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Analyse: Kaum russische Aktien in den meisten europäischen Fonds

Nach dem Angriff auf die Ukraine wird der Finanzplatz Moskau zusehends isoliert. Die Ratinggesellschaft Morningstar hat untersucht, wie stark Fonds in russische Aktien investiert sind. Manche Gesellschaften legen den Fondshandel auf Eis.

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© NicoElNino / stock.adobe.com

Russische Aktien stehen nur für einen winzigen Prozentsatz des europäischen Fondsvermögens. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Ratinggesellschaft Morningstar. Demnach bezifferte sich der Anteil russischer Aktien am zwölf Billionen Euro schweren europäischen Fonds- und ETF-Markt gerade malauf 0,27 Prozent. Dies entspricht 32,8 Milliarden Euro. "Russland-Fonds sind nach wie vor Nischenprodukte und dürften kaum einen großen Teil eines diversifizierten Portfolios ausmachen", meint Morningstar-Analyst James Gard.

Nach dem Angriff des russischen Präsidenten Putin auf die Ukraine hatten westliche und asiatische Staaten umfangreiche Sanktionen gegen Moskau verhängt. So sind nunmehr einige russische Banken vom Zahlungssystem Swift ausgeschlossen. Der Kreml wiederum reagiert darauf mit Beschränkungen. Ausländer dürfen keine russischen Aktien mehr verkaufen. Der Handel an der Börse Moskau blieb am Montag (28.2.) ausgesetzt.

Russische Titel in Schwellenländerfonds
Dies rückt Fonds mit Russland-Engagements in den Fokus. Neben Portfolios mit einem entsprechenden Länderschwerpunkt finden sich aber auch russische Aktien in anderen Produkten. "Schwellenländer-Fonds haben ein gewisses Engagement in Russland, da das Land im MSCI Emerging Markets Index enthalten ist", erläutert Morningstar-Mann Gard. Die größten Schwellenländer-Indexfonds, etwa die von iShares und Vanguard, seien aber nur zu je etwa drei Prozent in Russland investiert.

Größer fällt das Engagement von Fonds mit Fokus auf europäische Schwellenländer aus, zeigt die Morningstar-Analyse. Die Experten verweisen etwa auf den Schroder Emerging Europe mit einem Volumen von 740 Millionen Euro, der zu 60 Prozent in Russland investiert. Noch höher liegt die Quote beim Invesco Emerging European mit 73 Prozent, der aber nur 17 Millionen Euro auf die Waage bringt. Auch die deutsche Deka sowie die österreichische Raiffeisen haben Morningstar zufolge Osteuropa-Fonds mit erheblichem Russland-Engagement im Sortiment.

Erste Anbieter suspendieren Anteilshandel
Manche Anbieter zogen bereits Konsequenzen aus den Wirren. So setzte J.P. Morgan Asset Management bei zwei Fonds vorerst den Handel aus. Betroffen sind der JPM Emerging Europe Equity sowie der JPM Russia, berichtet der Branchendienst "Citywire". Der Emerging Europe kommt auf ein Volumen von rund 270 Millionen US-Dollar, der Russia Fund verwaltet rund 280 Millionen US-Dollar.

"Aufgrund des eskalierenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine sind die normalen Markthandelsbedingungen erheblich beeinträchtigt, was nach Ansicht der Verwaltungsgesellschaft einen Notfall darstellt, aufgrund dessen die Veräußerung und Bewertung der Anlagen des Fonds nicht durchführbar ist", heißt es "Citywire" zufolge in einer Mitteilung an die Anleger.

Weitere Aussetzungen
"Wir beobachten die Risiken sehr genau und konzentrieren uns im Rahmen unserer treuhänderischen Verantwortung jederzeit darauf, im besten Interesse unserer Anlegerinnen und Anleger zu handeln. Die Aussetzung wird entsprechend laufend überprüft", teilte J.P. Morgan AM auf Anfrage mit. Daneben suspendierte auch die britische Fondsgesellschaft Liontrust den Handel mit ihrem Russia Fund. Dieser ist hierzulande aber nicht zum Vertrieb zugelassen. Die UBS, East Capital sowie Carnegie und Danske Invest entschlossen sich Berichten zufolge ebenfalls zu solchen Schritten.

Union Investment setzte am Dienstag (1.3.) das Anteilscheingeschäft für den Uni EM Osteuropa aus, der rund 60 Prozent seines etwa 100 Millionen Euro schweren Portfolios in Russland investiert hat. Sobald die Beschränkungen am russischen Aktienmarkt entfallen, werde Union Investment "die getroffene Maßnahme aufheben", teilte der genossenschaftliche Fondsanbieter mit. (ert)

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