Deutsches Haus will hohe Millionensumme für Kreditfonds einsammeln
Der ehemalige IKB-Banker Nicolaus Loos respektive Deutsche Credit Capital Partners (DCCP) will einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag für einen neuen Senior Direct Lending-Fonds bei Institutionellen einsammeln. Kooperiert wird dabei mit der ApoBank.
Eckpunkte:
- Ex-IKB-Banker Loos will hohe Millionensumme für Kreditfonds einsammeln
- Die Gelder sollen in relativ sicheres Senior-Direct-Lending investiert werden
New Player, neuer Fonds
Nicolaus Loos, viele Jahre in den Diensten der IKB Deutsche Industriebank, will mit einer von ihm gegründeten Firma noch dieses Jahr einen Kreditfonds auflegen. Das Zielvolumen beläuft sich auf einen hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag, wie er im Interview mit Bloomberg sagte. Unterstützung erhält er von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank.
Der Fonds der Deutsche Credit Capital Partners (DCCP) soll mittelständischen Firmen Kredite zur Verfügung stellen - vor allem im deutschsprachigen Raum, aber auch in Benelux und Skandinavien. “Es handelt sich um einen Senior-Direct-Lending-Fonds, das heißt er fokussiert sich ausschließlich auf erstrangig besicherte Kredite”, sagte Loos bei dem Gespräch.
Kontakte der ApoBank von Nutzen
Direct Lending, ein Teilbereich des Private-Credit-Marktes, bezeichnet die direkte Vergabe von Krediten durch Nichtbanken. Das Segment hat seit der Finanzkrise stark an Popularität gewonnen, auch weil sich Banken teils aus Finanzierungen zurückgezogen haben.
Etwa ein Drittel der Portfolioallokation des geplanten Fonds ist für Investitionen im Bereich des Gesundheitssektors vorgesehen. Dazu arbeitet die DCCP mit der ApoBank zusammen. Als Spezialinstitut verfügt diese über Kontakte zu Firmen aus der Branche, die Finanzierungen benötigen.
“Banken sind heute bei der Kreditvergabe erheblich eingeschränkt aufgrund von regulatorischen Vorschriften”, so Loos. Sie könnten den Finanzierungsbedarf ihrer Kunden nicht immer selbst decken. “Hier kommen wir als Kreditfonds als logische Ergänzung ins Spiel.”
Investoren interessiert
Nachdem DCCP laut Loos bereits Kapitalzusagen von Investoren in Deutschland erhalten habe, beginne jetzt auch das internationale Fundraising. Das erste Closing werde für das zweite Halbjahr erwartet. Loos zeigte sich optimisch, mehr Gelder einwerben zu können.
Zwar habe seine Firma zwischen Februar und Mai eine gewisse Zwangspause einlegen müssen angesichts der Verwerfungen am US-Private-Credit-Markt und der geopolitischen Ereignisse rund um den Iran. “Doch inzwischen ist der Markt stark zurückgekommen”, sagte Loos. “Wir gehen davon aus, dass wir im zweiten Halbjahr noch mal einiges an positiver Fundraising-Dynamik sehen werden.“
Zu den typischen Fondsinvestoren zählten vor allem Versicherungen, Versorgungswerke und Pensionskassen, aber auch größere Family Offices würden sich wegen des Fokus auf den Mittelstand interessieren.
Details zur Strategie
Bei den Investitionen dürfte es sich Loos zufolge vor allem um Finanzierungen für Unternehmen handeln, die sich nicht im Besitz von Private-Equity-Gesellschaften befinden. Der Fonds soll aus rund 25 bis 30 Kreditengagements bestehen. Die durchschnittliche Finanzierungsgröße dürfte laut Loos bei 20 bis 40 Millionen Euro liegen.
“Wir schließen bei der Kreditvergabe generell keine Branchen per se aus, sondern schauen uns alles an. Der Fonds ist sektor-agnostisch, jedoch mit Fokus auf defensive Geschäftsmodelle”, sagte Loos.
Mit Blick auf die Deutsche Credit stellte Loos noch für die zweite Jahreshälfte die Eröffnung eines Büros in Amsterdam in Aussicht. Später soll dann noch ein Standort in Stockholm folgen.
Namhafte Compagnons
Zu den Investment-Partnern von DCCP zählen auch Christian Burkard, der über zwölf Jahre im Investmentbanking bei Barclays in Frankfurt tätig war, Johannes Messing, einst Chef für Corporate Leveraged Finance Origination bei JPMorgan in der DACH-Region und den Niederlanden, sowie Dominik Ophoff, der mehr als 25 Jahre bei UniCredit und der HypoVereinsbank arbeitete. (aa)

