Berenberg bereinigt Palette – auch um Fonds eines Starmanagers
Die im Umbau begriffene Berenberg Bank sortiert ihre Fondspalette neu. Zwei Aktienfonds werden auf andere Strategien verschmolzen. Betroffen ist auch ein ehemaliger Fonds des Starmanagers Matthias Born.

Eckpunkte:
- Zwei Aktienfonds sollen mit anderen Fonds zusammengelegt werden
- Das könnte der Auftakt für eine weitere Straffung der Produktpalette sein
- Berenberg will ihre Expertise in vielversprechenden Bereichen bündeln und die Ressourcen gezielt einsetzen
Die Hamburger Privatbank Berenberg bereinigt ihre Fondspalette. Dies geht aus einer Mitteilung an Fondsanteilseigner hervor, die der Redaktion vorliegt. Demnach sollen zwei Aktienfonds mit anderen Vehikeln verschmolzen werden. Dies könnte der Auftakt für eine weitergehende Konsolidierung des Angebots sein.
Die Bank stellt die Fusionen eher als routinemäßige Überprüfung des Sortiments dar. "Wir überprüfen unser Produktportfolio kontinuierlich, um sicherzustellen, dass es den Bedürfnissen unserer Kunden sowie den aktuellen Marktgegebenheiten bestmöglich entspricht", teilte Berenberg auf Anfrage mit. "Die aktuellen Maßnahmen sind das Ergebnis dieser strategischen Analyse und unterstreichen unseren Fokus auf Kernkompetenzen und die vielversprechendsten Anlagesegmente."
"Strategische Neuausrichtung"
Einen deutlicheren Ton schlägt das Haus allerdings in den Mitteilungen an die Anleger an, die von der Verschmelzung der Aktienfonds betroffen sind. So heißt es in der Begründung für die Übertragung des Vermögens auf andere Vehikel: "Generell soll das Produktangebot des Fondsinitiators im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung verdichtet werden." Diese Formulierung deutet darauf hin, dass die Palette vor einer grundlegenden Überholung steht.
Die hanseatische Privatbank selbst steckt mitten in einem Umbau. So reduziert das Institut die Zahl seiner Geschäftsbereiche von drei auf zwei. Dabei legt die Bank das Wealth und das Asset Management mit der Unternehmensbank zusammen. Damit bleibt noch die Investmentbank als zweiter Zentralbereich. Einem Medienbericht zufolge erfolgte ein Stellenabbau im Asset Management. Den Bericht kommentierte die Bank nicht.
Weggang von Hochkarätern
Gesichert sind dagegen die Abgänge hochkarätiger Köpfe. So nahm Klaus Naeve, Leiter des Wealth und Asset Managements, seinen Hut. Naeve startet nun als Deutschland-Chef von Julius Bär. Zuvor hatten Matthias Born, Investmentchef im Wealth und Asset Management, und Chefstratege Bernd Meyer das Institut verlassen. Zudem ging die Nachhaltigkeitschefin des Wealth und Asset Managements, Rupini Deepa Sobottka.
Bereits im November hatte Berenberg einen Schwellenländerbond-Fonds auf eine Hochzinsanleihen-Strategie übertragen.
Bei der aktuellen Produktbereinigung im Aktienbereich sollen der Berenberg European Focus Fund im European Small Cap sowie der International Micro Cap im European Micro Cap aufgehen. Die Fusionen sollen per 27. Mai erfolgen.
Der European Focus, der von Matthias Born gelenkt worden war, verwaltete zuletzt rund 150 Millionen Euro. Der International Micro Cap kam zuletzt nur noch auf ein Volumen von rund 37 Millionen Euro.
"Expertise bündeln"
"Wir konzentrieren unsere europäischen Aktienprodukte strategisch auf die Segmente, in denen wir das größte Potenzial für unsere Anleger sehen", teilte Berenberg auf Anfrage mit. "Dies sind insbesondere europäische Nebenwerte." Die Fusion sei ein "konsequenter Schritt, um unsere Expertise in diesem vielversprechenden Bereich zu bündeln und unsere Ressourcen gezielt einzusetzen".
Das Volumen des International Micro Cap wiederum habe sich auf ein Niveau entwickelt, "bei dem eine kosteneffiziente Verwaltung für unsere Anleger nicht mehr optimal gewährleistet ist", teilte die Bank zur Begründung mit. Die Bündelung des Kapitals im European Micro Cap schaffe ein höheres Volumen. "Dies führt zu einer effizienteren Verwaltung und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit", so das Institut. (ert)


