Brown-to-Green statt Neubau: LaSalle setzt auf Dekarbonisierung
Dekarbonisierung entwickelt sich nach Einschätzung von LaSalle Investment Management zum Renditetreiber im Immobilienmarkt. Das Asset Manager warnt davor, den Wandel zu ignorieren und antwortet mit einem Fonds, der vor allem auf die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien setzt.

Eckpunkte:
- Fonds setzt überwiegend auf Brown-to-Green-Strategien
- Energieeffizienz soll Cashflows stabilisieren und Immobilienwerte steigern
- LaSalle sieht steigendes Underperformance-Risiko für Nachzügler
Die Dekarbonisierung von Bestandsimmobilien könnte sich nach Einschätzung von LaSalle Investment Management zunehmend als Renditetreiber für institutionelle Immobilieninvestoren erweisen. Der neu aufgelegte LaSalle Property Planet Protection Fund setzt deshalb schwerpunktmäßig auf die energetische Modernisierung bestehender Gebäude statt auf Neubauprojekte. Ziel sei es, den Energieverbrauch deutlich zu senken und gleichzeitig Netto-Betriebsergebnis sowie Cashflows zu verbessern.
Nach Angaben von Fondsmanager Ryu Konishi konzentriert sich der Fonds auf Immobilien mit hohem Einsparpotenzial beim Energieverbrauch. Investiert werden soll unter anderem in Industrie-, Wohn-, Büro-, Einzelhandels- und Hotelimmobilien sowie in Umnutzungsprojekte. Der Schwerpunkt liege auf einer Brown-to-Green-Strategie für Bestandsimmobilien. Ein kleinerer Teil des Kapitals könne auch in Neubauprojekte fließen.
Dekarbonisierung als Werttreiber
Institutionelle Investoren verlangten heute zunehmend belastbare Nachweise dafür, wie Nachhaltigkeitsmaßnahmen und finanzielle Erträge zusammenhängen. "Es ist einfach zu behaupten, dass die Dekarbonisierung von Gebäuden die Netto-Betriebskosten senkt und damit zu einem Wachstum des Netto-Betriebsergebnisses beiträgt. Es ist jedoch eine vollkommen andere Herausforderung, die Umsetzung solcher Pläne in der Praxis zu begleiten und die konkreten Auswirkungen auf die Immobilienwerte und Nachhaltigkeitskennzahlen zu sehen", betont Konishi.
Der Fonds strebt an, die Energieverbrauchsintensität der Objekte um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig sollen Netto-Betriebsergebnis und Netto-Cashflow gesteigert beziehungsweise stabilisiert werden. Einen wichtigen Hebel sieht LaSalle dabei auch in einer engeren Zusammenarbeit mit den Mietern und einer entsprechenden Gestaltung der Mietverträge, um Anreize für einen geringeren Energieverbrauch zu schaffen.
Underperformance-Risiko für Nachzügler
Nach Einschätzung von LaSalle gewinnt die Dekarbonisierung angesichts regulatorischer Vorgaben und der steigenden Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung. "Nach unserer Einschätzung droht Anlegern und Assetmanagern, die diese Anforderungen ignorieren, ein klares und steigendes Underperformance-Risiko", schreibt Konishi.
Nach Unternehmensangaben liegen bereits erste Kapitalzusagen für den Fonds vor. LaSalle strebt ein Fondsvolumen von insgesamt 500 Millionen US-Dollar an und verfügt nach eigenen Angaben bereits über eine Pipeline potenzieller Investitionen. Die ersten Transaktionen sollen in Kürze bekanntgegeben werden. (dv)