscht

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