Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Produkte
twitterlinkedInXING

Blockchain-Vorstoß der Union führt zu völlig neuer Asset-Klasse

Die Abgeordneten von CDU und CSU fordern in einem Eckpunktepapier unter anderem eine "Bundes-Blockchain". Auch die Finanzierung von Unternehmen über digitale Kanäle will die Fraktion ermöglichen. Dies könnte Asset Managern eine neue Anlageklasse eröffnen.

fotolia_164623364_blockchain_denys_rudyi.jpg
© Denys Rudyi / stock.adobe.com

Die Unionsfraktion im Bundestag sorgte vor kurzem mit einem Eckpunktepapier zur Blockchain für Aufsehen. Das Dokument birgt auch Forderungen, die Asset Manager aufhorchen lassen sollten: So regen die Abgeordneten von CDU und CSU an, die digitale Gründung von Kapitalgesellschaften zu ermöglichen. Anteile an einer "Digital-GmbH", wie sie in dem Papier genannt wird, sollten über eine Blockchain ausgegeben werden können. Die sogenannte Distributed-Ledger-Technologie (DLT) bildet die Basis für Kryptowährungen wie den Bitcoin.

"Deutschland kann sich als Pionier positionieren, wenn wir die Übertragung der Gesellschaftsanteile deutscher Kapitalgesellschaften auch jenseits der Börsennotierung erleichtern, was besonders für Start-ups und deren Finanzierung von Interesse ist", heißt es in dem Dokument. Dieser Vorstoß kann aber auch generell die Finanzierung für kleine Unternehmen vereinfachen. Diese könnten über eine digitale Emission eine Art "Mini-Beteiligung" an ihrer Firma ausgeben. Neben Privatanlegern würde sich damit auch für Fonds eine neue Investmentmöglichkeit eröffnen.

"Digital-GmbHs" als neue Anlageklasse
Die deutsche Fondsbranche plädierte bereits dafür, in Kryptowährungen und andere digitale Vermögenswerte investieren zu dürfen. "Das Investment in 'echten' Kryptowährungen wie Bitcoin muss Fonds gestattet sein", schrieb der Branchenverband BVI im Frühjahr in einer Antwort auf eine Konsultation des Finanz- und des Wirtschaftsministeriums. Die Bundesregierung arbeitet an einer Blockchain-Strategie und fragte im Zuge dessen die Positionen der Marktteilnehmer ab.

"Mit Digital-GmbHs würde eine komplett neue Anlageklasse entstehen. Diese würde ich – in Anlehnung an die kleinste Einheit von Bitcoin – vielleicht als Satoshi-Caps bezeichnen", sagt Sven Hildebrandt, Partner der Beratungsgesellschaft Distributed Ledger Consulting. So könnten sich etwa Smartphone-Nutzer an Unternehmen aus ihrem Umfeld beteiligen, wenn diese zu ihrer Finanzierung Anteile über eine Blockchain ausgeben. Die Ortungsdienste der Handys könnten den Menschen entsprechende Vorschläge unterbreiten, etwa nach dem Besuch der Stammbäckerei oder dem nächstgelegenen Supermarkt. "Dies eröffnet aber auch für Fondsgesellschaften Investmentchancen, insbesondere für äußerst spezialisierte Anbieter", erläutert Hildebrandt.

Idee des "E-Euro" abgewiesen
Die Unionsfraktion schlägt in dem Papier unter anderem den Aufbau einer "Bundes-Blockchain" vor. Zudem widmen sich die Abgeordneten Themen wie "digitale Identität", Datenschutz oder auch dem Anlegerschutz bei Finanztransaktionen über die Blockchain. Eine andere Idee ist ein "E-Euro", gleichsam als staatliche Alternative zu Kryptowährungen wie Bitcoin. Diese Vision hatte die Bundesbank allerdings abgeschmettert.(ert)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen