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Zwei weitere Energieversorger in UK zusammengebrochen

Mehr als 1,5 Millionen Haushalte in Großbritannien sind gezwungen, den Energieversorger zu wechseln, nachdem zwei weitere Energiebereitsteller von Haushalten zusammengebrochen sind, Das erhöht die Zahl der Firmen auf sieben, die seit Anfang August ihren Betrieb einstellen mussten.

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Sieht so die Zukunft aus?
© Archiv

Die letzten beiden Opfer waren Green Supplier Ltd. und Avro Energy Inc., die beide am Mittwoch ihre Geschäftstätigkeit einstellten. Avro hatte 580.000 und Green 255.000 Kunden, was 2,9 Prozent der britischen Haushalte entspricht, wie Bloomberg berichtet. Weitere fünf Anbieter mit insgesamt mehr als 650.000 Kunden, sind seit Anfang August ebenfalls in Konkurs gegangen, als die Gas- und Strompreise auf Rekord-Höchststände stiegen. 

Prognose eingetroffen
Die Ankündigungen folgen auf eine Prognose des britischen Wirtschaftsministers Kwasi Kwarteng am Dienstag, dass noch mehr Unternehmen in Schwierigkeiten geraten würden. 

Warum Großbritanniens Gasversorger pleite gehen und wer zahlt
Kwarteng hat in den letzten Tagen Dringlichkeitssitzungen mit Gaslieferanten abgehalten. Die Unternehmen forderten, die Aufhebung der Preisobergrenze für Standardtarife aufzuheben, damit sie einen Teil der Kosten auf die Verbraucher abwälzen können. Die Regierung hat jedoch erklärt, dass dies nicht geschehen werde. Stattdessen würden staatlich geförderte Kredite in Betracht gezogen, damit größeren Unternehmen die Kosten für die Übernahme der Kunden von gescheiterten Unternehmen finanzieren können. "Die derzeitigen Marktbedingungen sind beispiellos, mit Rekordpreise im Energiegroßhandel, die die Energiekosten über die Preisobergrenze heben", sagte Green Supplier in einer Erklärung. "Dies bedeutet, dass Green, wie auch alle anderen Energieversorger, Energie an Kunden mit Verlust verkauft."

Energieregulierungsbehörde Ofgem eingschaltet
Diese wird nun einen Lieferanten für die Kunden von Green und Avro finden. Dies ist normalerweise ein unkomplizierter Prozess, aber größere Unternehmen sind möglicherweise nicht mehr bereit, Kunden zu versorgen, wenn sie Verluste schreiben. Und die hohen Gaspreise werden wahrscheinlich nicht so schnell sinken, was die Regierung dazu veranlasst hat, einen Weg zu finden, die Haushalte zu schützen und sicherzustellen, dass Kunden einen Ersatzanbieter bekommen.

Don't panic!
Britische Stromversorger nehmen angesichts der Krise keine neuen Kunden mehr an.
"Der wichtigste Rat, den wir den betroffenen Haushalten jetzt geben können, ist nicht in Panik zu verfallen", sagte Alex Staker, Leiter des Geschäftsbereichs des Preisvergleichsdienstleisters Bionic. "Deren Energieversorgung wird nicht wird nicht unterbrochen und deren Strom wird nicht abgestellt, wenn der gewählte Energieversorger pleite geht."

Warm anziehen
In einer früheren Rede vor dem Parlament sagte Kwarteng, dass das Land auf höhere längerfristige Preise vorbereitet sein sollte. RBC Europe schätzt, dass die Rechnungen je Haushalt um bis zu 400 Pfund pro Jahr ansteigen könnten, weil die Kosten in die Höhe schießen. "Es steht ein langer Winter bevor", sagte Andy Harris, oberster Informationsbeauftragter von UtilityPoint, einer Firma, die letzte Woche das Geschäft einstellte. "Wenn wir einen kalten Start in den Winter bekommen, könnten die Preise noch mehr steigen, und andere Firmen könnten folgen."

Regierungen über hohe Energiepreise europaweit beunruhigt
Nicht nur in Großbritannien könnte ein kalter Winter eine europaweite Energieversorgungskrise auslösen. Die Preise, die bereits auf ein Rekordniveau stiegen, bevor der Winter begonnen hat, haben die Regierungen beunruhigt. Das Problem Preisvolatilität und die Auswirkungen der steigenden Energiekosten auf die öffentliche Unterstützung für die Umstellung auf saubere Energie im Rahmen der Bekämpfung des Klimawandels wurden bei einem Treffen der EU-Energieminister in Slowenien am Mittwoch unerwartet zur Sprache gebracht, so eine Bloomberg-Informant. 

Tagesordnungspunkt für Gipfel? Ist gar die Akzeptanz des Energieumbaus gefährdet? 
Mehrere EU-Länder wollen, dass die Energiekrise auf die Tagesordnung des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der EU am 21. und 22. Oktober gesetzt werden, sagte ein Beamter der EU-Kommission gegenüber Bloomberg News, der nicht genannt werden wollte.

Bislang sind die Auswirkungen des Preisanstiegs am stärksten in UK zu spüren
Lebensmittelknappheit könnte vorerst vermieden worden sein, nachdem Beamte am Dienstag zugestimmt hatten, eine "begrenzte finanzielle Unterstützung" zu gewähren, um CF Industries Holdings bei der Wiederinbetriebnahme einer Düngemittelfabrik, die wegen der hohen Gaspreise gestoppt wurde, zu unterstützen. (kb)

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