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Vanguard läutet neue Runde im Preiskampf ein

Geiz bleibt geil, auch bei den preisaggressiven Angreifern aus dem ETF-Lager. Der Asset Manager und Passiv-Pionier Vanguard kappt bei 31 seiner Produkte die Gebühren. Die Rabattschlacht im ETF-Lager dürfte sich damit weiter verschärfen, meinen Beobachter.

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Der US-amerikanische Vermögensverwalter Vanguard hat die Gebühren für 18 seiner in Europa erhältlichen Indexfonds und 13 der börsengehandelten Indextracker (ETF) gesenkt. Die laufenden Kosten für die ETFs sollen laut einer Aussendung im Schnitt bei 0,12 Prozent liegen, die für Indexfonds bei 0,16 Prozent. Ein ETF auf globale Aktien kostet etwa statt 0,25 Prozent jährlich nur noch 0,22 Prozent. Ein Indexfonds für US-Staatsanleihen verbilligt sich von 0,12 auf nur noch 0,07 Prozent.

OCF = Ongoing Charges Figure; Quelle Vanguard

"Es wird höchste Zeit, dass Anlageprodukte für Anleger kostengünstiger und weniger komplex werden", kommentiert Sean Hagerty, Head of Vanguard in Europa, den Schritt. Es müsse jedoch noch mehr getan werden, um sicherzustellen, dass die Anleger die Auswirkungen der Kosten auf die Anlageerträge verstehen. "Nach wie vor wird fälschlicherweise angenommen, dass teurere Anlagen auch eine bessere Wertentwicklung mit sich bringen. Tatsächlich ist es jedoch so, dass jeder gezahlte Euro an Gebühren den Anlageertrag um einen Euro schmälert. Anleger können zwar nicht die Märkte kontrollieren, wohl aber die Gebühren, die sie zahlen."

Rabattschlacht geht weiter
Damit hat der mit 5,2 Billionen Euro an verwalteten Vermögen zweitgrößte Fondsanbieter der Welt eine neue Runde im Preiskampf eingeläutet. Der europäische Fondsprimus Amundi hatte Anfang März angekündigt, die Gebühren für einige seiner ETFs auf nur noch 0,05 Prozent zu senken. J.P. Morgan Asset Management respektive Invesco, früher unter der Marke Powershares aktiv, lancierten im bisherigen Jahresverlauf neue Produkte auf Standardmärkte mit Jahresgebühren zwischen 0,04 und 0,06 Prozent.

In den USA hat Fidelity im Sommer vergangenen Jahres sogar Produkte mit null Gebühren angeboten: Der Fidelity Zero Total Market Index Fund bildet die Entwicklung von rund 2.500 US-Aktien ab. Der Fidelity Zero International Index Fund umfasst die Aktien großer, kleiner und mittlerer Unternehmen aus anderen Industrienationen. 

"Aldisierung"
Überhaupt sinken die Preise für ETFs seit einiger Zeit kontinuierlich. Die Fondsratinggesellschaft Morningstar stellte im Sommer eine "Aldisierung" bei den Passivpapieren fest. So kosten Aktien-ETFs in Europa im Schnitt nur noch 0,36 Prozent pro Jahr. Bei Renten-ETFs sind es durchschnittlich 0,21 Prozent. Besonders günstig sind Morningstar zufolge passive Papiere auf große Aktienmärkte wie Amerika und Europa. Hier beziffern sich die Kosten im Schnitt auf 0,2 Prozent per annum – oder sogar noch weniger.

"Der Schritt von Vanguard lag in der Luft", urteilt Ali Masarwah, Chefredakteur bei Morningstar. Seine Begründung: Die Gesellschaft habe bei den Gebühren seit ihrem Markteintritt in Europa nichts unternommen, da musste was passieren. "Der Trend zu immer tieferen Gebühren läuft seit Jahren", beobachtet laut Handelsblatt auch Matthias Hübner, Partner bei der Beratungsfirma Oliver Wyman. Für ihn sei mit der Vanguard-Aktion klar: "Das ist die nächste Runde – und nicht die letzte, die Konkurrenten werden reagieren." (jb)

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