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Flugzeugfonds in der Bredouille: Airlines geben Flieger zurück

Nach Singapore Airlines hat auch Air France erklärt, ihre geleasten A380 nach Ablauf der zehnjährigen Vertragsdauer zurückzugeben. Die Entscheidung erhöht den Druck auf die Asset Manager der geschlossenen A380-Fonds, weiß Scope Analytics. Verlängerungsoptionen werden also immer öfter nicht gezogen.

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Frank Netscher, Associate Director Alternative Investments bei der Scope Group
© Scope Analytics

Deutsche Investoren, darunter auch so mancher Institutionelle, haben über geschlossene Fonds rund 1,6 Milliarden Euro in insgesamt 21 Airbus A380 investiert. Die Leasingnehmer dieser Flugzeuge sind Singapore Airlines, Air France und Emirates. Für Anleger steht und fällt der Erfolg ihres Investments mit der Frage, ob die drei Airlines an der Weiterbeschäftigung der Großraumflugzeuge nach Ablauf der ursprünglichen Leasingdauer interessiert sind und von ihren vertraglichen Verlängerungsoptionen Gebrauch machen.

A380 nicht sonderlich beliebt bei Airlines
"Der A380 hat sich bei Fluggesellschaften als weitaus weniger beliebt erwiesen als bei Passagieren“, sagt Frank Netscher, Analyst bei Scope Analysis. „Dies spiegelt sich unter anderem auch an deutlich gesunkenen Zweitmarktkursen für geschlossene A380-Fondsanteile wider.“ Der erste Leasingvertrag eines A380 lief bereits 2017 aus. Singapore Airlines entschied sich, die Verlängerungsoption nicht zu ziehen und stattdessen das Flugzeug zurückzugeben. Die gleiche Entscheidung fiel 2018 für vier weitere von Singapore Airlines gemietete und im Eigentum deutscher geschlossener Fonds befindliche A380.

Asset Manager unter Druck
Seit der Rückgabe der Flugzeuge versuchen die Asset Manager der betroffenen Fonds neue Leasingnehmer zu finden. Bislang ist dies nur für einen A380 gelungen, der für 70 Monate an die portugiesische Fluggesellschaft Hi Fly vermietet wurde. Zwei weitere A380 sind aktuell eingelagert. Die verbleibenden zwei A380 werden in Einzelteilen verkauft.

Kursverläufe einzelner A380-Fonds am Zweitmarkt: Wenig Grund zur Freude
Abschreibungen von um die 50 Prozent sind hier die Regel.

Scheibchenweiser Verkauf als Alternative mangels Weitervermietbarkeit
In den kommenden sechs Jahren laufen die Leasingverträge für weitere 16 Airbus A380 aus, die sich im Eigentum deutscher geschlossener Fonds befinden. Nach Singapore Airlines steht nun Air France im Fokus. Auch wenn der Erstleasingvertrag erst 2020 ausläuft, hat die französische Airline bereits erklärt, nur die in ihrem Eigentum stehenden A380 weiter zu beschäftigen. Mit anderen Worten: Die fünf von Air France geleasten A380 werden in den Jahren 2020 bis 2024 zurückgegeben.

Was macht Emirates?
Sollte sich mit Emirates auch die dritte Airline entscheiden, auf die Verlängerungsoption zu verzichten, kämen in den Jahren 2020 bis 2022 insgesamt zwölf A380 von den Fluggesellschaften zurück. Sollte für diese Modelle keine Anschlussvermietung möglich sein, müssten auch sie zerlegt und als Ersatzteile verkauft werden. In einem solchen Fall würde das massive Zusatzangebot auch die Preise für Ersatzteile nicht unberührt lassen. „Dies könnte weiteren negativen Einfluss auf die Performance der Fonds haben“, so Netscher. (kb)


 

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