Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Produkte
twitterlinkedInXING

China-Bonds: Schwellenland-Renditen bei Risiken eines Industriestaates

„Chinas Anleihenmarkt steht ein starkes Wachstum bevor, weil er sich zunehmend für ausländische Investoren öffnet“, sagt Stephen Green, Volkswirt bei Capital Group. „Investoren können also auf einen neuen, vielfältigen und vor allem liquiden Markt mit der Aussicht auf positive Realrenditen hoffen.“

green_stephen_capital_group_klein_quer.jpg
Stephen Green
© Capital Group

Die Aufnahme Chinas in eine Reihe bedeutsamer Indizes würde darüber hinaus weitere hohe Mittelzuflüsse versprechen. 

Realrenditen lassen Investoren nach Alternativen suchen
Bisher befänden sich weniger als zwei Prozent des chinesischen Anleihenvolumens in der Hand ausländischer Investoren, so Green weiter. Grund dafür seien insbesondere die strengen Kapitalverkehrskontrollen, durch die der Markt für inländische Renminbi-Anleihen aus vielen der bedeutenden Indizes für Schwellen- und Industrieländerbonds ausgeschlossen war. In den vergangenen Jahren habe es diesbezüglich jedoch Reformen gegeben. Das sei einer der Gründe, warum chinesische Inlandsanleihen zunehmend attraktiv würden. Ein weiterer sei, dass weltweit Staatsanleihen im Wert von rund zehn Billionen US-Dollar negative Renditen erzielten und eine Änderung der Zinspolitiken nicht zu erwarten sei. Nicht zuletzt, weil chinesische Anleihen trotz eines sehr guten Ratings von A1 bzw. A+ eine nominale Zehnjahresrendite von 3,3 Prozent bieten, rückten sie für Investoren in den Fokus. „Chinas Renditen liegen zwischen denen der Industrie- und Schwellenländer; das Länderrating gleicht aber eher dem eines Industrielandes“, fasst Green zusammen.  

Investoren sollten trotz Sorgen einen klaren Blick behalten
Obwohl die chinesische Regierung in den vergangenen Jahren die Öffnung und Liberalisierung des Anleihenmarktes durch eine Reihe von Reformen vorangetrieben habe, gäbe es jedoch noch einen weiteren Grund, warum Investoren häufig mit einem Investment zögerten. „Die Konjunktur bereitet vielen Sorgen“, sagt Green. „Hohe Schulden und die Möglichkeit einer harten Landung verunsichern internationale Anleger. Außerdem fürchten viele steigende Inlandszinsen und eine Währungsabwertung.“  

Investoren sollten sich jedoch nicht von ihren Bedenken treiben lassen
Ein klarer, nüchterner Blick in Trumpf. Zwar bleibe die chinesische Verschuldung ein Grund zur Sorge, doch seien die meisten Gläubiger nichtbörsennotierter Fremdkapitalinstrumente staatliche oder halbstaatliche Unternehmen. Hinzu komme, dass der Quotient aus Auslandsschulden und BIP gerade einmal 13 Prozent betrage und der Markt durch inländische Ersparnisse gestützt würde – die chinesische Sparquote sei mit 46 Prozent die höchste der Welt. Insgesamt müsse man China anders bewerten als die restlichen Schwellenländer. Die üblichen Probleme wie hohe Leistungsbilanzdefizite und Auslandsschulden träfen auf das Reich der Mitte nicht zu. Dadurch habe der Staat die Möglichkeit, den Schuldenabbau abzufedern. 

Für China gelten andere Regeln
Ein weiterer Grund spreche gegen die Sorgen der Investoren. „Zwar ist das Wirtschaftswachstum zurückgegangen. Verglichen mit den Industrieländern ist es aber noch immer recht stark“, so Green. Außerdem könne eine weitere Lockerung der Geldpolitik erfolgen, um den wirtschaftlichen Druck auszugleichen. Das wiederum hätte positive Auswirkungen auf die Lokalwährungsanleihen. Die Unterschiedlichkeit Chinas zeige sich auch an dem Verhältnis der Anleihen zu denen anderer Länder. „In der Vergangenheit waren chinesische Anleihen weder sonderlich stark mit denen von anderen Emerging Markets noch mit denen der Industrienationen korreliert“, sagt Green. „Die Öffnung des Kapitalmarktes dürfte zwar zu höheren Korrelationen führen, dieser Prozess geschieht jedoch langsam.“ (kb)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren