Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Zuviel Goodwill: Jetzt kommt der Kater nach der Fusionsparty in China

In der neuesten Ausgabe ihrer Publikation "Risk Tracker" beschäftigt sich die Investment-Boutique Quant.Capital Management unter anderem mit den infolge von Übernahmen stark gestiegenen Goodwill-Positionen in den chinesischen Unternehmensbilanzen auf dem Festland.

4.jpg
© v.poth / stock.adobe.com

Vor dem chinesischen Neuen Jahr - es ist ja bekanntlich das Jahr des Schweins - verzeichnete der Markt für A-Aktien (exklusiv in China gehandelt, on-shore) wegen bilanzieller Abschreibungen auf Unternehmensbeteiligungen, den "Goodwill", große Verluste. Der Goodwill ist der Teil eines Kaufpreises für ein übernommenes Unternehmen, der dessen Buchwert übersteigt. Der Index von jungen Aktien fiel innerhalb von fünf Tagen um acht Prozent, und auch die Small und Mid Cap verzeichneten einen kontinuierlichen Rückgang. 

Gewinnrückgänge 
Zum 2. Februar 2019 gaben mehr als 2500 Emittenten von A-Aktien ihre Prognose für das Jahresergebnis 2018 bekannt. Insgesamt sank der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 Prozent. Dies ist der erste Gewinnrückgang in den letzten zwei Jahren. Die Wachstumsrate der Small und Mid Caps lag bei -16 Prozent, die Titel der ChiNext erwarten einen Einbruch von erstaunlichen -47,7 Prozent. Insgesamt schrieben die kleinen und mittleren Unternehmen 1,37 Milliarden Euro an Goodwill ab. Emittenten der ChiNext wiesen Abschreibungen von 1,63 Milliarden Euro aus.

Verdoppelte Goodwill-Abschreibungen
In 2018 stieg die Goodwill-Wertminderung der beiden Sektoren erheblich an. Nach der aktuellen Performanceprognose beläuft sich die Goodwill-Abschreibung der Small und Mid Caps im Jahr 2018 auf rund 4,56 Milliarden Euro, die ChiNext-Werte dürften 5,87 Milliarden Euro erreichen. Beide haben sich 2018 gegenüber 2017 mehr als verdoppelt.

Goodwill in sieben Jahren bei A-Aktien verdreizehnfacht
Von 2010 bis 2017 stieg der Goodwill der A-Aktien von 12,9 Milliarden Euro auf 169,98 Milliarden Euro. Im Jahr 2015, der Fusions- und Übernahmeperiode, stieg der Goodwill um 96 Prozent an, danach verlangsamte sich das Wachstum. Zum dritten Quartal 2018 wiesen die Emittenten der A-Aktien einen Goodwill von insgesamt 188,8 Milliarden Euro auf. 

Die besonders große Wertminderung des Goodwills in diesem Jahr ist im Wesentlichen auf die große Anzahl von Fusionen und Übernahmen im Jahr 2015 zurückzuführen. Akquirierte Unternehmen verpflichten sich üblicherweise, drei Jahre lang Performanceziele zu erfüllen. Nach der dreijährigen Verpflichtungsperiode erlebten viele Unternehmen einen Abfall der
Performance und mussten den Goodwill korrigieren.

Small und Mid-Caps sowi Chi-Next haben auch ordentlich zugelangt
534 kleinere und mittlere Unternehmen haben einen Goodwillwert mit einem Gesamtumfang von 49,14 Milliarden Euro, 405 Unternehmen im Chi-Next haben einen Goodwill mit einem Gesamtumfang von 35,85 Milliarden Euro. Wenn die operativen Ergebnisse der übernommenen Gesellschaften in den nächsten Jahren nicht den Erwartungen entsprechen, ist der Einfluss der Goodwill-Abschreibungen auf die Unternehmensergebnisse relativ groß. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen