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Aberdeen Standard setzt auf von Frauen geführte Hedge-Fonds

Von Frauen verwaltete Hedge-Fonds haben nicht nur die Verluste in den März-Turbulenzen besser begrenzt. Viele erzielen auch über längere Zeiträume eine bessere Performance als von Männern gelenkte Fonds. Das will sich Aberdeen Standard Investments in einer neuen Strategie zunutze machen.

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Leda Braga, Fondsmanagerin des Systematica-Fonds, ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Hedgefonds-Branche.
© Systematica

Aberdeen Standard Investments, einer der größten Vermögensverwalter Europas, will einen Fonds auflegen, der ausschließlich in Hedgefonds investiert, bei deren Fondsmanagement Frauen am Steuer sitzen. Der neue Fonds soll die Performance des "Women-Access-Index" nachbilden, der vom Datenlieferanten Hedge Fund Research (HFR) errechnet wird, wie die Financial Times berichtet. Mit dem neuen Fonds soll dem wachsenden Interesse von US-Pensionsplänen und anderen Investoren entsprochen werden, die ihre Vermögensverwalter verstärkt nach ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien auswählen.

Der Schritt erfolge gegen Ende eines im Vergleich zur gesamten Branche starken Jahres für von Frauen geführte Hedge-Fonds, denen es zudem in einigen Fällen gelungen sei, die Verluste während der Marktturbulenzen im März zu begrenzen. Der Women-Access-Index von HFR ist im laufenden Jahr bis Ende Oktober um 6,9 Prozent gestiegen. Dem steht ein Anstieg von lediglich 1,1 Prozent im breiter aufgestellten HFRI 500 Fund Weighted Composite Index gegenüber, ähnlich mäßig schnitt im gleichen Zeitraum der S&P-500-Index ab.

Auch der Yale-Stiftungsfonds setzt auf mehr Frauen im Fondsmanagement
"Viele Investoren sind bestrebt, sich als verantwortungsbewusste Anleger innerhalb der gesamten Investmentkette zu verhalten", zitiert die FT Petra Dismorr, Geschäftsführerin der ESG-Beratungsfirma NorthPeak Advisory. Eine Reihe von staatlichen US-Pensionsfonds hätten spezielle Mandate erteilt, um Gelder an Unternehmen zu vergeben, deren Management sich im Besitz von Minderheiten und Frauen befinden, aber auch andere Investoren würden zunehmend nach mehr Vielfalt bei ihren Fondsmanagern suchen. Im vergangenen Monat hatte sich David Swensen, Chief Investment Officer des Yale-Stiftungsfonds, schriftlich an dessen externe Investmentmanager gewandt, und darin erklärt: "Unser Ziel ist ein Maß an Vielfalt in den Investment-Management-Firmen, das die Vielfalt in der Welt, in der wir leben, widerspiegelt."

Während sich viele Investoren darauf konzentriert hätten, das Verhalten der Unternehmen, an denen sie Anteile halten, zu ändern, gebe es bei den Anlegern eine ebenso wachsende Tendenz, Veränderungen bei den Unternehmen, die ihr Geld verwalten, voranzutreiben, heißt es in dem Bericht weiter. Der Anteil der Frauen, die bei Hedge-Fonds arbeiten, sei mit knapp 19 Prozent der zweitniedrigste in sieben alternativen Anlageklassen, wird eine Studie der Datengruppe Preqin zitiert. Er sei seit 2017 nur leicht gestiegen.

Ein Plus von bis zu 40 Prozent im laufenden Jahr
Zu den von Frauen geführten Hedge-Fonds, die sich besonders gut entwickelt haben, gehört der von Catherine Nicholas geführte Nicholas US Equity Opportunities-Fonds, der in diesem Jahr um rund 40 Prozent zugelegt hat, unter anderem durch erfolgreiche Wetten auf Software- und Biotech-Aktien. Der Mandarin-Offshore-Fonds von Lan Wang Simond hat nach Performance-Zahlen, die Anlegern zur Verfügung gestellt wurden, um etwa 24 Prozent zugelegt. Zum Hintergrund des Erfolgs von Simond nennt die Zeitung die Abfederung des März-Tumults und Positionen in Technologieaktien.

Leda Braga, eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Hedgefonds-Branche, habe in ihrem Flaggschiff, dem Systematica-Fonds, in laufenden Jahr um etwas mehr als drei Prozent zugelegt, zitiert die FT eine mit der Performance des Fonds vertrauten Informanten. Dem stehe ein durchschnittlicher Rückgang von 2,6 Prozent bei computergesteuerten Fonds gegenüber, die auf Markttrends setzen.

Insgesamt 30 neue Strategien zu diversen Anlagthemen
Der neue nach dem Women-Access-Index aufgestellte Fonds ist Teil einer Reihe von Produkten, die Aberdeen Standard Investments auf den Markt bringen will, um Kunden verschiedene Investments in etwa 30 nach Strategie oder Thema unterschiedlich aufgestellte Kategorien von Hedge-Fonds zu ermöglichen. Die Kooperation mit der HFR-Plattform ist einer der nächsten Schritte, nachdem Stephen Bird, Chief Executive von Aberdeen Standard Investments, Anfang November erklärt hatte, er wolle die passiven Kapazitäten des Vermögensverwalters weiter ausbauen. (hh)  

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