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Finanzinstitute gründen europäische Blockchain-Initiative

Das deutsche Fintech SWIAT gibt die Gründung von „Regulated Layer One“ (RL1) bekannt, einer europäischen Blockchain-Initiative zehn verschiedener Banken und Finanzinstitute. Aus Deutschland mit dabei ist neben Deka Bank und LBBW auch die DZ Bank.

Auf der Blockchain lassen sich zum Beispiel auch tokenisierte Wertpapiere begeben. 
Auf der Blockchain lassen sich zum Beispiel auch tokenisierte Wertpapiere begeben. © fotomek / Adobe Stock

Eckpunkte:

  • Zehn verschiedene Banken aus Europa gründen RL1 als europäische Genossenschaft (SCE)
  • ABN Amro und Crédit Mutuel Alliance Fédérale sowie Institut aus Spanien als Mitglieder
  • DLT-Netzwerk RL1 speziell für regulierte Finanzmärkte entwickelt

Die SWIAT GmbH (SWIAT), ein auf die Entwicklung von Blockchain-Software spezialisiertes deutsches Fintech-Unternehmen, gibt am Dienstag die Gründung der europäischen Blockchain-Initiative „Regulated Layer One“ (RL1) bekannt.

Deka Bank, LBBW in RL1 zusammen mit DZ Bank
RL 1 ist ein neutrales, kooperatives DLT-Netzwerk in Europa, das speziell für regulierte Finanzmärkte entwickelt worden sei. Die als europäische Genossenschaft (SCE) geführte Initiative wird ihren Sitz in Luxemburg haben und zum Start zehn europäische Finanzinstitute umfassen. Neben den der Deka Bank, der LBBW und SC Ventures (Standard Chartered Bank), die auch zu den Gesellschaften von SWIAT zählen, sind die teilnehmenden Institute die niederländische Bank ABN Amro, die spanische Cecabank, die Chartered Investment, die französische Crédit Mutuel Alliance Fédérale, die DZ Bank, Natixis Corporate and Investment Banking und Seturion (Börse Stuttgart Gruppe).

Geführt wird RL1 künftig von Henning Vollbehr, der zum Geschäftsführer der SCE berufen wurde. Vollbehr war zuvor Geschäftsführer von SWIAT. Mit der erfolgreichen Gründung hat SWIAT die Ausgliederung seines DLT-Netzwerks (DLT steht für Distributed-Ledger-Technologie) erfolgreich abgeschlossen und wird das RL1-Netzwerk nun an die neue, von den Teilnehmern getragene Organisation übergeben. Die KfW und die L-Bank, die der Initiative bereits seit 2025 beziehungsweise 2026 angehören, würden RL1 auch weiterhin aktiv beim Aufbau und der Weiterentwicklung unterstützen.

RL1 plant, bereits in den kommenden Wochen weitere Finanzinstitute aufzunehmen. Aktuell liefen bereits mit einer Reihe an weiteren namhaften europäischen Banken konkrete Gespräche über eine Teilnahme an RL1 – so etwa mit NatWest, die bereits in der Entwicklungsphase aktiver Teilnehmer des RL1-Netzwerks gewesen sei, teilt SWIAT mit.

Derzeitige Fragmentierung von Blockchain-Netzwerken überwinden
Damit sei RL1 bereits das größte offene, neutrale, Compliance-optimierte und kooperative DLT-Netzwerk im europäischen Finanzsektor. Ziel von RL1 sei es, die derzeitige Fragmentierung von Blockchain-Netzwerken im regulierten Finanzmarktumfeld zu überwinden und ein gemeinsames, vertrauensbasiertes Blockchain-Netzwerk mit europäischer Verankerung für tokenisierte Vermögenswerte, digitales Geld und Anwendungsfälle der nächsten Generation von Finanzmärkten zuschaffen. Sämtliche Mitglieder von RL1 profitierten von gleichberechtigter Mitbestimmung, Einfluss auf die Weiterentwicklung und direktem Zugang zu einem funktionierenden Ökosystem auf institutionellem Niveau. Die an RL1 beteiligten Institute bringen der Mitteilung zufolge unterschiedliche Geschäftsmodelle und Use Cases in die Initiative ein.

Transaktionen über 700 Millionen Euro
SWIAT bleibe auch in Zukunft der zentrale Technologiepartner von RL1. Das Fintech werde seine Technologie, Produkte und Services in das RL1-Ökosystem einbringen und den Teilnehmern Lösungen für die Emission, Verwahrung, Collateral Management sowie weitere digitale Kapitalmarktanwendungen anbieten. Das DLT-Netzwerk von SWIAT bildet die Grundlage für RL1, sei seit drei Jahren im Einsatz und habe seither mehr als 50 Transaktionen mit einem Volumen von über 700 Millionen Euro erfolgreich abgewickelt.

„Interoperabel und skalierbar“
Dr. Timo Reinschmidt, CEO und CCO von SWIAT , sagte laut Mitteilung: „Ich freue mich sehr, dass sich so viele führende Finanzinstitute der RL1-Initiative angeschlossen haben. Dieses starke Bekenntnis zeigt, dass sich in der Branche zunehmend die Überzeugung durchsetzt, dass eine gemeinsame, regulierte digitale Marktinfrastruktur entscheidend ist, um das volle Potenzial digitaler Vermögenswerte zu erschließen. RL1 ist das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung und baut auf den Grundlagen auf, die in den vergangenen Jahren geschaffen wurden. Es ist beeindruckend zu sehen, wie diese Vision nun Realität wird und die Branche zusammenkommt, um eine offene, interoperable und skalierbare Infrastruktur für Europas digitale Kapitalmärkte zu schaffen.“ Zudem dankte er allen beteiligten Institutionen für ihr Vertrauen, ihr Engagement und ihre Zusammenarbeit.

„Finanzmarktinfrastruktur auf institutioneller Ebene“
Henning Vollbehr, designierter Geschäftsführer von RL1, ergänzte: „Ich freue mich sehr, dass die beteiligten Finanzinstitute mir das Vertrauen geschenkt und mich zum Geschäftsführer der RL1 SCE ernannt haben. RL1 ist das Ergebnis unserer Arbeit und der Weiterentwicklung von SWIAT, die ich in den vergangenen vier Jahren mitgestalten durfte. Vor diesem Hintergrund bin ich sehr froh, die digitale Transformation hin zu einer einheitlichen Finanzmarktinfrastruktur nun auch auf institutioneller Ebene vorantreiben zu dürfen.“ RL1 werde künftig zur verbindenden Infrastruktur für den digitalen Finanzmarkt Europas und ermögliche es den teilnehmenden Institutionen, den Übergang von isolierten Tokenisierungsinitiativen zu einem integrierten, liquiden und skalierbaren Kapitalmarkt-Ökosystem zu vollziehen. (de)

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