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DJE reduziert Hurdle Rate bei Milliardenfonds

Bislang musste Jan Ehrhardt den Anlegern des DJE Zins & Dividende ein Plus von sechs Prozent bescheren, bevor sein Haus eine Performance-Fee vereinnahmte. Bald liegt diese Schwelle deutlich niedriger. Auf Anfrage unserer Redaktion erläutert der Vermögensverwalter die Hintergründe.

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© flairimages / stock.adobe.com

Der Pullacher Vermögensverwalter DJE Kapital senkt bei zwei seiner Fonds die Mindestperformance ("Hurdle Rate"), ab der eine erfolgsabhängige Vergütung anfällt – was de facto eine Gebührenerhöhung für die Anleger bedeutet. Beim 1,7 Milliarden Euro schweren Mischfonds DJE Zins & Dividende sinkt diese Schwelle von sechs auf vier Prozent pro anno, beim deutlich kleineren Anleihenfonds DJE Renten Global von vier auf drei Prozent. Das geht aus einer Mitteilung an Anleger hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Die Änderungen sind ab 16. September wirksam. Zeitgleich stellt DJE für zwölf Luxemburger Fonds das Geschäftsjahr um. Dieses wird künftig am 31. Dezember statt wie bisher am 30. Juni enden. Daher wird es ein verkürztes Geschäftsjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 2019 geben.

Verweis auf das "veränderte Marktumfeld"
DJE begründet die Absenkung der Hurdle Rate mit den "gesunkenen Kapitalmarkterträgen aufgrund des veränderten Marktumfeldes". "Es handelt sich dabei um eine potenzielle Gebührenerhöhung nach besonders ertragsreichen Perioden, in denen auch das aktive Management einen hohen Beitrag leisten musste", so der Vermögensverwalter auf Anfrage der Redaktion.

Als der von Jan Ehrhardt gemanagte DJE Zins & Dividende Anfang 2011 aufgelegt wurde, hätten weitgehend risikofreie Zinsinstrumente wie zehnjährige Bundesanleihen rund drei Prozent Rendite abgeworfen, und die Erwartung für langfristige Aktienmarkterträge habe bei etwa sieben Prozent gelegen. "Daraus leitete sich ein mittelfristiger Marktertrag von knapp fünf Prozent ab", rechnet DJE vor. "Eine Hurdle Rate von sechs Prozent war somit marktgerecht, angemessen und für das Portfoliomanagement dennoch herausfordernd."

"Eher konservativ und fair für den Kunden"
Mittlerweile würde die Rendite der erwähnten Anleihen bei etwa minus 0,5 Prozent liegen, die Gewinnrendite am Aktienmarkt betrage sechs bis sieben Prozent, woraus sich ein "mittelfristiger Marktertrag" von weniger als drei Prozent ergebe. "Vor diesem Hintergrund ist die Anpassung der Hurdle Rate auf ein – in diesem Marktumfeld durchaus ebenso ambitioniertes – Niveau von vier Prozent bei einem Mischfonds wie dem DJE Zins & Dividende vergleichbar zu den Gegebenheiten bei Fondsauflage."

DJE sehe diese Hurdle Rate "als eher konservativ und fair für den Kunden an, da der zu leistende, aktive Managementbeitrag unverändert bei circa anderthalb bis zwei Prozent" liege. Bei den anderen DJE-Mischfonds sei bereits eine Hurdle Rate von vier Prozent vorgesehen. "Dadurch wird nun auch eine Vereinheitlichung im Produktportfolio erreicht."

"Vereinnahmung der Fee sehr unwahrscheinlich"
Beim DJE Renten Global, der von Jens Ehrhardt und Michael Schorpp verantwortet wird, sei die Kalkulation noch eklatanter, da es "risikofrei" überhaupt keine Erträge mehr gebe und der Index sehr deutlich geschlagen werden müsse, um die Hurdle Rate zu erreichen. "Das Fondsmanagement muss gegenüber dem Referenzindex erstmal drei Prozent an überdurchschnittlicher Wertentwicklung erwirtschaften, bevor die Hürde erreicht wird", betont der Vermögensverwalter in seiner Stellungnahme. "Bei einer für Rentenfonds realistisch erzielbaren Outperformance von 0,5 bis 1,0 Prozent halten wir eine Vereinnahmung der Fee für sehr unwahrscheinlich für zukünftige Perioden."

Eine Senkung der Hurdle Rate für weitere Fonds sei aktuell nicht geplant, so der Asset Manager. Die Performance-Fee der DJE-Fonds beträgt maximal zehn Prozent der Wertentwicklung oberhalb der festgelegten Schwelle. "Dabei wird eine High-Water-Mark über die vergangenen fünf Jahre berücksichtigt", heißt es in der Stellungnahme. "Konkret bedeutet dies, dass die erfolgsabhängige Vergütung nur anfällt, wenn der Anteilwert am Ende der Abrechnungsperiode den Höchststand des Anteilwertes des Sondervermögens, der am Ende der fünf vorhergehenden Abrechnungsperioden erzielt wurde, übersteigt." (bm)

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