Bekannter Milliarden-Fonds zieht auf die Blockchain
Cathie Wood bringt erstmals einen Fonds von Ark Invest auf die Blockchain. Der 1,3 Milliarden Dollar schwere Ark Venture Fund wird auf Ethereum tokenisiert – weitere Produkte sollen folgen.

Eckpunkte:
- Der Ark Venture Fund wird auf Etehereum übertragen
- Ark Invest will auf Sicht weitere Fonds auf die Blockchain bringen
Cathie Wood bringt erstmals einen ihrer Investmentfonds auf die Blockchain und baut damit das Engagement von Ark Invest bei tokenisierten Vermögenswerten aus. Der 1,3 Milliarden US-Dollar schwere Ark Venture Fund soll von der Tokenisierungsplattform Securitize auf Ethereum übertragen werden.
Der 2022 aufgelegte Fonds investiert in börsennotierte und nicht börsennotierte Unternehmen. Zum Portfolio gehören unter anderem der KI-Anbieter Anthropic, die Prognoseplattform Kalshi, Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX und der Zahlungsdienstleister Stripe. Ark Invest ist seinerseits an Securitize beteiligt.
Anteile werden direkt vom Fonds erworben
Beim Ark Venture Fund handelt es sich um einen geschlossenen Intervallfonds. Anleger erwerben ihre Anteile direkt vom Fonds und können sie nur innerhalb vorab festgelegter Zeitfenster zurückgeben. Anders als bei börsengehandelten Indexfonds findet kein fortlaufender Handel am Sekundärmarkt statt.
Intervallfonds ließen sich zwar vergleichsweise einfach auf die Blockchain übertragen, böten aber nicht die globale Zugänglichkeit von ETFs, erklärte Tom Staudt, Präsident und Chief Operating Officer von Ark Invest. Dies sei ein wesentlicher Grund dafür gewesen, zunächst den "ARKVX" zu tokenisieren. Der Schritt sei ein Meilenstein, auf den das Unternehmen seit Jahren hingearbeitet habe.
Markt wächst um mehr als 400 Prozent
Ark Invest reiht sich damit in eine wachsende Zahl großer Finanzunternehmen ein, die traditionelle Vermögenswerte auf Blockchain-Netzwerke übertragen. Dadurch könnte sich langfristig verändern, wie Wertpapiere ausgegeben, gehandelt und abgewickelt werden.
Das Volumen tokenisierter realer Vermögenswerte ist seit Anfang 2025 um mehr als 400 Prozent auf rund 39 Milliarden Dollar gestiegen, wie Daten von RWA.xyz zeigen. Verglichen mit den Billionenbeträgen, die in Investmentfonds und ETFs verwaltet werden, bleibt der Markt jedoch klein.
Befürworter erwarten von der Tokenisierung eine schnellere Abwicklung, niedrigere Kosten und einen einfacheren Handel mit Bruchteilen von Vermögenswerten. Zudem könnte sie den Übergang zu einem Handel rund um die Uhr beschleunigen. Der Internationale Währungsfonds hatte allerdings im April davor gewarnt, dass die Technologie Finanzkrisen verstärken könnte.
Weitere Ark-Fonds sollen folgen
Staudt bezeichnete die Tokenisierung des Venture-Fonds als ersten Schritt. Das Ziel sei, zahlreiche weitere Fonds des Hauses auf die Blockchain zu bringen. Fast jeder große ETF-Anbieter beschäftige sich inzwischen mit entsprechenden Lösungen.
Das bislang geringe Marktvolumen führt Staudt auf die begrenzte Produktauswahl, Schwierigkeiten beim Transfer von Vermögenswerten aus der traditionellen Finanzinfrastruktur und den frühen Entwicklungsstand des Marktes zurück. Langfristig hält er die Tokenisierung für unausweichlich. Vermögensverwalter müssten deshalb eine Strategie für diesen Bereich entwickeln.
Risiken seien durchaus vorhanden, betonte der Ark-Manager. Finanzinnovationen, die mehr Menschen den Zugang zu Finanzdienstleistungen eröffneten, seien allerdings schon häufig von jenen kritisiert worden, die am bestehenden System festhalten wollten. (mb/Bloomberg)