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Deutsche Börse startet "Gutes-Gewissen"-Dax

Der heimische Börsenbetreiber freut sich über Nachwuchs. Die Indexfamilie um den Leitindex Dax ist um ein neues Mitglied reicher.

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© robert / stock.adobe.com

Der deutsche Leitindex Dax hat einen neuen, nachhaltigen "Bruder" bekommen: den Dax 50 ESG Index. Dieser berücksichtigt bei seiner Zusammensetzung Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, kurz ESG (Environmental, Social, Governance) und bildet die Top-50-Firmen basierend auf ESG-Performance, Börsenwert und -umsatz ab. Ins Leben gerufen wurde der Index von Qontigo, der Index- und Analytiksparte der Deutsche-Börse-Gruppe.

"Die Nachfrage nach nachhaltigen Indizes bei Investoren steigt seit Jahren. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, einen ESG-Dax-Index zu starten, der dieselben hohen Standards wie sein Namenspate erfüllt", sagte Stephan Flägel, Global Head of Indices & Benchmarks bei Qontigo. "Der Index erfüllt ESG-Kriterien, auf die institutionelle Investoren und Privatanleger heute gleichermaßen Wert legen."

Umstrittene Mitgliederauswahl
Grundgesamtheit für den neuen Index ist der HDax mit 100 Werten, die sich aus dem Mitgliederkreis von Dax, MDax und TecDax rekrutieren. Bei der Erstellung der Dax-Nachhaltigkeitsvariante werden normbasierte Ausschlusskriterien angewandt, die den UN-Global-Compact-Prinzipien folgen. Dazu kommen produktbasierte Merkmale, die umstrittene Industriezweige wie Waffenproduktion, Tabakverarbeitung, Kohle, Kernkraft und militärische Verträge umfassen. Aus den daraus resultierenden Werten wird eine Rangliste gebildet, nach Marktkapitalisierung, Börsenumsatz und ESG-Bewertung von Sustainalytics, einem Anbieter von ESG-Research. Von dieser Liste werden die Top-50-Werte für den Index ausgewählt. Der Index wird alle drei Monate überprüft, wie beim Dax gelten "Fast-Exit"- und "Fast-Entry-Regeln". So weit, so nachvollziehbar.

Weil bei der Bestimmung der Indexmitglieder allerdings das unter Nachhaltigkeits- und Öko-Puristen nicht ganz unumstritteme "Best-in-Class"-Prinzip angewendet wird, finden sich in der aktuellen Aufstellung des Dax-Neulings mit Bayer, Lufthansa oder Daimler auch Konzerne, bei denen man auf Anhieb nicht unbedingt auf ESG-Erstklassigkeit käme. (jb/ps)

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