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Erster Rohstoff-Fonds unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit

Spängler IQAM Invest hat gemeinsam mit der Research-Agentur rfu einen innovativen Ansatz im Rohstoff-Bereich entwickelt. Dieser wird nun in Fondsform umgesetzt. Strategic Commodity Fund lautet seine Bezeichnung.

Markus Ploner
„Für den Strategic Commodity Fund – der Nahrungsmittel-freie Rohstoff-Fonds von Spängler IQAM Invest – wurde deshalb gemeinsam mit den Nachhaltigkeits-Spezialisten der Research-Agentur rfu ein am Markt gänzlich neuer Ansatz entwickelt“, so Dr. Markus Ploner (Bild), Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest.
© Spängler IQAM Invest

Der Abbau von Rohstoffen ist meist mit hohen gesellschaftlichen und ökologischen Risiken verbunden. Gleichzeitig sind Rohstoffe die Grundlage unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems, ohne die eine Produktion von wichtigen Gütern, eine verlässliche Energieversorgung und die Sicherung der Ernährung nicht möglich wären. Die Rahmenbedingungen für nachhaltiges Investieren auf Rohstoffmärkten sind also sehr herausfordernd. 

Innovativer Ansatz berücksichtigt Nachhaltigkeit
Der Strategic Commodity Fund investiert bereits seit über einem Jahr in den IQAM Non-Food Commodity Index. Der komplette Ausschluss von Lebensmitteln war schon ein erstes Zugeständnis an Nachhaltigkeit, nun geht Spängler IQAM Invest noch einen Schritt weiter. Seit Anfang April 2019 wird im zugrundeliegenden Index und damit auch im Fonds bei der Gewichtung der Rohstoffe neben der Bewertung (Value) und der Stimmung (Sentiment) auch die Nachhaltigkeit explizit berücksichtigt. 

Quantitative Rohstoff-Auswahl im Index
Wie funktioniert die Auswahl? „Der IQAM Non-Food Commodity Index wird durch die Parameter Bewertung (Value) und Stimmung (Sentiment) rein quantitativ gesteuert und wählt dabei aus 15 Rohstoffen die zehn attraktivsten Anlagemöglichkeiten aus“, so Dr. Markus Ploner weiter. Das Rohstoff-Universum kommt aus den drei Sektoren Industriemetalle (Aluminium, Kupfer, Blei, Nickel, Palladium, Zink), Energie (Heizöl, Erdgas, Benzin bleifrei, Gasöl, Rohöl Brent, Rohöl WTI) und Edelmetalle (Gold, Silber, Platin). Die Gewichtung der zehn ausgewählten Rohstoffe erfolgt ausschließlich anhand ihrer Nachhaltigkeitsrankings.

Rohstoff-Analyse unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit 
Wie aber kann Nachhaltigkeit im Rohstoff-Bereich überhaupt berücksichtigt werden? „Für die genannten 15 Rohstoffe werden die ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette analysiert, d. h. vom Abbau über die Veredelungs- und Verarbeitungsprozesse bis hin zur Nutzung der Rohstoffe im Rahmen unterschiedlichster Produkte und Anwendungen“, erklärt Ploner. Die beurteilten Aspekte sind insbesondere: a) Geografische Verteilung der Lagerstätten und die damit in Zusammenhang stehenden Arbeits- und Menschenrechtsbedingungen sowie Geschäftspraktiken (z. B. Korruption, undemokratische Regierungen, Konflikte mit Anrainern), b) Anbieterseitige Marktstruktur und Verhaltensweisen der marktführenden Unternehmen, c) Umweltwirkungen der für Abbau und Erzeugung eingesetzten Technologien einschließlich des Einsatzes von Sekundärrohstoffen über Recycling-Prozesse, d) Anwendungsmix der Rohstoffe in Endprodukten und deren ökologische und soziale Effekte (z. B. Anwendung von Edelmetallen für Medizintechnik).

Nachhaltigkeits-Rating am Beispiel von Silber
„Das Ergebnis der erstmals 2018 von rfu durchgeführten und alle zwei bis drei Jahre zu aktualisierenden Analysen sind Nachhaltigkeits-Ratings zu den 15 untersuchten Rohstoffen auf einer neunstufigen Skala von A+ bis C-“, sagt Ploner. Im Folgenden wird der Scoring-Prozess am Beispiel des Edelmetalls Silber (Box „Ag“ in der Grafik) erklärt.

Erklärung der Grafik
Was die Erzeugung anbelangt, so ist die Gewinnung von jährlich rund 25.000 Tonnen Silber mit zum Teil starken Eingriffen in die Natur verbunden. Die hohe Recyclingquote von Silber ist positiv hervorzuheben. Daraus resultiert für den Wertschöpfungsschritt der Erzeugung („E“ in der Box) eine mit -2,5 Punkten negative, aber im Vergleich zu den beiden anderen Edelmetallen Platin und Gold weniger kritische Beurteilung.

Betreffend der Nutzung („N“) von Silber isdt festzuhalten, dass die langen Lebenszyklen in vielen der wichtigsten Anwendungsfelder positiv zu Buche schlagen: 25 Prozent Schmuck und Silberwaren, 22 Prozent Elektro- und Elektronikprodukte, 20 Prozent Münzen und Barren, 13 Prozent Photovoltaikzellen. Die Bewertung ist deshalb mit +0,8 im positiven Bereich.

Ökologie und Soziales: Weiters sind die Resultate gegliedert nach der ökologischen („Ö“) und der sozialen Dimension („S“). Hierbei wirken sich die oft niedrigen Umweltstandards, die mangelhaften Arbeitsbedingungen und die Betroffenheit der Anwohner im Umfeld der Minen in den wichtigsten Herkunftsregionen – überwiegend Südamerika und Asien – negativ aus: -0,6 Punkte für die Ökologie und -1,6 für die sozialen Effekte.

Gewichtung der Rohstoffe im IQAM Non-Food Commodity Index
Der Gesamtscore von Silber ist mit -1,0 leicht negativ, was einem Rating mit B- entspricht. Explizit berücksichtigt werden auch Zukunftstrends in Form neuer Anwendungsbereiche und Produktionstechnologien. Silber ist dafür ein positives Beispiel, denn das nachhaltige Anwendungsfeld Photovoltaik ist stark wachsend. Entsprechend zeigt der Trendindikator nach oben („é“). Insgesamt erreicht Silber die klar beste Position innerhalb der Edelmetalle und liegt auch im Gesamtranking aller Rohstoffe – hinter Nickel und Kupfer – an dritter Stelle.

Gesamtranking
Dieses geht dann als gewichtungsrelevanter Faktor in die Zusammensetzung des IQAM Non-Food Commodity Index ein: 14,5 Prozent für den nachhaltigsten der zehn  ausgewählten Rohstoffe, 13,5 Prozent für jenen mit dem zweitbesten Ergebnis etc. bis hinunter zu 5,5 Prozent für den am niedrigsten bewerteten Rohstoff.

Performancedifferenz gering
Der Performanceunterschied zwischen dem IQAM Non-Food Commodity Index und dem IQAM Non-Food Commodity Index Sustainability screened (Berücksichtigung von Nachhaltigkeit) ist auf die letzten fünf Jahre gesehen gering, wenngleich die historischen Tests zeigen, dass die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in den letzten 20 Jahren vorteilhaft gewesen wäre“, so Ploner abschließend. (kb)

 

 

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